• Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 66): Zu viel Liebe?

    Zu viel Liebe?

    Flagge der Orientalische Mindoro-Provinz von Philippinen :: Adobe Stock - Oleksii

    Vom Nachteil der Kurzzeitmission. Von John Holbrook

Freitag, 15 November 2019 – 05:52 Uhr

Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 66): Zu viel Liebe?

Zu viel Liebe?

Flagge der Orientalische Mindoro-Provinz von Philippinen :: Adobe Stock - Oleksii

Vom Nachteil der Kurzzeitmission. Von John Holbrook

»Sie lieben uns zu sehr!«

»Was?« fragte ich bestürzt. »Wie könnte man dich und deinen Stamm zu sehr lieben?

«Es war Sabbatnachmittag und ich sprach gerade mit Ramon über eine Gruppe von Adventisten, die kürzlich unseren Stamm besuchten, um ihnen Hilfsgüter zu bringen und ihnen zu predigen. Gott hat Ramon Salomos Weisheit, Daniels Staatskunst und Moses Führungsqualitäten verliehen. Was also konnte er damit meinen, wenn er sagte, diese Missionsgruppe habe sie zu sehr geliebt?

»Diese Kurzzeit-Missionsgruppen besuchen uns jetzt schon seit Jahren immer wieder«, erklärte Ramon. »Ich weiß, dass sie es gut meinen, aber sie helfen uns nicht wirklich. Sie kommen und sagen: ›Oh, ihr armen Kerle!‹ Aber etwas Nützliches lehren sie uns nicht.

Missionare wie deine Familie hingegen bleiben lange. Ihr bringt uns etwas bei. Ihr erzählt uns auch manches, was uns manchmal ärgert. Aber es ist wahr und wichtig für uns. Ihr verschwindet nicht, wenn wir wütend werden und euch die kalte Schulter zeigen. Ihr haltet durch, und schließlich denken wir an das, was ihr uns gesagt habt. Dann macht es Klick und wir lernen, uns positiv zu verändern.

Man könnte also fast sagen, dass diese Kurzzeit-Missionsgruppen uns zu sehr lieben. Sie lieben uns zu sehr, um die schmerzliche Wahrheit zu sagen. Sie lieben uns zu sehr, um uns die Wachstumsschmerzen zuzufügen, die uns wirklich helfen.«

Aus: Adventist Frontiers, 1. November 2019

Adventist Frontiers ist eine Publikation von Adventist Frontier Missions (AFM).
AFM hat es sich zum Ziel gesetzt, einheimische Bewegungen ins Leben zu rufen, die Adventgemeinden in unerreichten Volksgruppen gründen.

JOHN HOLBROOK wuchs im Missionsfeld auf. Er half seiner Familie eine Gemeindegründungsbewegung unter dem Alanganvolk in den Bergen der philippinischen Insel Mindoro zu initiieren. Seit 2011 setzt John seine Fähigkeiten und seine Erfahrung ein, um das Evangelium den abgeschotteten Tawbuid-Animisten zu bringen, einem Stamm, der in der Nachbarschaft der Alangan lebt.

www.afmonline.org


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