• Die kommende Krise: Wenn die Intoleranz zurückkehrt

    Wenn die Intoleranz zurückkehrt

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    Mit praktischen Hinweisen zur Vorbereitung. Von Ellen White

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Montag, 06 Juli 2015 – 07:07 Uhr

Zum 600. Gedenktag von Johannes Hus Suche, liebe, halte fest!

Suche, liebe, halte fest!

Heute vor 600 Jahren, am 06. Juli 1415, starb der tschechische Reformator Jan Hus als Märtyrer auf dem Konzil zu Konstanz. Sein Freund und Mitstreiter Hieronymus folgte ihm auf diesem Weg am 30. Mai 1416. Ihr treues Zeugnis ist Wegweiser in dem langen Kampf um die Wahrheit, der heute vor unseren Augen ein letztes Mal entbrennt. Von Alberto Rosenthal

Die Welt steht vor gewaltigen Umwälzungen. Mittlerweile spüren es Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten: Nichts mehr mag so bleiben wie es bisher war. Mit gemischten Gefühlen blicken viele der neuen Weltordnung entgegen, deren Konturen an Schärfe gewinnen. Rechtfertigt der Wunsch nach Frieden und Sicherheit die zunehmende Beschneidung der Grundrechte in unseren westlichen Nationen? Heiligt der Zweck im Kampf gegen den Terror die Mittel? Die Antwort sollte für jeden auf der Hand liegen. Für jeden echten Demokraten. Für jeden Christen. Für jeden gläubigen Menschen. Für jeden, der die Geschichte kennt. Es muss sich daher die Frage stellen: Sind wir es noch? Scheinbar wie gebannt blickt auch unser Land über den großen Teich. Fast wie selbstverständlich folgen wir den Fusstapfen der sich noch immer als Leitdemokratie verstehenden USA. Sind uns die Augen verschlossen? Seit Nine Eleven (11.09.2001) stellt sich die amerikanische Politik als eine kontinuierliche Verletzung ihrer Verfassung dar. Jeder Wert, der die USA zu der großen und freiheitlichen Nation machte, die wir lieben lernten, ist heute in seinen Grundfesten bedroht. Lenins Schlagwort »Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser« ist zur Realpolitik eines Landes geworden, das sich weiter seiner Gründerväter rühmt. Ist es möglich, dies zu übersehen? Sind wir dabei, unsere neu erworbene »Unschuld« zu verlieren? Haben wir sie vielleicht schon verloren? Es mag uns noch ein kleines Zeitfenster bleiben. Woher aber die moralische Kraft nehmen, dem Wort abgeklärt und richtungsweisend zu begegnen, das uns heute vollständig zu vereinnahmen droht: »Deutschland bildet das Zentrum Europas, und die Kooperation zwischen den USA und Deutschland ist der Schlüssel zu allem, was wir in der Welt zu erreichen hoffen.« (http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-06/obama-interview) Ein »Ruck« muss tatsächlich durch Deutschland gehen, um das bekannte Wort Roman Herzogs aufzugreifen. In erster Linie ein Ruck der moralischen Rückbesinnung auf die Grundlagen unserer bürgerlicher Freiheit. Dafür ist es allerhöchste Zeit.

Die größte Gefahr für unsere freiheitliche Rechtsordnung

Das Augenmerk dieser Broschüre, die anlässlich des 600. Jahrestags der Martyrien von Jan Hus (am 06.07.1415) und Hieronymus von Prag (am 30.05.1416) auf dem Konzil zu Konstanz (1414-1418) erscheint, richtet sich dabei auf eine Gefahr, die vom historischen Gesichtspunkt die größte für unsere freiheitliche Rechtsordnung darstellt. Es geht dabei um die wenig beachtete zunehmende Verquickung von Religion und Politik. Mit der Rückkehr des Papsttums auf die Bühne der Weltpolitik ist sie heute wieder allgegenwärtig. Die USA sehen den Vatikan heute als eine ebenbürtige Weltmacht (FAZ 11. 04. 2004, Nr. 15, S. 8). Neben Deutschland ist er für sie zum entscheidenden Partner im Aufbau der neuen Weltordnung geworden. Der Handschlag zwischen Washington und dem Vatikan offenbart einen tiefgreifenden Wandel im Denken Amerikas. Er kennzeichnet eine historische Zäsur von unabsehbarer Tragweite. Worum es dabei im Kern geht, wurde beim Auftritt Benedikts XVI. am 22. September 2011 im Bundestag – am konstitutiven Ort deutscher Demokratie – deutlich. Gleich zu Beginn seiner Rede stellte der Papst klar, in welcher Funktion er gekommen sei – nicht als politisches Staatsoberhaupt des Vatikan, wie dem Parlament im Vorfeld versichert worden war –: »Aber die Einladung zu dieser Rede gilt mir als Papst, als Bischof von Rom, der die oberste Verantwortung für die katholische Christenheit trägt.« Den Eckstein unseres freiheitlichen Rechtssystems aber bildet die Trennung von Kirche und Staat. Das Bündnis mit der Religion verfinsterte das Mittelalter und führte in der Geschichte gerade im Namen von Friede und Sicherheit zur Unterdrückung und Kriminalisierung von Minderheiten und zu den größten denkbaren Gräueln. Die Konkordate der totalitären Regimes des 20. Jahrhunderts mit dem Vatikan gehören zu den dunkelsten Kapiteln der jüngsten Vergangenheit. Wissen wir, was wir tun, wenn wir dem Papsttum auch nur den kleinen Finger reichen? Hat das Wort Luthers auch für das Papsttum unter Franziskus noch seine Berechtigung: »O weh, weh, weh dem, der dahin kommt, dass er Papst ... wird« (Luther-W Bd. 2, 365)? Oder haben sich die Grundlagen der römisch-katholischen Kirche radikal verändert?

Suche die Wahrheit, liebe die Wahrheit, halte die Wahrheit fest!

Luther wusste nichts von einer Bekehrung des Antichristen. Ist der Papst der Antichrist? Oder waren die Reformatoren mit ihrer Überzeugung, die die freiheitliche moderne Welt mit begründete, im Unrecht? Im 16. Jahrhundert ging ein Ruck durch Deutschland und Europa. Der Verursacher war nicht der Mönch aus Wittenberg. Der Verursacher war die Bibel. Daran hielt sich Luther – als an das Wort des lebendigen Gottes. Daran hielt sich Jan Hus. Nicht weniger als später für Luther galt für ihn das Wort: »Wir vermögen nichts gegen die Wahrheit, sondern nur für die Wahrheit.« (2. Korinther 13,8) »Die Wahrheit siegt!« lautete daher auch der Wahlspruch der Hussiten. Um die Wahrheit geht es der Autorin dieser Broschüre. Wer besitzt heute noch die Liebe zur Wahrheit? Wer sucht sie wie einen Schatz? Konstanz und die Welt gedenken in diesem und im kommenden Jahr an Jan Hus und seinen Weggefährten Hieronymus. Anhand der Erfahrung dieser zwei edlen Männer möchten die folgenden Seiten im ersten Teil dieser Broschüre Grundsätze beleuchten, die eine entscheidende Bedeutung für Ereignisse besitzen, die unmittelbar vor uns stehen und auf die der zweite Teil der Broschüre eingehen wird. Der gewählte Blickwinkel ist dabei historisch-prophetischer Natur. Genau der Blickwinkel, der Hus und Hieronymus beseelte. Er beseelte auch Martin Luther, der Hus prophetische Aussage am Tag seiner Verbrennung auf sich bezog: »Heute bratet Ihr eine Gans, aber aus der Asche wird ein Schwan entstehen.« (https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Hus) Für die Zeit, die der Wiederkunft Jesu Christi – der großen Sehnsucht aller Reformatoren – vorausgeht, sagt die Offenbarung im Symbol von drei Engeln einen ganzen Gänse- und Schwanenschwarm voraus. Er wird Träger ihrer Botschaften sein, die Sie in Offenbarung 14,6-12 nachlesen können. In der letzten Krise der Weltgeschichte wird ein Ruck durch die ganze Welt gehen! Am Herzen Gottes selbst wird die Sehnsucht jedes wahrheitsliebenden Menschen gestillt werden. Hus wählte Johannes 8,31.32 zu seinem Leitspruch und schrieb: »Darum, frommer Christ, suche die Wahrheit, höre auf die Wahrheit, lerne die Wahrheit, liebe die Wahrheit, sprich die Wahrheit, halte die Wahrheit fest, verteidige die Wahrheit bis zum Tode, denn die Wahrheit befreit dich von der Sünde, vom Teufel, vom Tod der Seele und schließlich vom ewigen Tod.«

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