Sonntag, 08 Dezember 2019 – 18:49 Uhr

Sieben Tipps zum Entschärfen einer Zeitbombe: Wie kommt man mit einem schwierigen Mann aus?

Wie kommt man mit einem schwierigen Mann aus?

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Es gibt Hoffnung. Von Sally Hohnberger

»Jesus aber blickte sie an und sprach: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott! Denn bei Gott sind alle Dinge möglich.« (Markus 10,27)

Von schwierigen Männern gibt es im Wesentlichen zwei Sorten: starke und sanfte. Jeder Mann ist entweder mehr Luther oder mehr Melanchthon, mehr Elia oder mehr Elisa. Sowohl die starken als auch die sanften haben ihre Stärken und Schwächen. Ein starker Mann kann ein Luther oder ein Hitler sein, ein sanfter Mann ein Elisa oder ein Ahab. Es kommt darauf an, ob er gottergeben ist oder nicht.

Der starke Mann

Der starke Mann ist eine Führernatur. Er ist entschlossen, setzt sich durch und bringt gutes Geld nach Hause. Er hält Autos und Maschinen in Schuss und kümmert sich um die Reparaturen am Haus, ohne dazu aufgefordert zu werden. In seinem Berufsleben ist er eigenmotiviert.

Ein starker Mann ist aber auch auf unangenehme Weise stark. Der typische starke Mann bevormundet und entwürdigt seine Frau. Er sagt ihr frei heraus, was sie tun soll, spricht lauter und länger als sie, dreht sich die Argumente zu seinen Gunsten hin und meint, er habe immer Recht – auch wenn er Unrecht hat. Seiner Frau fehlen diese »Fertigkeiten«. Sie kann sich nicht mit ihm messen, fühlt sich abgewertet und beherrscht. Wenn es nur um seine Bedürfnisse geht und ihm ihre Bedürfnisse egal sind, dann melden sich ihre Gefühle irgendwann laut und deutlich zu Wort mit der Botschaft: Er liebt mich nicht mehr.

Ich kenne eine Frau, deren Wohnung immer ordentlich und sauber ist, die sich vorbildlich um ihre lebhaften 5 Kinder kümmert, selber kocht und sich alle Mühe gibt, ihren Mann zu lieben und ihm zu dienen.

Doch wenn er nach Hause kommt, erwartet er ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Muss sie sich mal fünf Minuten um den Kleinen kümmern oder schreit das Baby, weil es eine frische Windel braucht, dann signalisiert ihr Mann ihr gleich, dass sie eine schlechte Frau und Mutter ist: »In einer Woche würde ich das hier auf Vordermann bringen. Wäre ich zu Hause, wären die Kinder leise und gehorsam.«

Unrealistische Erwartungen sind Gift für die Liebe! Sie kann dem Baby das Schreien nicht verbieten, wenn ihm etwas fehlt. Und um den Kleinen muss sie sich auch dann kümmern, wenn der Vater zu Hause ist. Keine Frau möchte bevormundet oder entwürdigt werden. Wie kommt man mit so einem schwierigen Mann aus? Hätte man lieber einen sanfteren Mann heiraten sollen?

Der sanfte Mann

Der sanfte Mann ist nicht so aufdringlich. Er ist gelassen, sorglos, ein guter Zuhörer. Diese Eigenschaften klingen ja wie der Himmel auf Erden! Wirklich? Wenn Gott uns nicht ausbalanciert, hat jede Stärke auch seine Schattenseite.

Ein verträglicher Mann ist meist vergesslich und zögerlich. Entscheidungen fallen ihm schwer. Er hat so viel Angst vor falschen Entscheidungen, dass er sie seiner Frau überlässt. Wenn dann etwas schief geht, gibt er ihr auch noch die Schuld dafür. Er verdient oft nicht viel Geld. Reparatur- und Wartungsarbeiten sind für ihn eher optional als unerlässlich. Er ist lieber spontan.

Oft heiratet er eine Frau, die das Gegenteil ist. So reagieren sie unterschiedlich im Alltag. Sie erledigt gern alles so schnell wie möglich, damit es geklärt ist. Er lässt die Dinge lieber offen. Sie erledigt alles gern pünktlich und nach Plan. Er möchte flexibel bleiben. Sie steht morgens ganz früh auf, um viel leisten zu können. Er schläft gerne aus.

Sie ist das »Arbeitstier« und trägt den Großteil der Last. Da beide arbeiten, macht sie eine Liste und teilt die Haushaltspflichten auf. Dadurch fühlt er sich aber kontrolliert und wehrt sich. Sie schmollt wegen der zusätzlichen Pflichten, die an ihr hängen bleiben, weil er zu nachlässig ist. Ist das nicht für beide eine schwierige Situation?

Der liebenswerte Mann ist herzensgut, aber wegen seiner Freundlichkeit ist er auch oft »down«, und während er in depressiven Gedanken versumpft, geht daheim natürlich nichts vorwärts.

Seine Frau fühlt sich isoliert. Sie denkt: »Dies darf ich nicht sagen … das auch nicht … er ist damit überfordert.« Also geht sie Konflikten aus dem Weg, um nur ja die äußere Harmonie nicht zu stören. Sie hasst die Mauer des Schweigens und wünscht sich, er würde sie mal durchbrechen. Was für eine Situation!

Wo liegt die Lösung, wenn auch ein sanfter Mann schwierig ist?

Lösung 1
Mach Gott zu deinem himmlischen Lebensgefährten!

Er ist immer da, hat ein offenes Ohr und ein verständnisvolles Herz für dich. Er ist deine Stütze, trägt dich, wenn dein Mann dich nicht stützen kann. Lerne seine beratende Stimme zu erkennen und ihr zu folgen!

Lösung 2
Lass dich von negativen Gefühlen befreien!

Einmal kämpfte ich mit ziemlich heftigen Gefühlen. Denn Jim hatte kein Verständnis für meine Probleme mit der Esssucht. Ich rannte die Treppen hinunter nach draußen und brach in Tränen aus. »HERR, Jim muss mich verstehen. Er versteht mich nicht. Aber er hat mich einfach zu verstehen!«

Gott sagte: »Dafür verstehe ich dich!« In diesem Augenblick war das Vertrauen da. »Wenn Gott mich versteht, dann kann ich damit leben, dass Jim mich nicht versteht … Aber HERR, was mache ich mit meinen ganzen intensiven, unbändigen Gefühlen?«

»Siehst du die Berge? Ich sprach und sie standen da. Glaube kann Berge versetzen!«

»Willst du mir damit sagen, dass du meine unbändigen Gefühle wegnehmen kannst? Gut, dann nimm sie weg!«

Ich ließ los – und Gott versetzte den riesigen Gefühlsberg ins Meer. Ich hatte Frieden – völligen Frieden. Sofort verschwanden die verletzten Gefühle. Ein Wunder war geschehen! Ich wollte, dass auch Jim die Freiheit erlebt, die ich gerade erhalten hatte. Glücklich ging ich zu Jim ins Haus und sagte ihm: »Es ist schon in Ordnung, wenn du dafür kein Verständnis hast. Gott versteht mich ja!«

Lösung 3
Komm zu Gott mit deinen verletzten Gedanken und Gefühlen!

Oft hören wir unsere Männer durch den Filter ihrer Wut und unserer eigenen Vergangenheit. In unserem Kopf bauen wir ein negatives Bild von uns selbst und unserer Situation auf. Gott möchte uns aber seine Weisheit und Kraft schenken, damit wir zwischen Lüge und Wahrheit unterscheiden können. Unterziehe deine Anklagen und Erwartungen gemeinsam mit Gott einer ehrlichen Bewertung! Arbeite mit der Wahrheit über dich, stell dich dem, was wirklich an dir der Veränderung bedarf und wische den Rest einfach fort.

Lösung 4
Lass Gott ans Steuer – NICHT deine Gefühle!

Gott kann aus bitterem süßes Wasser schaffen. Lass ihn (statt deine Gefühle) deine Gedanken und Reaktionen steuern. Mit ihm kannst du die dunklen Wolken durchbrechen und über deinen Gefühlen fliegen. Dort bist du frei, Gott zu dienen. Er wird dir auf diese Weise die Kraft schenken, deinem Mann auch dann treu zu sein, wenn er schwierig ist.

Lösung 5
Unterwirf dich Gott, bevor du dich deinem Mann fügst

Wenn wir zuallererst Gott dienen, dienen wir auch unseren Männern richtig. Das heißt, falls Gott uns darum bittet, sagen wir unseren Männern die Wahrheit, auch wenn es ihnen gegen den Strich geht und wir eigentlich keine Lust dazu haben. Oder wir schweigen, obwohl uns zum Reden zumute ist, weil Gott uns diesen Schritt nahelegt.

Was ist, wenn ein Mann seine Frau im Ehebett um etwas bittet, was gegen ihr Gewissen ist? Soll sie dann lieber Gottes Willen suchen und nach dem Motto handeln »Ich muss Gott mehr gehorchen als den Menschen« – selbst wenn das zu Streit führt? Oder sollte sie sich einfach dem Wunsch ihres Mannes fügen? Was ist, wenn eine Frau von ihrem Mann aufgefordert wird, unehrlich zu sein? Soll sie dann zu ihren gottesfürchtigen Prinzipien stehen und seinem Druck nicht nachgeben?

Die bevormundete Frau braucht Gottes Führung und Kraft, um mutig eine Aussprache zu suchen; die Frau des geruhsamen Mannes braucht dieselbe Führung, um echte Partnerschaft aufzubauen; die Frau des depressiven Mannes braucht Gott, um den Schlüssel zum Gefängnis seiner Depression zu finden.

Lösung 6
Betrachte Gott als Quelle der Liebe, wenn dein Mann dich nicht liebt!

Denk nicht an die hässlichen Dinge, die dein Mann im Zorn oder aus Verzweiflung ausgesprochen hat! »Du Taugenichts!« »Ich lasse mich scheiden.« Gott möchte, dass wir auf die Worte hören, die er ihm eingegeben hat: »Du bist meine Prinzessin. Möchtest du mich heiraten? Ich werde dich nicht verlassen und nicht von dir weichen. Du kannst mir glauben. Nimm meine Hand!« Gott ist unsere bleibende und nie versiegende Quelle der Liebe.

Lösung 7
Bete für deinen Mann … ernsthaft!

Fürbitte heißt regelmäßig und konkret für deinen Mann beten, damit Gott an seinem Herzen arbeiten kann. »HERR, tu, was auch immer nötig ist, um seine dominierende Art … seine lockere Art … seine Depression … [setze das ein, was auf deinem Mann zutrifft] zu verändern!«

Lass dir von Gott zeigen, wie du im positiven Geist von Philipper 4,8 und in der Einstellung des Vaterunsers (Matthäus 6) beten kannst! Sieh deinen Mann so, wie er in Jesus sein könnte, sonst wirst du täglich seine Fehler vor Augen haben und depressiv werden.

Lass Gott wirken und schau ihm dabei zu! Oft arbeitet Gott erst an uns Frauen und an unseren Schwächen. Wenn er an den Männern wirkt, wird es häufig erst mal schlimmer statt besser. Du wirst zu einer besseren Frau, und er regt sich noch mehr über dich auf. Dann darfst du wissen, dass Gott am Wirken ist. Bete, sooft Gott dich daran erinnert!

Gott ist stärker als jede Sünde, Schwäche oder Sucht. Er wartet aber darauf, dass dein Mann merkt, wie sehr er göttliche Hilfe braucht. Unsere Männer können sich nur ändern, wenn sie sich Gott ergeben. Wenn du deinen Mann auf den Knien siehst, dann darfst du wissen, dass er sich bald durch Gottes Gnade verändern wird!

Gott möchte uns Frauen als Werkzeuge benutzen, um unsere starken Männer sanft und unsere sanften Männer stark zu machen, damit aus ihnen das wird, was Gott mit ihnen vorhat. Nur in Jesus kommt man gut mit einem schwierigen Mann aus.

Aus: Power for Living, Okt. – Dez. 2009
www.EmpoweredLivingMinistires.org


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