• Spirituosen und der Heilige Geist: Tranken Jesus und die Apostel Alkohol?

    Tranken Jesus und die Apostel Alkohol?

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    Den Kelch in der Hand und selber Gefäße für Gott. Von Kai Mester

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Mittwoch, 21 April 2021 – 07:27 Uhr

Spirituosen und der Heilige Geist: Tranken Jesus und die Apostel Alkohol?

Tranken Jesus und die Apostel Alkohol?

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Den Kelch in der Hand und selber Gefäße für Gott. Von Kai Mester

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Lesezeit: 6 Minuten

»Denn diese sind nicht berauscht, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde des Tages.« (Apostelgeschichte 2,15) Säufer gab es schon immer, auch zur Zeit der Apostel. Üblicherweise betranken diese sich aber nicht morgens um 9:00 Uhr, sondern eher abends. Das ist ja heute ganz genauso. Säufer schlafen in der Regel um 9:00 Uhr noch ihren Rausch aus. So mutet allein der Verdacht schon seltsam an, den die Festbesucher in Jerusalem über die Apostel äußerten. Petrus jedenfalls weist diesen Verdacht von sich.

Jesus, ein Säufer?

Da Jesus sich von der unteren Schicht der Gesellschaft hatte einladen und bewirten lassen und ihre Gesellschaft nicht gemieden hatte, schimpfte man ihn einen Fresser und Säufer. »Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt; und sie sagen: Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!« (Matthäus 11,19) Alkohol wurde also damals mit den verachteten Gesellschaftsschichten in Verbindung gebracht und nicht mit dem normalen Volk. In der Regel wurde Jesus aber dort nicht zu Trinkgelagen eingeladen, sondern weil man ihm zuhören wollte. Und das Zuhören hätte man bei zu viel Alkoholgenuss wohl auch nicht mehr richtig hinbekommen.

Das Nasiräergelübde

Während Johannes der Täufer weder Traubensaft getrunken hat noch Trauben oder Rosinen essen durfte, weil er Nasiräer war (4. Mose 6), hat Jesus sowohl Traubensaft getrunken als auch Trauben und Rosinen gegessen. Das machte ihn als Messias bei einigen Leuten verdächtig. Bei seinem letzten Abendmahl hat Jesus aber dann diesen Teil des Nasiräergelübdes auch noch abgelegt: »Ich werde nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, da ich es neu trinken werde im Reich Gottes.« (Markus 14,25)

Freund der Huren

Jesus sagte auch: »Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und die Huren kommen eher in das Reich Gottes als ihr!« (Matthäus 21,31) Ja, eine seiner Jüngerinnen war eine ehemalige Prostituierte. Simon, der Pharisäer, dachte bei sich: »Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er doch, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt, dass sie eine Sünderin ist!« (Lukas 7,39) Nur wenige Verse später wird sie namentlich identifiziert: »Und die Zwölf waren mit ihm, und auch etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren.« (Lukas 8,1-2) Offensichtlich scheute Jesus nicht den Kontakt mit Prostituierten. Daraus kann man aber nicht ableiten, dass er Bordelle frequentierte. Genauso wenig bedeutete sein Kontakt mit Weintrinkern, dass er Alkohol trank.

Die Hochzeit zu Kana

Auf der Hochzeit zu Kana befand sich Jesus entweder unter seinen Verwandten oder unter Freunden von seiner Mutter Maria (Johannes 2,2). Es ist davon auszugehen, dass wir es hier nicht mit dem niedrigen Pöbel zu tun haben. Hochzeiten im Orient wurden schon damals mehrere Tage lang gefeiert. Jesus wird nicht mit einem Wunder dafür gesorgt haben, dass das Fest zu einem Trinkgelage ausartete. Damals war unvergorener Wein nicht einfach zu bekommen. Konnte man ihn nicht frisch pressen, so musste man ihn eindicken und später wieder verdünnen. Wenn Jesus Wunder wirkt, so macht er nicht aus gesundem Wasser ein ungesundes Wässerchen, sondern er veredelte das Wasser zu »frisch gepresstem« Traubensaft. Deshalb die Verwunderung der Gäste, warum erst jetzt dieser köstliche Wein gebracht wurde, wo die Leute sich im Prinzip schon sattgetrunken hatten.

Voll, doch wovon?

Jesus war der Messias. Das bedeutet, der mit dem Geist Gesalbte. »Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes.« (Epheser 5,18) Dieser Vers macht deutlich, dass »Wein« und »Geist« zwei Gegensätze sind. Wir sollen uns nicht mit Alkohol voll laufen lassen, sondern vom Geist erfüllt (gesalbt) werden. Da Jesus »voll Heiligen Geistes« war (Lukas 4,1), hatte in ihm nicht mal ein Tropfen Alkohol Platz.

Abendmahl

Hätte Jesus beim Abendmahl alkoholischen Wein gesegnet, wäre es paradox gewesen, seine Jünger kurz darauf zum Wachen und Beten aufzufordern (Matthäus 26,41) und sich über ihre Müdigkeit zu wundern. Das griechische Wort für Wein kann auch unvergorenen Most meinen.

Pfingsten

»Sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.« (Apostelgeschichte 2,4) So wie Jesus voll Heiligen Geistes war, wurden die Apostel zu Pfingsten vom Heiligen Geist erfüllt. Die Menge spottete zwar: »Sie sind voll von süßem Wein« (Vers 13), weil die Apostel von den jüdischen Konvertiten nicht sprachliche Anpassung und Gewandtheit erwarteten, sondern umgekehrt ihre Sprachen sprachen, damit das Evangelium besser verstanden würde. Doch in Wirklichkeit hatte das genauso wenig mit Alkohol zu tun, wie Licht mit der Finsternis.


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