Mittwoch, 11 März 2020 – 11:05 Uhr

Der Coronavirus und zwei wichtige Ereignisse: Eine Seuche mit Auswirkungen aufs religiöse Leben

Eine Seuche mit Auswirkungen aufs religiöse Leben

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Vatikan, Adventisten und die letzte Krise. Von Alberto Treiyer

Zwei wichtige Ereignisse in diesem Jahr 2020:

Die weltweite päpstliche Zusammenkunft zur Umsetzung der Enzyklika »Laudato Si«

Für den 14. Mai hat Papst Franziskus die Großen der Welt in den Vatikan eingeladen zur Unterzeichnung eines globalen Bildungspakts in Sorge um unser gemeinsames Haus, den Planeten Erde. Mit diesem Schritt wollte Papst Franziskus die Umsetzung seiner Enzyklika »Laudato Si« fördern, in der er dazu aufruft, den Sonntag als »grünen Tag« einzuführen zur Verbesserung der Atmosphäre und zum Schutz der Erde. Wegen des Coronavirus wurde diese Veranstaltung nun auf Mitte Oktober verschoben, wo auch andere wichtige, ähnliche Veranstaltungen auf der Ebene der Vereinten Nationen stattfinden werden.

Der Globale Bildungspakt findet vom 11. bis 18. Oktober 2020 statt, seine Unterzeichnung am 15. Oktober. Der »Globale Bildungspakt«, so heißt es, »beschränkt sich nicht auf Schulen und akademische Einrichtungen, sondern bezieht Vertreter von Religionen, internationalen Gremien und verschiedenen humanitären, akademischen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Institutionen ein, weil wir überzeugt sind, dass Bildungsengagement von allen gefordert ist.« Der Aufruf des Pontifex Maximus schließt: »Ich lade jeden ein, Vorkämpfer dieses Pakts zu werden und sich persönlich und gemeinschaftlich dem Traum eines solidarischen Humanismus zu verpflichten, der den Hoffnungen des Menschen und dem Plan Gottes entspricht.«

Entspricht dieser vereinnahmende Aufruf wirklich Gottes Plan und ist er Antwort auf die Hoffnungen der Menschen? Auf keinen Fall! Der Sonntag ist weder der Tag des Schöpfers noch die Antwort auf die Hoffnungen der Menschheit. Er wurde entworfen, um Gottes Gesetz zu verdrängen und sich seiner Schöpfung zu bemächtigen. Denn der falsche Sabbat ehrt nicht den Schöpfer, sondern eine unrechtmäßige Autorität, die den Sabbat, den wahren Tag des Schöpfers, auf der ganzen Welt verdrängen will.

Die Einladung bedeutender Persönlichkeiten zum Papst wurde deshalb auf Oktober verschoben, weil zu dieser Zeit die Weltnaturschutzkonferenz der Vereinten Nationen zur Erhaltung der Artenvielfalt tagt, wo wichtige Ziele zum Schutz der Schöpfung ins Auge gefasst werden sollen. Sie wird kurz vor der 26. UN-Klimakonferenz im November stattfinden, auf der die Länder bekannt geben müssen, wie sie die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichen wollen.

Trotz der Verschiebung dieser internationalen Veranstaltung im Vatikan wird die »Laudato-Si-Woche« vom 16. bis 24. Mai durchgeführt werden, dem Datum, das mit dem 5. Jahrestag der Herausgabe dieser Enzyklika zusammenfällt. »Laut einer Mitteilung der katholischen Weltbewegung für das Klima spielt die katholische Kirche – mit knapp einem Sechstel der Weltbevölkerung in mehr als 220.000 Pfarreien – weltweit eine einzigartige und wichtige Rolle bei der Bewältigung der Umweltkrise.« Diese Erklärung zeigt einmal mehr, dass die katholische Kirche auf menschliche Macht setzt, um ihre Präsenz auf die ganze Welt auszuweiten.

Die Generalkonferenz der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten

Das andere große Ereignis in diesem Jahr ist für Ende Juni/Anfang Juli geplant: die Generalkonferenz der Adventgemeinde. Wird sie ebenfalls verschoben? Darüber berät gerade unsere Leitung. Bis jetzt ist noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Was wohl Satan mit der Verbreitung dieser Krankheit im Schilde führt? Und warum lässt Gott sie zu? Gibt der HERR uns ein wenig mehr Luft zum Atmen, bevor die letzte Krise in der Welt ausbricht?

Interessant, dass der Präsident der südamerikanischen Division die Mitglieder der Adventgemeinde auffordert, eine Million Unterschriften für eine Petition zu sammeln, dass UNICEF allen Kindern der Welt Zugang zu Schulbildung verschaffen soll. Dieses Projekt hat ADRA auf der Herbstsitzung der Generalkonferenz stark beworben. Eigentlich haben wir uns immer gegen den Einsatz politischer Gewalt gewandt und gegen Druck auf öffentliche Behörden. Hat dies etwas mit der Forderung des Papstes nach einem globalen Bildungspakt zu tun? Ist dies nur ein Zufall? Wird UNICEF auf eine solche Petition der Adventgemeinde eingehen, wo sie doch ihre Unterstützung meistens von solchen sozialen Einrichtungen bezieht, die ganz andere Philosophien vertreten?

Seuchen wie das Coronavirus und die letzte Krise

Einige weisen darauf hin, dass die Grippe in diesem Jahr bereits rund 15.000 Todesfälle in den USA verursacht hat, mehr als das Coronavirus. Sie glauben, dass die geforderten Maßnahmen vor allem politische Hintergründe haben. Ich glaube dies nicht. Die Gefahr einer Pandemie ist real und scheint unvermeidbar. Wenn man diesem Virus freien Lauf lassen würde, verlangsamte sich dann seine Ausbreitung? Sänke die Zahl der Todesopfer? Ich möchte an eines der vielen Zitate von Ellen White erinnern, das von den Seuchen und Plagen spricht, die über die Erde kommen werden. Sie würden ein solches Chaos verursachen, dass die Welt anders als normal funktionieren würde. Die letzte Krise, die uns die Bibel und der Geist der Weissagung beschreibt, gleicht einer Art universaler planetarischer Psychose.

»Während er den Menschenkindern vorgaukelt, er sei ein großer Arzt, der all ihre Krankheiten heilen kann, wird Satan so viel Krankheit und Katastrophen bringen, dass bevölkerungsreiche Städte in Trümmern und Trostlosigkeit versinken.« Das Coronavirus lässt zwar bevölkerungsreiche Städte aus Angst vor einer Ansteckung in Trostlosigkeit versinken, aber noch nicht in Trümmern, obwohl die wirtschaftliche Katastrophe, die als Folge des Virus für den Handel vorhergesagt wird, furchtbar sein soll. »Selbst jetzt ist er am Werk … an jedem Ort und in tausend Formen übt Satan seine Macht aus … Er verleiht der Luft einen tödlichen Beigeschmack, sodass Tausende an der Seuche sterben. Diese Heimsuchungen werden immer häufiger und katastrophaler werden. Die Zerstörung wird über Mensch und Tier hereinbrechen. ›Es trauert und welkt das Land … es verschmachten die Hohen des Volkes im Land. Denn das Land liegt entweiht unter ihren Bewohnern; denn sie haben die Gesetze übertreten, die Satzungen abgeändert, den ewigen Bund gebrochen!‹ (Jesaja 24:4,5)« (Great Controversy, 589) Das ist nicht der Grund, den Papst Franziskus für das Unheil auf der Erde nennt, und auch die Größen dieser Welt werden es kaum als solchen anerkennen.

»Und dann wird der große Betrüger die Menschen davon überzeugen, dass alle, die Gott dienen, für dieses Unheil verantwortlich sind. Gerade die Menschen, die das Missfallen des Himmels auf sich gezogen haben, werden dieses Unheil allen zur Last legen, die Gottes Gebote halten und dadurch den Übertretern ein ständiger Dorn im Auge sind.« (Ebd.)

Vor über fünfzig Jahren las ich in einer adventistischen Zeitschrift, dass sich viele fragten, ob die damalige Generalkonferenz nicht die letzte sein würde. Es ist schon lange her, dass ich diese Unsicherheit zuletzt bei einer Generalkonferenz angetroffen habe. Aber jetzt wird diese Frage wieder relevant. Die letzte Krise steht vor der Tür. Wird diese Generalkonferenz, die im Juni/Juli stattfinden soll, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben? Wird es überhaupt eine weitere Generalkonferenz geben? Die letzten Ereignisse werden sich überstürzen. Und die Welt wird verrückt spielen. Wir brauchen uns aber nicht zu fürchten. Der HERR wird kommen, um sein Volk zu erlösen. »Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.« (Psalm 91,7)

[Anm. des Übersetzers: Psalm 91 nennt als Bedingung für solchen Schutz: unter dem Schirm des Höchsten sitzen, unter dem Schatten des Allmächtigen bleiben, Gott lieben, seinen Namen (seine Wesensart) kennen und ihn anrufen. Und nicht selten wirkt Gottes Schutz auch durch Leid und Tod hindurch zum ewigen Leben.]

Rundbrief vom 3. März 2020


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