Freitag, 30 Oktober 2020 – 09:02 Uhr

Amy Barrett zur siebten katholischen Richterin am Supreme Court vereidigt: Da waren's nur noch zwei

Da waren's nur noch zwei

Bild von Mark Thomas auf Pixabay

Mit zu erwartenden Folgen fürs Sonntagsgesetz. Von Kai Mester

Das letzte Wort in Gesetzesfragen hat in den USA der Oberste Gerichtshof. Am 26. Oktober 2020 wurde wieder eine Richterin auf Lebzeit vereidigt. Ihr Name: Amy Cony Barrett, praktizierende Katholikin, Jahrgang 1972, ausgebildet in der zweitältesten katholischen Rechtsschule der USA, der Notre Dame Law School.

Mit sechs Katholiken, einem Halb-Katholiken und zwei Juden hat die Judikative des protestantischen USA eine bemerkenswerte Zusammensetzung.

Wenn man bedenkt, dass der dienstälteste Richter, Stephen Breyer (*1938), einer von den beiden verbleibenden Juden ist, denen der Sabbat und nicht der Sonntag laut religiöser Tradition als Ruhetag gilt, dann kann man nur gespannt sein, wer an seine Stelle treten wird. Sein ein Jahr jüngerer Kollege David Souter ist immerhin bereits 2009 in den Ruhestand gegangen.

Von den 115 Supreme-Court-Richtern in der Geschichte der USA sind nur 15 Katholiken gewesen. Fast die Hälfte davon amtiert jetzt!

Während 8 Richter in einem Ivy League College ausgebildet wurden, also vor allem auf Harvard, Yale und Princeton, ist Barrett die Einzige, die von der Notre Dame Law School kommt.

Sie ist die dritte Richterin, die unter Donald Trump eingesetzt wurde. Neil Gorsuch und Brett Kavanaugh wurden bereits 2017 und 2018 vereidigt.

Kavanaugh ist ebenfalls praktizierender Katholik. Er dient regelmäßig als Lektor in seiner Kirche und gab eine Zeit lang an der Washington Jesuit Academy Nachhilfeunterricht. Vor der Universität ging er aufs Jesuiteninternat: Georgetown Preparatory School.

Gorsuch war dort sein Schulkamerad. Auch er wurde streng katholisch erzogen, heiratete aber eine Anglikanerin. Seither besuchen beide die episkopale Kirche, die sich selbst als »protestantisch und doch katholisch« bezeichnet.

Der Protestantismus ist also nur noch ganz bedingt an der judikativen Spitze der USA vertreten, obwohl er mit immerhin noch 43 Prozent die größte Glaubensrichtung in der Bevölkerung stellt.

Die Prophezeiung erfüllt sich: Die Macht, die als protestantisch gilt (in der Bildsprache der Apokalypse als lammähnlich), redet zunehmend mit der (wieder bildlich gesprochen) schlangenhaften Drachenstimme Roms.

Es scheint dabei ganz unerheblich zu sein, welchen Hintergrund der Präsident hatte, der die jeweiligen Richter ins Amt hob. Ob George W. Bush, Barack Obama oder Donald Trump, ob Republikaner oder Demokrat, Methodist oder freier Protestant, sie haben alle an der katholischen Umgestaltung des Supreme Courts mitgewirkt.

»Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.« (Lukas 21,28)


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