• Der Untergang der Titanic: Wiege ich mich in falscher Sicherheit?

    Wiege ich mich in falscher Sicherheit?

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    Gibt es eine christliche Lehre, die genauso viel Erfolg und Rettung verspricht, wie die Titanic? Können wir uns unsere Lebensroute genauso frei auswählen wie der Kapitän dieses unsinkbaren Schiffes? Von Leola Rosenvold

Montag, 24 Dezember 2018 – 08:25 Uhr

Woran man echte Christen erkennt: Mit Höflichkeit begnadet

Mit Höflichkeit begnadet

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So wichtig und doch so selten voll ausgeprägt. Von Ellen White

Echte Mitarbeiter des Messias haben eine reine Moral, sind integer und vertrauenswürdig sowie weichherzig, mitfühlend und zuvorkommend. Höflichkeit ist eine Umgangsform des Geistes – ein Merkmal des Himmels. Engel geraten nie in Zorn, sind nie neidvoll oder egoistisch. Harsche oder unfreundliche Worte kommen ihnen nie über die Lippen. Wollen wir Partner der Engel sein, geht das nur, wenn wir uns kultiviert und höflich verhalten.

Gottes Wahrheit ist so ausgelegt, dass sie den Empfänger adelt, seinen Geschmack verfeinert und sein Urteilsvermögen heiligt. Niemand kann zu Jesus gehören, wenn ihm der Geist, den Jesus hat, fehlt. Hat er aber seinen Geist, äußert sich das in einer kultivierten, höflichen Einstellung. Sein Charakter wird heilig, sein Verhalten einnehmend, seine Worte ohne Falsch. Er hegt die Liebe, die, statt sich reizen zu lassen, geduldig und freundlich ist, alles hofft und alles erträgt (1. Korinther 13,4-7).

Zuvorkommend wie Jesus

Was Jesus in seinem Leben auf dieser Erde darstellte, ist das Modell für jeden Christen. Er ist unser Vorbild, nicht nur in seiner fleckenlosen Reinheit, sondern auch in seiner Geduld, Freundlichkeit und gewinnenden Art. Wie ein Fels stand er fest, wenn es um Wahrheit und Pflicht ging. Aber er war auch ausnahmslos freundlich und höflich. Er war einfach ein nicht zu übertreffendes Beispiel an Höflichkeit. Stets hatte er einen freundlichen Blick und ein tröstendes Wort für die Bedürftigen und Unterdrückten parat.

Seine Anwesenheit machte die familiäre Atmosphäre reiner. Sein Leben war ein Sauerteig, der mitten unter den verschiedenen Gesellschaftsgruppen am Wirken war. Harmlos und unverdorben bewegte er sich frei unter den Rücksichtslosen, Ungehobelten und Unhöflichen; unter den unfairen Zöllnern, ungerechten Samaritern, heidnischen Soldaten, derben Bauern und bunt zusammengewürfelten Massen. Hier und da sagte er ein mitfühlendes Wort, wenn er müde Menschen unfreiwillig schwere Lasten tragen sah, half er ihnen, ihre Lasten zu tragen, und wiederholte ihnen, was er aus der Natur über Gottes Liebe, Freundlichkeit und Güte gelernt hatte.

Den derbsten und aussichtslosesten Fällen versuchte er Hoffnung einzuflößen: Er sicherte ihnen greifbar zu, dass sie unbescholten und arglos werden könnten, ja dass ihr Charakter sich so verändern könne, dass sie sich als Gotteskinder erweisen würden.

Obwohl Jesus ein Jude war, mischte er sich unter die Samariter und schlug damit die pharisäischen Bräuche seiner Nation in den Wind. Trotz ihrer Vorurteile, nahm er die Gastfreundschaft dieser verachteten Leute an. Er schlief unter ihrem Dach, aß mit ihnen an ihrem Tisch – genoss die Speisen, die ihre Hände vorbereitet hatten und servierten – lehrte in ihren Straßen und behandelte sie mit äußerster Freundlichkeit und Höflichkeit.

Jesus saß als Ehrengast am Tisch der Zöllner. Mit seinem Mitgefühl und seiner geselligen Freundlichkeit zeigte er, dass er die Menschenwürde achtete; und sie bemühten sich dann auch, das in sie gesetzte Vertrauen nicht zu enttäuschen. Für ihre durstigen Seelen waren seine Worte segensreiche, lebenspendende Kraft. So wurden neue Regungen wach. Die gesellschaftlichen Außenseiter sahen plötzlich die Möglichkeit eines neuen Lebens.

Christlicher Weichspüler und goldene Schutzschnalle

Jesu Religion macht alles Harte und Raue im Charakter weich und glättet alles Grobe und Scharfkantige im Verhalten. Diese Religion produziert sanfte Worte und ein gewinnendes Wesen. Lernen wir einfach von Jesus, wie man ein hohes Reinheits- und Moralempfinden mit einem sonnigen Gemüt kombiniert. Ein freundlicher und höflicher Christ ist das überzeugendste Argument für das Evangelium.

Das Prinzip »Liebt einander mit aufrichtiger Zuneigung« (Römer 12,10), ist die absolute Grundlage für familiäres Glück. In jedem Haushalt sollte christliche Höflichkeit herrschen. Sie hat die Macht, Naturen zu erweichen, die andernfalls hart und rau würden. Die Frau und Mutter kann ihren Mann und ihre Kinder mit starken Banden an sich binden, wenn sie ausnahmslos einfühlsam und höflich in ihren Worten und ihrem Verhalten ist. Christliche Höflichkeit ist die goldene Schnalle, die die Familienglieder mit dem Band der Liebe zusammenhält, die jeden Tag enger und stärker wird.

Geradlinigkeit und Moral allein reichen nicht

Wer sagt, er folge Jesus nach, gleichzeitig aber rau, unfreundlich und unhöflich in Worten und Taten ist, hat bei Jesus nichts gelernt. Ein polternder, herrischer, nörgelnder Mensch ist kein Christ; denn als Christ ist man Christus gleich. Das Verhalten einiger angeblicher Christen ist so unfreundlich und unhöflich, dass man auch über ihre guten Seiten schlecht redet. Zwar mag an ihrer Aufrichtigkeit kein Zweifel bestehen, ihre Rechtschaffenheit mag unbestritten sein; aber Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit alleine machen die fehlende Freundlichkeit und Höflichkeit nicht wett. Ein wahrer Christ ist sowohl verständnisvoll als auch treu, sowohl mitleidsvoll und höflich als auch rechtschaffen und ehrlich.

Höflichkeit in herausfordernden Situationen

Freundliche Worte sind wie Tau und sanfte Schauer für die Seele. Die Schrift sagt von Jesus, dass Gnade ausgegossen war über seine Lippen (Psalm 45,3), damit er »wisse mit dem Müden zur rechten Zeit zu reden« (Jesaja 50,4). Und der HERR fordert uns auf: »Eure Worte sollen immer freundlich sein«, »dann werden [sie] denen, an die sie gerichtet sind, wohl tun« (Kolosser 4,6; Epheser 4,29 NGÜ).

Manche, mit denen du in Kontakt kommst, sind vielleicht rau und unhöflich; aber sei du deshalb nicht weniger höflich. Wer seine eigene Selbstachtung bewahren möchte, ist besser vorsichtig, dass er nicht unnötigerweise die Selbstachtung anderer verletzt. Diese Regel ist heilig, auch wenn wir es mit den Begriffsstutzigsten und Tollpatschigsten zu tun haben. Wissen wir, was Gott mit diesen scheinbar aussichtslosen Fällen noch vor hat? Er hat in der Vergangenheit Menschen gerufen, deren Fall nicht aussichtsloser war als ihrer, und hat ein großes Werk durch sie getan. Sein Geist wirkte am Herzen und brachte eine erstaunliche Dynamik in jede Fähigkeit. Der HERR sah in diesen rauen, unbehauenen Steinen kostbares Material, das dem Sturm, der Hitze und dem Druck standhalten würde. Gott sieht mit anderen Augen als der Mensch. Er beurteilt nicht das Äußere, sondern erforscht das Herz und richtet recht.

Fast unwiderstehliche Ausstrahlung

Wahre Höflichkeit vermischt mit Wahrheit und Recht macht das Leben nicht nur sinnvoll, sondern auch schön und attraktiv. Freundliche Worte, sympathische Blicke, ein fröhliches Gesicht, verleihen dem Christen eine Ausstrahlung, der man kaum widerstehen kann. In Selbstvergessenheit, im Licht und Frieden und Glück, die er ständig anderen zuteil werden lässt, findet er wahre Freude.

Vergessen wir uns also selbst und halten nach Gelegenheiten Ausschau, wo wir anderen eine Freude machen, ihnen Erleichterung bringen können, indem wir ihnen etwas Gutes tun und ihnen in selbstloser Liebe begegnen! Sprich das unfreundliche Wort einfach nicht aus! Zeige liebevolles Mitgefühl, statt Gleichgültigkeit gegenüber dem Glück anderer! Diese aufmerksamen Höflichkeiten, mit denen man am besten daheim beginnt, um sie dann weit über den Familienkreis hinaus auszudehnen, haben einen großen Anteil am Gesamtglück des Lebens. Vernachlässigt man sie, trägt man nicht unerheblich zur Lebenslast bei.

»The Grace of Courtesy«, in: Signs of the Times, 16. Juli 1902


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