• Wenn mich Gefühle übernehmen wollen: Bevor die Hutschnur platzt

    Bevor die Hutschnur platzt

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    Nur die Fülle kann helfen. Aber was ist das? Von Joshua Nebblett

Freitag, 08 Mai 2020 – 07:42 Uhr

Wenn mich Gefühle übernehmen wollen: Bevor die Hutschnur platzt

Bevor die Hutschnur platzt

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Nur die Fülle kann helfen. Aber was ist das? Von Joshua Nebblett

Ungerechtigkeit. Wie ich sie hasse.

Meine Frau Shayla hatte mich zum Frühstück gerufen. Ich zog mir ein Hemd an, schnappte mein Telefon und machte mich gerade auf den Weg zur Tür, als es brummte. Ich blickte auf den Bildschirm, und mein angenehmer Morgen war dahin. Erst wurde mein Puls schwach, dann pochte mein Herz heftig. Ich bekam einen hochroten Kopf. Mir wurde der Kragen zu eng. Von meinem Appetit war nichts mehr zu spüren (unpraktisch, nur 90 Sekunden bevor ich den Tisch erreicht hatte).

Was der Auslöser war, ist nebensächlich. Dass es weniger als 10 Sekunden gedauert hat, ist erschreckend. Frieden weg. Statt dessen massive Entrüstung, Verwirrung, Enttäuschung, Empörung.

Den ganzen Tag habe ich gerungen. Wahrscheinlich mein schwerster Tag seit über 3 Jahren. Es fiel mir schwer, um barmherzige Gefühle zu beten. Ich war gerade mitten in nicht enden wollenden Monatsabschlüssen, Mitarbeiterfragen, Kreditanträgen, Besprechungen; dazu die tägliche Flut von E-Mails und Nachrichten anderer Kommunikationsplattformen.

Genauso wie ich Tyrannei verabscheue, liebe ich die Freiheit. Aber ein freiheitlicher (barmherziger) Geist gegenüber denen, die ungerecht sind, ist für diesen erbärmlichen Wurm so gut wie unmöglich. Den ganzen Tag kämpfte ich gegen genau die Sünde in meinem Herzen, die ich bei anderen verdammte.

24 Stunden später begann ich, immer noch um Barmherzigkeit und Frieden bettelnd, einen Artikel zu lesen, den mir einer meiner Schwager zwei Tage zuvor geschickt hatte. Wir diskutierten nämlich gerade ein ganz anderes theologisches Thema. Was ich da las, hat mich buchstäblich gerettet.

»Demut in Fülle schließt allen Stolz aus, Sanftmut in Fülle Zorn, Milde alle Grausamkeit, Güte alles Böse, Gerechtigkeit alle Ungerechtigkeit, Heiligkeit alle Sünde, Barmherzigkeit alle Lieblosigkeit und Rache, Wahrheit alle Falschheit und Verstellung; und wo man Gott liebt von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von ganzer Kraft, da ist kein Raum für Feindschaft oder Hass gegen ihn oder gegen irgendetwas, das ihm gehört; wenn also ein Mensch seinen Nächsten liebt wie sich selbst, wird er diesem Nächsten kein Übel antun; im Gegenteil, er wird ihm gegenüber freundliche Gefühle hegen und ihm so weit als möglich Gutes tun.« Adam Clarke

Mir war das Konzept der Fülle nicht klar gewesen. Liebe ist doch das schwerwiegendste Element im Universum – keine Ungerechtigkeit oder Tyrannei, Hinterhältigkeit oder Böswilligkeit ist in der Lage, die Fülle der Liebe in einem Gefäß auch nur teilweise zu verdrängen. Wenn das Gefäß mit Liebe voll ist, passt nichts Gegenteiliges mehr hinein.

Meinen Frieden verlor ich in 10 Sekunden. Der Kampf darüber dauerte 24 Stunden. Aber in 30 Sekunden erhielt ich ihn wieder zurück.

Vielen Dank, Herr Jesus, für deine Fülle!

»Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.« (Johannes 1,16)


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