Montag, 02 Dezember 2019 – 07:11 Uhr

Forscht in der Schrift: Augen zum Leuchten bringen

Augen zum Leuchten bringen

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Bei uns selbst und auch bei Kindern und Teenagern. Von Ellen White

Christliche Reife wird allein durch Gottes Wort erlangt. »Forscht in der Schrift«, sagte Jesus, »denn ihr glaubt ja, dass ihr in ihr ewiges Leben habt. Gerade sie verweist auf mich!« (vgl. Johannes 5,39)

Durch dieses Erforschen kann man das göttliche Modell genau betrachten. Während man sich mit dem Leben des Erlösers beschäftigt, entdeckt man an sich selbst viele Fehler und Schwächen. Man merkt, dass man Jesus nur nachfolgen kann, wenn man sich ihm ganz hingibt. Also studiert man mit Hingabe und mit dem Wunsch, wie dieses große Vorbild zu sein; so verinnerlicht man den Geist seines geliebten Meisters und wird durch Anschauen verwandelt. Ja, Veränderung geschieht, indem wir an Jesus denken, von ihm reden, seine Wesensart studieren.

Der Funke auf dem Weg nach Emmaus

Nach Jesu Tod sprachen zwei Jünger auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus über die Szenen bei der Kreuzigung. Unerkannt näherte sich Jesus den beiden trauernden Reisenden. Ihr Glaube war mit ihrem Herrn gestorben. Nun erkannten sie, vom Unglauben geblendet, ihren auferstandenen Erlöser nicht mehr. Jesus ging an ihrer Seite und hätte sich ihnen so gerne zu erkennen gegeben, aber er sprach sie nur als Mitreisende an: »Worüber redet ihr denn so angeregt unterwegs? Was bedrückt euch?« Erstaunt über die Frage erwiderten sie, ob er in Jerusalem fremd sei und nicht gehört habe, dass ein wortgewaltiger Prophet, der große Taten vollbracht hatte, gekreuzigt worden sei. »Wir hatten fest daran geglaubt, dass er der war, der Israel hätte erlösen sollen«, sagten sie traurig.

»Es fällt euch wohl sehr schwer, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben«, sagte Jesus: »Musste der Messias das nicht erleiden, um in seine Herrlichkeit einzugehen?« Und er begann bei Mose und allen Propheten und erklärte ihnen in allen Schriften, was diese über ihn selbst sagten. Er beanstandete, dass sie mit diesen Schriftstellen nicht besser vertraut waren. Hätten sie sie besser gekannt, wäre ihr Glaube fest geblieben, ihre Hoffnung nicht erschüttert worden; denn es war klar vorausgesagt, welche Behandlung Jesus von denen erfahren würde, die er zu retten gekommen war.

Die Jünger hatten die wertvollen Verheißungen im Zusammenhang mit den Prophezeiungen seines Todes aus den Augen verloren. Jetzt, wo er sie ihnen in Erinnerung rief, erwachte der Glaube wieder; und nachdem Jesus sich ihnen schließlich offenbart hatte, riefen sie: »Brannten unsere Herzen nicht in uns, als er unterwegs mit uns sprach und uns die Schriften öffnete?« (vgl. Lukas 24)

Die Bibel als Zündfunke

Gottes Wort hat belebende Kraft aufs Herz. Nur wer sich mit diesem Wort vertraut macht, kann Gottes Willen tun. Andernfalls sind charakterliche Fehlbildungen das Ergebnis. Dann werfen die eigenen Worte und Taten ein schlechtes Licht auf unseren Erlöser.

Der Apostel sagt uns: »Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nützlich zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werken geschickt.« (2. Timotheus 3,16)

Wenn wir die Schriften erforschen würden, dann würden auch unsere Herzen in uns brennen, sobald wir die darin offenbarten Fakten verstehen. Unsere Hoffnung würde sich aufhellen, wenn wir die wertvollen Verheißungen beanspruchten, die wie Perlen in der Heiligen Schrift ausgestreut wurden. Während wir die Geschichte der Patriarchen und Propheten studieren, Männer, die Gott liebten und fürchteten und mit ihm lebten, würde unser Herz von dem Geist zu leuchten anfangen, der sie belebte.

Jungen Leuten Geschmack machen


Unsere jungen Leute brauchen viel mehr Interesse daran, sich in der Schrift auszukennen, als in den Naturwissenschaften. Ein eingehendes Studium des Sabbatschulhefts darf bei ihnen oberste Priorität haben. Sabbatschullehrer haben vor sich ein weites Aktionsfeld, das ihnen Gelegenheit bietet, Gottes Anliegen den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen zu vermitteln. Dazu brauchen die Lehrer selbst ein Herz für Gottes Wort. Wie könnten sie es sonst ihren Schützlingen so bringen, dass diese darauf noch mehr Geschmack bekommen? Die Eltern können mit den Sabbatschullehrern an einem Strang ziehen und mit ihren Kindern die Sabbatschullektion schon unter der Woche durchnehmen. Aber das tun viele Eltern nicht. Sie haben fadenscheinige Ausreden und interessieren sich nicht für den Sabbatunterricht ihrer Kinder.

Sie bringen ihren Kindern bei, Gott und sein Wort zu vergessen. Einige Eltern verbringen Stunden auswärts, um ihrem eigenen Vergnügen in fruchtlosen Gesprächen nachzugehen, ohne Gott und den Himmel im Herzen zu haben. Wie viel besser wäre es für sie und ihre Kinder, die Bibel zu erforschen und die Informationen zu verarbeiten, die uns den Weg in die himmlische Heimat weisen.

Manche Mütter bedauern, sie hätten keine Zeit, ihre Kinder zu unterrichten, keine Zeit, sie mit Gottes Anliegen vertraut zu machen. Aber dieselben Mütter finden vielleicht Zeit, um sich mit unnötigen Näharbeiten zu beschäftigen. Ihnen ist äußerliche Schönheit wichtiger als die innere Schönheit, die vor Gott zählt. Um der Mode zu folgen, entscheiden sie sich für eine Unterversorgung ihres eigenen Herzens und des Herzens ihrer Kinder.

Väter und Mütter, ich bitte euch, eure lange liegen gebliebene Aufgabe anzupacken. Durchforscht selbst die Schriften und zeigt euren Kindern, wie man das Heilige Wort studiert. Lasst sie mit dem Bibelstudium nicht allein. Lest und studiert mit ihnen. Nehmt sie mit in die Jesus-Schule.

Eine Frage der Ausstrahlung

Es stellt sich die Frage nach der Ursache für den Mangel an geistlicher Kraft in den Kirchen. Die Antwort ist: Wir lassen uns vom Wort ablenken. Wenn Gottes Wort als Herzensnahrung aufgenommen, wenn es mit Respekt und Achtung behandelt würde, wären die vielen wiederholten zusätzlichen Aufforderungen überflüssig. Die einfachen Erklärungen der Schrift würden angenommen und umgesetzt werden. Das Wort des lebendigen Gottes ist nicht nur aufgeschrieben, sondern spricht auch zu uns. Gottes Stimme spricht zu uns, als ob wir sie mit unseren Ohren hören könnten. Würden wir das erkennen, mit welch ehrfürchtiger Spannung würden wir Gottes Wort öffnen, mit welch tiefem Ernst seine Seiten durchforschen. Die Lektüre der Heiligen Schrift würde als eine Audienz mit dem Allerhöchsten angesehen werden.

Review and Herald, 31. März 1903


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