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    Gott kennt Auswege. Von Kai Mester

Montag, 09 November 2020 – 08:42 Uhr

Bedeutung der persönlichen Öffentlichkeitsarbeit: Wie geht Literaturmission im digitalen Zeitalter?

Wie geht Literaturmission im digitalen Zeitalter?

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Es gibt viele Wege zum Herzen, aber nur einen Geist, der Herzen gewinnt. Von Ellen White

[In der Frühzeit der Adventisten war ein »Canvasser« eine Person, die den Erstkontakt zu Menschen außerhalb der Gemeinde herstellte. Sie warben Abonnenten für adventistische Zeitschriften und boten Bücher zum Verkauf an. Personen, die aktiv Mitglieder, Wähler oder Unterstützer suchten, ob politisch oder missionarisch, waren Canvasser.

Das Wort Canvasser könnte man auch mit Erkunder oder Sondierer übersetzen. Es beschreibt eine Person, die getrieben von Gottes Liebe Menschen für sein Reich sucht.

In diesem Artikel wurde auf die traditionelle Übersetzung »Buchevangelist« verzichtet. Denn in unserer Zeit werden Erstkontakte oft über digitale Kanäle hergestellt. Man abonniert zum Beispiel viel häufiger einen YouTube-Kanal oder einen Facebook-Freund als eine Zeitschrift. Auch ist in unserem Kulturkreis das Hausieren – anders als im englischsprachigen Raum – nicht überall gleich willkommen.

Um ein Bewusstsein für die vielfältige Form zu bewirken, in der sich die folgenden Empfehlungen von Ellen White umsetzen lassen, wurde Canvasser mit Laienmissionar oder kontaktfreudige Laien übersetzt und Anregungen in eckige Klammern eingefügt.]

Gerade die Themen, die wir der Welt bringen, brauchen mehr Publicity. Die Literatur, die das Licht enthält, das Gott gegeben hat, muss unter die Leute gebracht werden.

Laienmissionare sollten sich bewusst machen, dass ihre Tätigkeit genau ihrem göttlichen Auftrag entspricht. Die Arbeit des Laienmissionars besteht darin, der Welt so schnell wie möglich das Licht zu bringen, das Gott gegeben hat. Publikationen [auch Posts in Social Media] werden eine weitaus größere Arbeit leisten als bei der Wortverkündigung überhaupt möglich; denn kontaktfreudige Laien erreichen eine Klasse, die von Geistlichen nicht erreicht werden können, die das Wort und die Lehre predigen. Mir wurde deutlich gemacht, dass in Bereichen, wo heute ein Laie aktiv ist, hundert nötig wären. Ermutigt Freiwillige, die Arbeit anzupacken, nicht mit kleinen Geschichtenbüchern [und Anekdoten]. Bringt vielmehr die Texte unter die Leute, die in dieser Zeit so wichtig sind.

Wächter

Der HERR wird denen beistehen, die unbeirrbar und mit Hingabe aktiv sind. Die Zeit ist gekommen, in der die Laien ein großes Werk tun dürfen. Als Wächter läuten sie die Glocke, um die Schlafenden vor der Gefahr zu warnen. Die Arbeit ist groß; die Welt schläft, und die Kirchen ahnen nichts von der Zeit ihrer Heimsuchung. Wie können sie die Wahrheit am besten erfahren? Durch den Einsatz der Laien [auch YouTuber]. Auf diese Weise kommt die Literatur auch zu denen, die sonst nie die Wahrheit hören würden. Alle, die im Namen des HERRN voranschreiten, sind seine Boten, um der Welt die gute Nachricht zu bringen, dass der Messias uns rettet, indem Gottes Richtlinien beherzigt werden.

Jeder hat seine Aufgabe

Die Massen tappen im Dunkeln und im Irrtum umher. Der HERR möchte die Welt durch die Wahrheit hell erleuchten. Jeder Mensch hat eine Aufgabe bekommen. Jeder darf anpacken! Alle, die sich Gott als Laienmissionare weihen, verkünden der Welt die letzte Warnungsbotschaft. Man wird sie nach der Wahrheit fragen, sodass sie Gelegenheit haben, das Wort Gottes zu erklären. Bei dieser mobilen Arbeit werfen sie immer wieder helles Licht auf den Weg derer, die sich in der Finsternis des Irrtums befinden.

Vorbereitung auf den Dienst als Geistlicher

Wer sich zum Dienst als Evangeliumsdiener eignet, sammelt durch keine andere Arbeit so viel Erfahrung, wie wenn sie neue Kontakte knüpfen und Literatur [Links, Videos etc.] empfehlen. Alle, die nach Gelegenheiten zum echten Dienen suchen und sich vorbehaltlos dem HERRN hingeben wollen, finden in dieser Arbeit Gelegenheit, über viele Dinge zu sprechen, die das zukünftige ewige Leben betreffen.

Dem Beispiel des Meisters folgen

Lehrpunkte sollte der Laienmissionar den Menschen nicht aufdrängen. Stellen die Menschen aber selbst Fragen, gebt ihnen »Rechenschaft über die Hoffnung, die in euch lebt; tut es jedoch mit Sanftmut und Furcht« (1. Petrus 3,15.16 MENG). Mit welcher Furcht? Furcht davor, dass man euren Worten Selbstgefälligkeit anmerkt oder ihr unangebrachte Dinge sagt. Eure Worte und eure Umgangsformen dürfen denen von Jesus ähneln.

Engel wirken mit

Betet und arbeitet! Durch demütiges Beten in der Art des Messias erreicht man mehr als durch viele Worte ohne Gebet. Wird die Arbeit in aller Schlichtheit getan, dann wirkt der HERR mit den Laien zusammen. Der Heilige Geist wird die Leute durch ihn ebenso beeindrucken, wie er die Leute durch die von Gott berufenen Amtsträger beeindruckt, durch die Prediger seines Worts. Die heiligen Engel dienen dem genauso, der auf Texte hinweist, die den Menschen die Wahrheit vor Augen führen.

Keine Zeit zu verlieren

Männer und Frauen können erfolgreich zusammenarbeiten, wenn ihnen die Arbeit des HERRN am Herzen liegt und sie den Menschen dienen, die die Wahrheit für diese Zeit nicht kennen. Sie erheben ihre warnende Stimme auf den [Daten-]Nebenstraßen und Autobahnen, um ein Volk auf den großen Tag Gottes vorzubereiten, der bald über die Welt hereinbrechen wird. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Machen wir Mut zu dieser Arbeit. Wer wird unsere Texte unter die Leute bringen? Lest das sechste Kapitel in Jesaja und verinnerlicht seine Botschaft.

»Hier bin ich; sende mich«

»Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den HERRN Zebaoth, gesehen mit meinen Augen. Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei. Und ich hörte die Stimme des HERRN, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich!« (Jesaja 6,5-8)

Botschaften des Friedens und des Trostes

Diese Szene wird sich immer wieder ereignen, wenn die kontaktfreudigen Laien sich dicht an Jesu Seite halten, sein Joch tragen und täglich von ihm lernen, wie man den Trauernden, Enttäuschten, Traurigen und den gebrochenen Herzen Frieden und Trost spendet. Indem der Gesalbte, der große Lehrer, sie mit seinem eigenen Geist durchdringt, gibt er ihnen das Rüstzeug für ein gutes und wichtiges Werk mit.

Wiederbelebung des Geistes früherer Tage

Diese Arbeit hat in letzter Zeit nicht den Geist und das Leben geatmet, wie es durch ihre Vorreiter einst in ganz besonderer Weise geschah. Akribischer Einsatz ist erforderlich; es braucht Anleitung und ein ständiges Bewusstsein für die Bedeutung dieser Arbeit; alle brauchen den Geist der Selbstverleugnung und Selbstaufopferung, den uns unser Erlöser vorgelebt hat.

Der unsichtbare Helfer

Der Herr Jesus, der den Schriften-[und Web-]missionaren zur Seite steht und mit ihnen geht, ist der Vorarbeiter. Der Heilige Geist an ihrer Seite leitet seine Mitarbeiter genau im richtigen Augenblick, gesetzt den Fall, Jesus wird als der erkannt, der bei ihnen ist und den Weg bahnt. So kann jeder Mitarbeiter die heilige Wahrheit weitergeben, indem er die entsprechenden Texte in die Familien bringt.

Wenn die Wahrheit, die in diesen Texten erklärt wird, zu seiner eigenen Erfahrung wird und sich in seinem Charakter entfaltet, werden auch seine Stärke, sein Mut und sein Leben davon geprägt sein. Die gewonnene Erfahrung wird ihm mehr Nutzen bringen als alle Vorteile, die er sonst durch eine theologische Ausbildung erhalten würde. Es ist die Begleitung durch Gottes heiligen Geist, die die Mitarbeiter, Männer wie Frauen, darauf vorbereitet, Hirten von Gottes Herde zu werden. Wenn sie nicht vergessen, dass Jesus ihr Begleiter ist, werden sie in allen schwierigen Erfahrungen und Prüfungen ein heiliges Staunen und eine heilige Freude empfinden. Sie werden lernen, wie sie während der Arbeit beten können. Geduld, Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft werden in ihnen wachsen, wo sie auch sein mögen. Wahre christliche Höflichkeit wird sie immer mehr kennzeichnen. Denn sie wissen, dass Jesus, ihr Gefährte, weder harte, unfreundliche Worte noch Gefühle gutheißen würde. Ihre Worte sind gut überlegt. Sie betrachten die Redegabe als kostbares Talent, das ihnen für die Erfüllung einer hohen, heiligen Aufgabe verliehen wurde. Der menschliche Agent repräsentiert schließlich seinen göttlichen Gefährten, mit dem er verbunden ist. Diesem unsichtbaren, heiligen Gefährten erweist er Respekt und Ehrfurcht, weil er mit Jesus im selben Joch läuft und seine reinen, heiligen Methoden und Verhaltensweisen lernt.

Wer diesem göttlichen Begleiter glaubt und vertraut, wird sich weiterentwickeln. Er wird die Fähigkeit bekommen, die Wahrheit in ein göttliches, heiliges und wunderschönes Licht zu tauchen. Bei aller erforderlichen Selbstverleugnung und Selbstaufopferung, bei all den unangenehmen Dingen, die sich ereignen, darf er sich stets bewusst machen, dass er mit Jesus verbunden ist. Er hat Anteil an seinem Geist der Geduld, Nachsicht, Freundlichkeit, Selbstverleugnung und Selbstaufopferung. Dieser Geist schenkt ihm Raum und Erfolg bei der Arbeit, denn der Messias verschafft ihm Eingang in die Familien. Er lässt sich nicht so leicht zurückweisen; denn er weiß, dass jede Familie die Anleitung braucht, die in diesen Texten enthalten ist.

Der Auftrag der Stillen Boten

Einige werden die Texte [und Videos] auf den Wohnzimmertisch legen [oder sich als Lesezeichen hinterlegen], aber nur selten hineinschauen. Doch das ändert sich, sobald sie Probleme haben. Vielleicht zieht Krankheit in ihr Haus ein. Dann werden sie diese Texte suchen, und die Betroffenen werden Ruhe und Frieden finden, in Jesus einschlafen und in seiner Liebe ruhen, weil er ihnen ihre Sünden vergeben hat und er ihnen kostbar geworden ist. Das haben viele bezeugt. Der HERR arbeitet mit seinen selbstverleugnenden menschlichen Mitarbeitern zusammen. Seine eigene Gesinnung, sein eigener Geist, wird ihnen mitgegeben.

Wer wird antworten?

Gott hat seine Mitarbeiter in jedem Zeitalter. Der Ruf der Stunde wird von Freiwilligen beantwortet. So wird es sein, wenn die göttliche Stimme rufen wird: »Wen soll ich senden? und wer wird für uns gehen?« Die Antwort wird lauten: »Hier bin ich; sende mich.« Der HERR verleiht jedem Mann und jeder Frau, die mit der göttlichen Macht zusammenarbeiten wollen, die nötige Diensttauglichkeit. In unserer Welt ist ein großes Werk zu tun. Auf den Ruf werden sich sicher Freiwillige melden. Alles erforderliche Talent, der Mut, die Ausdauer, der Glaube und das Taktgefühl erhalten sie, sobald sie die Rüstung anlegen. Die Welt braucht die Warnung. Wenn der Ruf ertönt: »Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?«, antwortet klar und deutlich: »Hier bin ich; sende mich!«

Review and Herald, 7. November 1899


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