• Das gefürchtete Ich-kenne-dich-nicht: Furchtlos IHM entgegen

    Furchtlos IHM entgegen

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    Wenn wahre Liebe den Unterschied macht. Von Kai Mester

Montag, 17 August 2020 – 11:58 Uhr

Das gefürchtete Ich-kenne-dich-nicht: Furchtlos IHM entgegen

Furchtlos IHM entgegen

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Wenn wahre Liebe den Unterschied macht. Von Kai Mester

»Geht hinaus, ihm entgegen!« (Matthäus 25,6) Haben wir Angst davor? Was, wenn unser Öl nicht ausreicht? Der Albtraum jedes Christen: Am jüngsten Tag sagt Jesus zu dir: Ich kenne dich nicht. Ist dieser Albtraum berechtigt? Oder verstehen wir hier etwas falsch?

Das Bild entstammt Jesu Gleichnissen.

  • Dem Gleichnis von den Zehn Jungfrauen, wo die fünf törichten Jungfrauen sagen: »Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.« (Matthäus 25,12)
  • Dem Gleichnis vom Obstbaum: »Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt … Dämonen ausgetrieben … viele Machttaten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt!« (Matthäus 7,23)

Haben diese Menschen sich zu Unrecht auf Gottes Verheißungen verlassen?

  • Zu Mose sagte Gott: »Ich kenne dich mit Namen, und du hast Gnade vor meinen Augen gefunden.« (2. Mose 33,12)
  • David komponierte: »HERR, du erforschst mich und kennst mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.« (Psalm 139,1.2)
  • Durch den Propheten Jeremia sprach er zu ganz Israel: »Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.« (Jeremia 31,3)

Jesus hat uns gezeigt, dass diese Verheißungen allen Menschen gelten: »Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.« (Johannes 12,32) Der Apostel Paulus erklärte: »Gott, unser Retter … will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.« (1. Timotheus 2,3.4)

Kennt Gott nun alle Menschen oder nicht? Wirbt er um sie mit seiner Liebe oder nicht? Ganz gewiss. Was bedeutet es dann, dass viele Menschen die Antwort hören werden: »Ich kenne dich nicht!«?

Mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Ein anderes Beispiel kann uns beim Verständnis helfen. An mehreren Stellen verheißt Gott, dass er uns nicht verlassen wird:

  • Zu Jakob sagt er: »Ich bin mit dir und will dich behüten … ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.« (1. Mose 28,15)
  • Ganz Israel lässt er durch Mose ausrichten: »Wenn du geängstet sein wirst und dich das alles treffen wird in künftigen Zeiten, so wirst du dich bekehren zu dem HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchen. Denn der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben, wird auch den Bund nicht vergessen, den er deinen Vätern geschworen hat.« (5. Mose 4,30-31)
  • Josua verheißt er: »Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen.« (Josua 1,5)
  • David sichert seinem Sohn Salomo zu: »Gott der HERR, mein Gott, wird mit dir sein und wird die Hand nicht abziehen und dich nicht verlassen, bis du jedes Werk für den Dienst im Hause des HERRN vollendet hast.« (1. Chronik 28,20)
  • Israel wird durch Jesaja getröstet mit den Worten: »Die Elenden und Armen suchen Wasser und es ist nichts da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der HERR, will sie erhören; ich, der Gott Israels, will sie nicht verlassen.« (Jesaja 41,17)

Dennoch ruft Jesus am Kreuz: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« (Matthäus 27,46), und zitiert damit einen Psalm Davids: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.« (Psalm 22,2) Hat Gott zwei Gesichter? Zu den einen ist er barmherzig und die anderen verlässt er? Oder manchmal ist er barmherzig und ein andermal wieder nicht?

Ellen White beschreibt es so: »In jener dichten Finsternis war Gottes Gegenwart verborgen … Gott und seine heiligen Engel waren neben dem Kreuz. Der Vater war bei seinem Sohn. Doch seine Gegenwart wurde nicht offenbart … In dieser schrecklichen Stunde würde der Messias nicht von der Gegenwart des Vaters getröstet werden. Er trat die Weinpresse allein.« (Desire of Ages, 753)

Jesus kämpfte sich durch diese Glaubensprüfung hindurch und konnte kurz darauf sagen:

»Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!« (Lukas 23,46) Auch dieses Wort stammte aus einem Lied, das David komponiert hatte: »In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.« (Psalm 31,6) Wer weiß, welche Liedzeilen Jesus in diesem Glaubenskampf noch gestärkt haben? Zwischen Psalm 22 und 31 liegt zum Beispiel auch der Hirtenpsalm.

Nicht Gott hatte Jesus verlassen. »Eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, dass ihr nicht gehört werdet.« (Jesaja 59,2) Die Sünde verzerrt unsere Wahrnehmung. Dann fühlen wir uns von Gott im Stich gelassen. Und weil Jesus alle unsere Sünden auf sich genommen hatte, spürte er am Kreuz das volle Ausmaß der Gottferne.

Gott die Schuld geben, vor ihm Angst haben?

»Ihr habt den HERRN verlassen, darum wird er euch auch verlassen.« (2. Chronik 24,20) Gott respektiert unsere freie Entscheidung und lässt uns traurig ziehen. Dennoch geht er uns nach, und ist da, auch wenn wir es nicht mehr wahrnehmen können. Dennoch segnet und liebt er uns, auch wenn wir ihm lieber Vorwürfe für alles Böse und Schreckliche machen, was wir fern von seiner Gegenwart erleben.

So ist auch das Bild zu verstehen, wo der Bräutigam sagt: »Ich kenne euch nicht.« Es beschreibt die Entfremdung zwischen Gott und dem Sünder, der sich abgelehnt und verworfen fühlt. Wie einst Adam flüchtet er vor Gott: »Und die Könige auf Erden und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Gewaltigen und alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Klüften und Felsen der Berge und sprachen zu den Bergen und Felsen: Fallt über uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes! Denn es ist gekommen der große Tag ihres Zorns und wer kann bestehen?« (Offenbarung 6,15-17)

So verblendet und in Panik sind die Menschen, wenn Jesus wiederkommt, dass sie nicht mehr erkennen können, dass Gott auch sie retten würde, wenn sie sich retten ließen. Denn Rettung heißt: Gott und das Lamm erkennen. »Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.« (Johannes 17,3)

Zwar werden alle Menschen am Schluss einsehen, dass Gott gerecht gehandelt hat (Philipper 2,10). Aber sie werden ihn nicht so erkennen, dass sie ihm bedingungslos vertrauen. Dazu wird ihre Angst zu groß sein. Sie haben kein Vertrauen gelernt. Jetzt, wo die Welt aus den Fugen sein wird, geht es nicht mehr. Sie sind endgültig zum Spielball Satans und seiner Dämonen geworden.

Fressendes Feuer oder wärmende Sonne?

In Anlehnung an Maleachi 3,2.19 schreibt Ellen White: »Gott ist ein verzehrendes Feuer für die Bösen, aber seinem Volk ist er sowohl Sonne als auch Schild.« (Great Controversy, 674) Es kommt ganz darauf an, ob uns Angst und Sünde regiert oder Vertrauen und Liebe. Gott hat keine zwei Gesichter. Er wandelt sich nicht (Maleachi 3,6). Aber wir dürfen wählen, wie wir ihn wahrnehmen wollen, ob wir der Lüge oder der Wahrheit glauben.

Deshalb ermutige ich jeden: »Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.« (1. Johannes 4,18) Lieben, Angst verlieren, Gott erkennen, das ist Rettung; das verändert uns von innen so nachhaltig, dass wir Öl im Herzen haben, rechtzeitig in die Arche gehen und für immer bei IHM sein werden.

Deshalb: »Geht hinaus, ihm entgegen!« (Matthäus 25,6)


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