• Die Lösung für das Sündenproblem: Wie kann meine Ehe heilen?

    Wie kann meine Ehe heilen?

    Pixabay - Olessya

    Nichts ist natürlicher für einen Sünder, als zu sündigen. Zwischenmenschliche Probleme sind vorprogrammiert, vor allem in der Ehe. Die Lösung? Sie ist gegen menschliche Logik, gegen den Rat von Psychologen und Seelsorger. Einfach umwerfend! von Norberto Restrepo sen.

Freitag, 19 Dezember 2014 – 05:17 Uhr

Ein heikles Thema: Selbstbefriedigung oder -verleugnung?

Selbstbefriedigung oder -verleugnung?

Bild: Sergey Nivens - shutterstock.com

Wer süchtig ist – und es gibt viele Süchte –, den wird dieser Artikel interessieren. Denn was für die Ur-Sucht gilt, lässt sich übertragen. Ob Quartalssünder oder Dauersünder, ob Gelegenheitssünder, Rauschsünder oder Entlastungssünder, alle sind eingeladen, über ein Leben in Freiheit und echtem Genuss nachzudenken. Von Kai Mester

Aufgehorcht

Im August 2013 erschien in der adventistischen Jugendzeitschrift youngsta ein Artikel von Ulf Röder (Prediger in Lüneburg) mit dem Titel »Sex wie Gott ihn will – Last und Lust, Leidenschaft und Erquickung«. Darin fanden sich zwei Passagen zum Thema Selbstbefriedigung, die aufhorchen ließen.

Youngsta-Artikel zum Thema

Ich zitiere: »Die Menschen in unserem Land heiraten sehr spät oder nur für bestimmte Lebensabschnitte oder gar nicht. Aber das Bedürfnis nach Sex erwacht dennoch um das 12. Lebensjahr herum. So hat der sexuelle Trieb seinen Höhepunkt in einer Lebensphase, in der in unserer Kultur jede Form ehelicher Bindung zu früh erscheint. Was ist also möglich? Wie weit darf man gehen, um das Bedürfnis nach Sexualität zu befriedigen? Ein erster Ansatz war die Trennung von ehelicher Sexualität und Solosexualität (Selbstbefriedigung). Früher wurde Selbstbefriedigung als Sünde bewertet. Später war klar, dass uns nicht die Selbstbefriedigung von Gott trennt (als Sünde), sondern unsere unsauberen Gedanken. Darum ist Solosexualität durchaus eine Möglichkeit, sexuelle Befreiung zu erleben. Sie bringt zwar keine Beheimatung, keine Befriedigung, keine Erfüllung oder Geborgenheit, aber Entlastung.«

Es folgen einige unbiblische Überlegungen zum Thema Sex vor der Ehe, auf die ich in diesem Artikel nicht eingehen werde, um schließlich zu folgendem Ergebnis zu kommen: »Sex ist eine Gottesgabe, der Gipfel seiner Kreativität. Sex passt am besten in die eheliche Beziehung. Gott wünscht dir den geborgenen Rahmen, die Heimat und das Gefühl der Sicherheit. Wenn du außerhalb dessen dennoch Sex hast, dann ist dir Gott immer noch nahe und begleitet dich in Verantwortung, Respekt und Beheimatung.«

Ellen White über die schlimmen Folgen dieses »Lasters«

Ellen White, die Gründermutter unserer Glaubensgemeinschaft, die von den meisten Adventisten als Prophetin und Gesandte Gottes betrachtet wird, und deren Schrifttum vielen als außerkanonisches inspiriertes Schrifttum gilt, hat zum Thema Selbstbefriedigung ganz andere Aussagen gemacht. Hier ein Ausschnitt:

»Ich bin beunruhigt wegen der Kinder und Jugendlichen, die sich durch das Sololaster (solitary vice) für diese und die kommende Welt ruinieren.« (Appeal to Mothers, 5)

Sie schreibt dann ausführlich über die negativen Auswirkungen des sexuellen Suchtverhaltens der Selbstbefriedigung auf körperliche Gesundheit, intellektuelle Leistungen, psychische Ausgeglichenheit, moralische Werte, die Beziehung zum anderen Geschlecht mit Blick auf die Familiengründung, geistliche Sensibilität und auf das Glaubensleben.

»Ihr Mütter, die große Ursache dieser körperlichen, mentalen und moralischen Übel ist das geheime Laster, das die Leidenschaften schürt, die Fantasie in ein Fieber versetzt und zum Fall moralischer Schranken führt.« (Seite 8) »Das geheime Laster (secret vice) zerstört hohe Vorsätze, ernstes Streben und die Willenskraft, einen guten religiösen Charakter zu bilden.« (Seite 9)

Kinder vor bösen Einflüssen schützen

»Ihr Mütter, ihr könnt nicht vorsichtig genug sein, eure Kinder davor zu schützen, dass sie niedere Gewohnheiten erlernen … Nachbarn erlauben ihren Kindern vielleicht in euer Haus zu kommen, den Abend und die Nacht mit euren Kindern zu verbringen … Damit sie meine Buben nicht verderben, habe ich ihnen nicht erlaubt im selben Bett oder im selben Zimmer mit anderen Buben zu schlafen.« (Seite 11)

Dann schreibt sie darüber, wie man die eigenen Kinder vor bösen Einflüssen schützt, wie man ihnen produktive und körperliche Arbeiten gibt, die sie auf das spätere Leben vorbereiten.

»Wir sollten unseren Kindern beibringen, Gewohnheiten der Selbstverleugnung zu praktizieren … die Leidenschaften zu zügeln und unter die Führung der mentalen und moralischen Kräfte zu stellen.« (Seite 19)

Sie fährt fort zu beschreiben, wie man einfühlsam den eigenen Kindern hilft, falls sie schon diesem Laster verfallen sind, da wieder herauszukommen.

Krasse Worte für ein Grundbedürfnis?

»Dieses Laster wurde mir als ein Gräuel in Gottes Augen (in der Vision) gezeigt. Wie hoch die Berufung einer Person auch sein mag, wer bereit ist, sich zur Befriedigung der Fleischeslust einspannen zu lassen, kann kein Christ sein.« (Seite 25) Das ist eine starke, aber eindeutige Sprache.

»Viele wissen nicht, dass diese Gewohnheiten sündig sind und zu schlimmen Folgen führen. Sie brauchen Aufklärung. Manche sogenannten Nachfolger Jesu wissen, dass sie gegen Gott sündigen und ihre Gesundheit ruinieren. Doch sie sind Sklaven ihrer eigenen verdorbenen Leidenschaften. Sie haben ein schlechtes Gewissen und fühlen sich immer weniger zu Gott in stillem Gebet hingezogen.« (Seite 25)

»Die einzige Hoffnung für alle, die bösen Gewohnheiten frönen, ist diese für immer aufzugeben … das erfordert ein entschlossenes Bemühen, der Versuchung zu widerstehen … Herr Sowieso hatte diesen Gewohnheiten so lange gefrönt, dass er keine Kontrolle mehr über sich zu haben schien … Dieser Mann war so weit gegangen, dass Gott ihn scheinbar verlassen hatte. Er ging in den Wald und verbrachte Tage und Nächte mit Fasten und Beten, um diese große Sünde zu überwinden. Doch dann kehrte er zu seinen alten Gewohnheiten zurück. Gott erhörte seine Gebete nicht [weil er Gott keine Gelegenheit dazu gab]. Er bat Gott, das für ihn zu tun, was er selbst hätte tun können [nämlich zu glauben]. Immer wieder hatte er Gott Treue gelobt und seine Gelübde genauso oft gebrochen und sich der verdorbenen Lust hingegeben, bis Gott ihn seinem Schicksal überlassen hat. Inzwischen ist er gestorben. Er war ein Selbstmörder. Die Reinheit des Himmels wird durch seine Anwesenheit nicht getrübt werden. Wer sich selbst zerstört, wird niemals ewiges Leben erhalten.« (Seite 27-28)

Mannomann!

Suchtverhalten versus Entlastung

Offensichtlich haben wir es in den Beschreibungen Ellen Whites mit schlimmem Suchtverhalten zu tun. An anderer Stelle schreibt sie von Menschen, die mehrmals täglich zwanghaft Solosex praktizieren. Hier wird sicher jeder zustimmen, dass Freiheit von Zwang und Sucht, als Kernbotschaft des Evangeliums, das ist, was diese Menschen brauchen und sicherlich auch ersehnen.

Ulf Röder schreibt in seinem Artikel jedoch von verantwortungsbewusst gelebtem Solosex als Entlastung. Ist dies vielleicht etwas ganz Anderes, auf das sich die eben gelesenen Worte gar nicht beziehen?

Offensichtlich empfiehlt Ellen White Eltern dringend, zu verhindern, dass die eigenen Kinder, die »Kunst« der Selbstbefriedigung von anderen Kindern erlernen. Für sie ist nicht das Suchtverhalten oder die Häufigkeit die zu vermeidende Sünde, beides ist vielmehr die erschreckende Folge der Sünde.

Entlastung für Unverheiratete?

Wer meint, Solosex sei als Entlastung für Unverheiratete nötig, der darf wissen, dass Solosex von Verheirateten genauso praktiziert wird. Entweder sie bekommen Lust darauf, wenn aus welchen Gründen auch immer gerade keine Gelegenheit zu gottgewolltem Sex da ist oder sie gehen ohnehin dabei in Gedanken fremd. Es ist daher viel besser, schon als Unverheirateter die Kontrolle über den eigenen Körper und die eigenen Gedanken einzuüben, um auch in der Ehe zum größtmöglichen Segen zu werden.

Selbstbefriedigung oder Selbstverleugnung!

Selbstbefriedigung verkörpert den Kern jeglichen Suchtverhaltens. Denn jede Sucht ist die Suche nach Befriedigung der Gefühle. Nur dass bei der Selbstbefriedigung das Mittel zum Ziel immer und überall greifbar ist, was Abhängigen tatsächlich den Entzug ungemein erschweren kann. Selbstbefriedigung ist das Gegenteil von Selbstverleugnung und daher die Sünde schlechthin. Wer auf diesem Gebiet durch Jesus Befreiung erlebt, wird daher gleichzeitig Befreiung auf vielen anderen Gebieten erleben.

Und wenn die letzte Wurzel sich nicht ausrotten lässt?

Nun gelingt es tatsächlich vielen frommen Männern und Frauen durch Gebet, Entschlossenheit und Selbstdisziplin dem Suchtverhalten zu entkommen. Doch sie leiden darunter, dass sie gleich einem Quartalstrinker in regelmäßigen Abständen wieder in diese Sünde fallen und es kaum mehr als einen Monat am Stück schaffen, davon frei zu bleiben.

Erst kürzlich rief mich ein Bruder aus Deutschland ratsuchend hier in Bolivien an, weil dieses sporadische Auftreten aktiver nächtlicher Selbstbefriedigung im Halbschlaf ihn in seinem geistlichen Leben regelmäßig um Längen zurückwarf. Die menschliche Psyche ist ein Mysterium, und lasterhafte Gewohnheiten scheinen als Verwandlungskünstler immer neue Schlupflöcher und Wege zu finden, um sich keinesfalls ausrotten zu lassen.

Ist Gott nicht mächtig genug, um uns durch Jesus zu befreien? Es heißt doch: »Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.« (Johannes 8,36) Bei vielen Christen hat dieser Text dazu geführt, dass sie glauben frei von Sünde zu sein oder doch wenigstens unter einer Art vergebenden Dauergnade, obwohl sie sich selbst befriedigen, Sex vor oder außerhalb der Ehe haben, vielleicht sogar mit dem gleichen Geschlecht. Sie haben ihre Theologie der Realität einer scheinbar nicht ausrottbaren Sünde angepasst.

Fest vertrauen, danken und sich freuen!

Für alle jene, die sich nach völliger Freiheit auf diesem Gebiet sehnen, ein paar hilfreiche Anregungen. Die Bibelverse sind paraphrasiert: »Als Gerechter wirst du nur durch deinen Glauben leben.« (Habakuk 2,4 P) Das ist der Schlüssel!

»Du wirst durch den Glauben gerecht gemacht werden, ohne Werke des Gesetzes.« (Römer 3,28 P) Nicht die Änderung äußerer Verhaltensweisen oder Selbstdisziplin wird dir helfen.

»Zweifle nicht durch Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern werde stark durch den Glauben, indem du Gott die Ehre gibst!« (Römer 4,20 P) Vertrauen ist der Schlüssel.

Glaube, dass Gott seine Verheißung hält, auch wenn die Realität eine andere zu sein scheint! »Du aber stehst durch den Glauben.« (Römer 11,20) Übe Gott zu vertrauen, dass er dich frei macht und zu seinem Wort steht!

»Damit du durch den Glauben den Geist empfängst.« (Galater 3,14 P) Dieses Vertrauen wird deine Gedankenwelt verändern.

»Dass der Messias durch den Glauben in deinem Herzen wohne, damit … du erfüllt wirst bis zur ganzen Fülle Gottes. Dem aber, der weit über die Maßen mehr zu tun vermag, als du bittest oder verstehst, gemäß der Kraft, die in dir wirkt, ihm sei die Ehre … Amen.« (Epheser 3,17-21 P)

Was bedeutet das? Wenn Jesus uns verspricht: »Glückselig sind die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden!« (Matthäus 5,6), so bedeutet dies, dass er uns von Sünde freimacht, wenn wir uns danach sehnen. »Gerechtigkeit« ist laut biblischer Definition nämlich das Gegenteil von Sünde (siehe Römer 5,21; 6,13.16.18.20; 8,10; 2. Korinther 5,21; 1. Petrus 2,24).

Du brauchst also einen tiefen Glauben daran, dass Jesus dich am Kreuz freigemacht hat und du diesen Sieg nun nur noch triumphierend der Versuchung ins Gesicht schleudern musst. Lass dich mit tiefer Dankbarkeit darüber erfüllen und wenn du emotional auch nur ansatzweise in die Nähe der alten Sünde kommst, lass dich von diesen freudigen, dankbaren, vertrauensvollen Gefühlen bis in die letzten Nervenspitzen durchfluten! Je länger du dies praktizierst, desto stärker werden diese himmelwärts gerichteten Gefühle werden, weil du nun schon so lange frei bist.

Und wenn du doch fällst?

Und solltest du wieder fallen, so lass dich davon in keiner Weise entmutigen! Geh sofort zu Gott, bekenne deine Sünde und lass dir erneut den heilenden Glauben schenken! Weigere dich standhaft, den Glauben aufzugeben, selbst wenn es dich viele Jahre kosten sollte, durch den Glauben den völligen Durchbruch zu erzielen! Ganz so viel Zeit wie Abraham haben wir nicht mehr, den abrahamitischen Glauben zu erlernen. Doch Gott kennt deine Zukunft. Vertraue ihm und seinem Heilungsweg mit dir!

Heilung der Gedankenwelt

Selbstverständlich kann dies nur geschehen, wenn du auch deine Gedankenwelt auf dieselbe Weise reinigen lässt. Denn Selbstbefriedigung ist nur ein Symptom, dem sexuelle, erotische oder wenigstens romantische Fantasien zugrunde liegen.

So wie der Text sagt: »Dem aber, der weit über die Maßen mehr zu tun vermag, als du bittest oder verstehst, gemäß der Kraft, die in dir wirkt.« (Epheser 3,20 P) Das bedeutet, eine innere Bereitschaft, viel tiefer und gründlicher gereinigt zu werden, als wir es uns ersehnen. Dann werden wir in Versuchungssituationen nicht gerade so an der Sünde vorbeischlittern und wie ein Brandscheit aus dem Feuer gerettet werden, sondern sicher weitab vom Abgrund auf saftigen und fetten Weiden lagern. Unsere Gedanken werden ganz wo anders sein, bei unserem Hirten und seinen Plänen, Emotionen und Leidenschaften. Wir werden es mitten in der Versuchung förmlich genießen zu spüren, wie Gottes Geist unseren Körper so absolut unter Kontrolle hat, wir so frei und in der Lage sind, seinen Willen zu tun.

Askese führt zu wahrer Ekstase

Nun braucht sich niemand zu fürchten, er würde durch diese Hingabe an ein in weltlichen Augen asketisches, sexloses Leben seine Fähigkeit zum sexuellen Genuss verlieren. Im Gegenteil. Diese wird in den von Gott bestimmten Momenten, in dem von ihm geheiligten Schutzraum der Ehe, die Freude und Befriedigung der gottlosen und lasterhaften Sünder so viel weiter übertreffen, wie der Himmel höher ist als die Erde.


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