• Richtig erziehen: Fünf Tipps für Eltern

    Fünf Tipps für Eltern

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    Das echte Kindeswohl im Auge. Von Ellen White

Montag, 30 September 2019 – 08:01 Uhr

Richtig erziehen: Fünf Tipps für Eltern

Fünf Tipps für Eltern

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Das echte Kindeswohl im Auge. Von Ellen White

Die schönste Aufgabe für Männer und Frauen ist seit jeher die Arbeit mit jungen Menschen. Wenn ihre Unterweisung abwechslungsreich gestaltet wird, können ihre hohen und edlen Verstandeskräfte geweckt werden. Eltern und Lehrer werden Kinder aber nur dann richtig erziehen, wenn sie zuerst selbst Selbstbeherrschung, Geduld, Nachsicht, Sanftmut und Liebe gelernt haben. Eltern, Pflegeeltern und Lehrer befinden sich in einer äußerst wichtigen Position! Nur sehr wenige sind sich im Klaren über die elementaren mentalen Bedürfnisse und wie man die erwachende Vernunft sowie die dichter werdenden Gedanken und Gefühle junger Menschen richtig leitet …

1. Zur Selbstständigkeit erziehen

Kinder brauchen weder daheim noch in der Schule eine Dressur wie Tiere, die nicht sprechen können; denn Kinder haben einen intelligenten Willen, der unter Anleitung lernen kann, alle Fähigkeiten zu koordinieren. Tiere brauchen Dressur, weil ihnen Vernunft und Verstand fehlt. Der menschliche Geist aber braucht vor allem Selbstkontrolle. Wird er dazu erzogen, kann er den ganzen Menschen regieren. Tiere werden hingegen von ihrem Herrn regiert und darauf trainiert, sich ihm unterzuordnen. Der Herr denkt, urteilt und entscheidet für sein Tier. Auch ein Kind lässt sich so erziehen, dass es keinen eigenen Willen hat, ja dass seine ganze Persönlichkeit in der des Erziehers aufgeht. Dann ist sein Wille dem Willen des Lehrers völlig unterworfen.

Kinder, die so erzogen werden, werden immer zu wenig moralische Energie und Eigenverantwortung haben … Sie wurden ohne Rücksicht auf ihre individuelle Verfassung und Geistesfähigkeit geführt und erzogen … Die Kinder vieler Familien scheinen wohlerzogen zu sein, solange sie von ihren Eltern geführt werden. Wenn das System jedoch aufgelöst wird, deren festen Regeln sie sich unterordnen mussten, sind sie anscheinend unfähig, selbst zu denken, zu handeln oder zu entscheiden. Unter eisernem Regiment wurde bei diesen Kindern selbstständiges Denken und Handeln unterdrückt, wo es absolut angebracht gewesen wäre, bis sie so unsicher sind, dass sie keine eigene Meinung haben und ihrem eigenen Urteil nicht trauen …

2. Vertrauen wecken

Andererseits wäre es unklug, junge Leute völlig unabhängig vom Urteil ihrer Eltern und Lehrer denken und handeln zu lassen. Kinder werden nur dann den Stürmen des Lebens trotzen, wenn sie gelernt haben, auf erfahrenen Rat zu achten, sich von Eltern und Lehrern Anleitung zu holen und sich die Weisheit ihrer Eltern und Lehrer zu Eigen zu machen …

Eltern und Lehrer laufen Gefahr, zu viel vorzugeben und zu diktieren und zu wenig Zeit mit ihren Kindern oder Schülern zu verbringen. Sie sind zu zurückhaltend und üben ihre Aufgabe so kühl und wenig mitfühlend aus, dass sie die Herzen ihrer Kinder und Schüler nicht gewinnen. Wenn sie die Kinder eng um sich scharen würden, ihnen zeigten, dass sie sie gern haben und sich für ihre Ziele und Freuden interessierten, ja manchmal ein Kind unter Kindern wären, würden sie ihre Kinder sehr glücklich machen und ihre Liebe und ihr Vertrauen gewinnen. Dann würden die Kinder ihre Eltern und Lehrer schon bald achten und lieben …

3. Naturverbundenheit und körperliche Arbeit fördern

Kleine Kinder lässt man am besten wie die Lämmer frei und glücklich draußen herumlaufen. Dann haben sie die größte Chance, eine gesunde Konstitution zu entwickeln.

Optimal wäre es, wenn Eltern die einzigen Lehrer ihrer Kinder sind, bis diese das Alter von acht oder zehn Jahren erreicht haben … wenn das einzige Klassenzimmer dieser Kinder unter freiem Himmel wäre – mitten in blühenden Blumen und der schönen Landschaft in der Natur –, wenn ihr einziges Schulbuch die Schätze der Natur wären. So würde sich der Unterricht den Kindern auf unvergessliche Weise einprägen.

Wenn Kinder und Jugendliche viel an der frischen Luft sind und ihre Beschäftigung und Vergnügung gut organisiert wird, werden sie gesund, fröhlich und lebhaft bleiben. Ihre Muskeln und ihr Gehirn wird sich gut entwickeln. Kinder und Jugendliche, die den ganzen Tag in der Schule sitzen müssen und nichts als Bücher kennen, können keinen gesunden Körper haben. Denn beim Studieren konzentriert sich im Gehirn zu viel Blut, weil sie sich nicht genug körperlich bewegen. Dadurch gerät der Kreislauf aus dem Gleichgewicht. Arme und Beine werden zu wenig durchblutet. Daher ist es empfehlenswert, das Studieren auf feste Zeiten zu begrenzen und einen Teil der Zeit körperlich zu arbeiten. Sind dann noch die Ess-, Kleidungs- und Schlafgewohnheiten junger Menschen mit den Naturgesetzen in Einklang, können sie eine hohe Bildung erlangen, ohne ihre körperliche und psychische Gesundheit zu opfern …

4. Auf Gefahren vorbereiten

Bereitet Kinder auf Versuchungen, Schwierigkeiten und Gefahren vor. Bringt ihnen Selbstbeherrschung bei und wie man Schwierigkeiten überwindet. Wenn sie sich nicht absichtlich in Gefahr und unnötigerweise in Versuchung begeben, wenn sie bösen Einflüssen und verdorbener Gesellschaft aus dem Weg gehen, werden sie Charakterstärke haben, für das Rechte einstehen und ihren Grundsätzen treu bleiben. Natürlich können sie es manchmal nicht verhindern, in gefährliche Gesellschaft zu geraten … Wenn sie aber Gottvertrauen gelernt haben, werden sie moralische Kraft haben und auch die schwierigste Prüfung bestehen …

5. Zeit fürs Gebet und Zeit für die Kinder

Wenn Eltern erkennen würden, was für eine erschreckende Verantwortung Kindererziehung mit sich bringt, würden sie mehr Zeit im Gebet verbringen und weniger mit unnötigen Äußerlichkeiten. Sie würden nachdenken und studieren und Gott inständig um Weisheit und Beistand bitten, damit sie ihre Kinder zu seinem Wohlgefallen erziehen könnten. Es wäre ihnen nicht mehr so wichtig, ihre Kinder so zu erziehen, dass sie von allen gelobt und ausgezeichnet werden …

Es ist also sehr wichtig, dass die Eltern den Kopf so frei wie möglich haben von den verwirrenden und ermüdenden Sorgen dieser Welt, sonst können sie nicht mit ruhiger Überlegung, Weisheit und Liebe nachdenken, handeln und die Rettung ihrer eigenen Kinder zu ihrem obersten und wichtigsten Ziel machen! Das große Ziel in der Erziehung ist es, unseren lieben Kindern zu innerem Schmuck zu verhelfen. Eltern können es sich nicht leisten, dass Besucher und Fremde zu viel Aufmerksamkeit beanspruchen. Das würde ihnen genau die Zeit und damit das wichtigste Lebenskapital rauben, die ihre Kinder jeden Tag brauchen. Nur mit geduldiger Unterweisung kann sich ihr Geist richtig entwickeln. Dieses Leben ist zu kurz, um es mit leeren und unbedeutenden Freizeitbeschäftigungen, fruchtlosen Besuchen, sinnlosen Äußerlichkeiten oder aufregenden Vergnügungen zu verschwenden …

Eine Zusammenstellung aus: Testimonies for the Church, Mountain View, CA: Pacific Press Publishing Association, (1904/1948), Band 3, Seite 131-160.


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