• Ein biblisches System zur Verjüngung einer Bewegung: Die 25-50-Regel

    Die 25-50-Regel

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    Was für ein frischer Wind käme in die Evangelisation, wenn erfahrene Pastoren ihre Weisheit als Laien vorbrächten. Von Barnabas Hope

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Montag, 25 Juni 2018 – 06:02 Uhr

Ein biblisches System zur Verjüngung einer Bewegung: Die 25-50-Regel

Die 25-50-Regel

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Was für ein frischer Wind käme in die Evangelisation, wenn erfahrene Pastoren ihre Weisheit als Laien vorbrächten. Von Barnabas Hope

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Ich sitze beim Potluck, esse einen Pfirsichstreusel zum Nachtisch. Mein Gesprächspartner gegenüber am Tisch redet irgendetwas von Sicherheitsmaßnahmen an seinem Arbeitsplatz. Meine Gedanken schweifen ab. Ich schaue ihn an und denke: Der sieht wirklich alt aus. Warum redet er mit mir wie mit einem Gleichaltrigen? Tränensäcke unter den Augen, schütteres Haar, ergrauender Bart. Mitten im Gespräch frage ich: »Wie alt bist du eigentlich?« »Fünfzig«, antwortet er. Plötzlich trifft es mich wie der Blitz: Dieser Mann ist in meinem Alter!

Vor ein paar Monaten postete ein befreundeter Pastor etwas zu seinem bevorstehenden 50. Geburtstag auf Facebook:

»Und der HERR redete mit Mose und sprach: Das ist's, was für die Leviten gilt: Von fünfundzwanzig Jahren an und darüber sollen alle, die zum Heer taugen, ihren Dienst tun in der Stiftshütte, aber von dem fünfzigsten Jahr an sollen sie sich zurückziehen und nicht mehr Dienst tun, sondern nur ihren Brüdern helfen beim Dienst an der Stiftshütte; das Amt aber sollen sie nicht mehr ausüben. So sollst du mit den Leviten tun, dass ein jeder seinen Dienst versehe.« (4. Mose 8,23-26)

Obwohl mein Freund damit vielleicht über eine mögliche Frührente witzelte, habe ich ernsthaft über diese Worte nachgedacht. Was hatte der HERR mit so einem Gebot im Sinn?, fragte ich mich. Vieles aus dem 4. und 3. Buch Mose wird von uns noch heute in Ehren gehalten. Was bedeutet dieses Gebot für uns heute?

Wir halten die Weisung der Torah in vielerlei Hinsicht für weiterhin gültig. Zum Beispiel, wenn es um Zehnten, das Verbot von Tätowierungen, akzeptierte Ehen oder reines und unreines Fleisch geht. Diese Gebote stammen aus den beiden Büchern. Was ist also mit dem Gebot, ab 50 nicht mehr Mitarbeiter, sondern Mentor zu sein?

Während meiner Ausbildung zum Prediger habe ich unzählige Seminare gehört, in denen das Jetro-Prinzip gepriesen wurde – wo Moses Schwiegervater ihn tadelte, weil er die ganze Arbeit selbst machte, und er ihn dann das Volk in Tausend-, Hundert-, Fünfzig- und Zehnschaften aufteilen ließ. Daher kommt nämlich die Idee, dass Kleingruppen zu erfolgreicher Verwaltung beitragen.

Vielleicht ist 4. Mose 8,25 ein weiteres Grundprinzip für gute Leiterschaft, das Gott zum Gedeihen seines Reiches niederlegen ließ.

Stellen wir uns vor, unsere Gemeinde würde diese Idee umsetzen, und alle Prediger des Evangeliums bekämen erst mit 25 Führungspositionen und würden mit 50 gebeten, der Nachfolgegeneration Platz zu machen. Wie anders sähe unsere Weltgemeinde aus, wenn 50-jährige Gemeindeleiter nicht als Hirten fungierten, sondern stattdessen den Jüngeren bei der Leitung der Bewegung assistieren würden! Was wäre, wenn alle Vereinigungs- und Divisionsvorsteher aus den besten 25-50-Jährigen rekrutiert würden und mit 50 alle ihre Pläne beiseite legten, um den Jüngeren als Mentoren bei ihrer Entwicklung zu helfen?

So unpraktisch die Fußwaschung auch ist, wir praktizieren sie, weil sie in der Bibel gelehrt wird. Als der Adventismus noch in den Kinderschuhen steckte, entschied man, dass sie praktiziert würde. Was wäre wenn die 25-50-Regel unsere Norm wäre, weil sie aus Sicht der Bibel praktiziert werden sollte, auch wenn sie unbequem ist? Protestanten auf der ganzen Welt würden unser Leitungsverjüngungssystem beneiden! Niemand würde Machtpositionen über Jahrzehnte innehaben. Alle würden lernen, ihre Aufmerksamkeit auf die Betreuung der Jüngeren zu richten, damit die Bewegung in Windeseile voranschreiten kann. Leiter würden in der Blüte ihrer Amtszeit von Erfolg gekrönt sein und dann zurücktreten und anderen die Fackel überreichen. Eigenartig, aber irgendwie wunderbar! Auch etwas gruselig für alle, die bald 50 werden!

Was würde denn ein Pastor über 50 tun? Wahrscheinlich Zeltmacher werden! Vielleicht wie die Leviten damals teils von der Gemeinde unterstützt werden teils in der säkularen Welt arbeiten. Was für ein frischer Wind käme in die Evangelisation, wenn diese erfahrenen Pastoren ihre Weisheit als Laien vorbrächten. Auf diese Weise gedeihen tatsächlich einige Glaubensgemeinschaften. Sie machen sich ihre Geschäfts- und Fachleuchte nutzbar, indem sie ein Mentorensystem von Ältesten geschaffen und aus ihren bezahlten Geistlichen Trainer für Laienprediger gemacht haben.

Vielleicht bin ich von der 25-50-Regel so begeistert, weil es das ist, was ich gerade mache. GoTential hat mehr als 45 auf dem ganzen Globus verteilte Zeltmacher, und ich darf ihnen als Berater dienen. Sie »tun die Arbeit«, und ich darf sie als ehemaliger Frontmissionar beraten und ihnen assisitieren. Der Gedanke an erfahrene Prediger, die ihren Job an den Nagel hängen, um sich auf die Jüngeren zu konzentrieren, ist wirklich revolutionär. Eigenartigerweise hat Gott sich das ausgedacht – ziemlich fortschrittlich für jemanden, der schon so »alt« ist.

Aus: Adventist Frontiers, April 2018

www.afmonline.org

www.GoTential.org


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