• Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 59): Auf Tuchfühlung mit dem Grab!

    Auf Tuchfühlung mit dem Grab!

    Hängende Särge von Sagada, Philippinen :: Adobe Stock - flocu

    Wenn die Angst endlich weicht. Von John Holbrook

Freitag, 28 September 2018 – 06:24 Uhr

Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 59): Auf Tuchfühlung mit dem Grab!

Auf Tuchfühlung mit dem Grab!

Hängende Särge von Sagada, Philippinen :: Adobe Stock - flocu

Wenn die Angst endlich weicht. Von John Holbrook

Hinten im Auto gab es ein Gerangel, dann ein peinliches Kichern. Ich schaute nach hinten: Alle meine Mitfahrer drängelten sich auf der rechten Seite des Wagens.

»Was ist los?«, fragte ich und hielt am Straßenrand. »Warum drängeln sich alle auf der rechten Seite?«

Eines der älteren Mädchen sagte: »Pagos Mutter ist letzte Woche gestorben und liegt da drüben auf der linken Straßenseite begraben. Alle haben Angst vor ihrem Grab.«

Ich ließ mich in den Sitz zurückfallen und kämpfte gegen eine Welle der Verzweiflung. Wie viele Jahre hatte ich diese Leute über den Zustand der Toten aufgeklärt? Ich war auch sicher, dass sie es mit ihrem Glauben ernst meinten. Aber Glaubensüberzeugungen ändern doch oft nicht die mentalen Tiefenstrukturen, die unsere automatischen Reaktionen in bedrohlichen Situationen steuern. Mir wurde klar, dass Glaubenspunkte niemals ihre Angst besiegen würden, nur eine Erfahrung war dazu in der Lage.

»Komm mit«, sagte ich zu dem Mädchen.

»Du willst doch nicht zu dem Grab, oder?«, rief sie mit weit aufgerissenen Augen.

»Wo ist Pagos Mutter?«, fragte ich sie und ging voran.

»Sie ist tot. Es ist so, als ob sie schläft.«

»Was befindet sich dann in diesem Grab?«, fragte ich und ging noch näher.

»Nur ihr Körper, der wieder zu Erde wird«, erwiderte sie.

»Wovor habt ihr also Angst?«

»Die Geister machen uns Angst.«

»Haben sie über einen Christen Macht?«, fragte ich, nahm sie an der Hand und zog sie zu dem Erdhügel.

»Nein, wir können ihnen im Namen und der Macht Jesu gebieten«, sagte sie und zitterte ein wenig.

»Du berührst gerade das Grab. Was spürst du?«

»Nichts«, antwortete sie überrascht.

»Was geschieht mit dir?«

»Nichts«, erwiderte sie erneut und fing an übers ganze Gesicht zu grinsen. »Ich habe auch keine Angst mehr! Wow!«

An jenem Abend flitzte die junge Dame aufgeregt von Haus zu Haus und erzählte ihren Verwandten, dass sie doch tatsächlich ein Grab berührt habe. »Es gibt wirklich keinen Grund, Angst zu haben!«, rief sie. »Ich wusste es zwar, aber irgendwie konnte ich die Angst halt nicht überwinden. Jetzt, wo John mir geholfen hat, die Wahrheit selbst zu erleben, ist die Angst endlich verschwunden!«

Aus: Adventist Frontiers, 1. August 2018, 1. August 2018

Adventist Frontiers ist eine Publikation von Adventist Frontier Missions (AFM).
AFM hat es sich zum Ziel gesetzt, einheimische Bewegungen ins Leben zu rufen, die Adventgemeinden in unerreichten Volksgruppen gründen.

JOHN HOLBROOK wuchs im Missionsfeld auf. Er half seiner Familie eine Gemeindegründungsbewegung unter dem Alanganvolk in den Bergen der philippinischen Insel Mindoro zu initiieren. Seit 2011 setzt John seine Fähigkeiten und seine Erfahrung ein, um das Evangelium den abgeschotteten Tawbuid-Animisten zu bringen, einem Stamm, der in der Nachbarschaft der Alangan lebt.

www.afmonline.org


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