• Sinnliche Anziehungskraft in heiligem Gewand: Agenten Satans

    Agenten Satans

    Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay

    Fälle wie dieser werden vermehrt auftreten. Ein Artikel, der vor viel Unheil bewahren kann. Von Ellen White

Dienstag, 02 Juni 2020 – 08:47 Uhr

Sinnliche Anziehungskraft in heiligem Gewand: Agenten Satans

Agenten Satans

Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay

Fälle wie dieser werden vermehrt auftreten. Ein Artikel, der vor viel Unheil bewahren kann. Von Ellen White

Es war Freitagabend auf dem Camp in Boylston, Massachusetts. Mir lag es sehr am Herzen, mich an die Teilnehmer zu wenden. Ich konnte nicht schlafen. Meine Seele war tief belastet nach einem Gespräch mit einem Teilnehmer, der ein Zelt mit mehreren Frauen und Kindern bewohnte. Als ich in der Nacht Gott anflehte, sah ich wieder deutlich die Bilder vor mir, die mir Jahre zuvor gezeigt worden waren. Damals war mir dieser Mann gleichzeitig mit Nathan Fuller vorgestellt worden. Ich hatte sogar drei Männer gesehen, denen ich begegnen sollte, die alle unter dem Mantel der Frömmigkeit dieselbe Sünde praktizieren würden. Dieser Mann war einer davon.

Als ich mein Anliegen in der Morgenandacht vorbrachte, ruhte Gottes Kraft und sein Geist auf mir, aber ich nannte keine Namen. Später am Tag wurde mir meine Aufgabe klarer. So nannte ich diesen einen besonders hervorstechenden und am stärksten ausgeprägten Fall. Dieser Mann hielt zwar angeblich das vierte Gebot, verstieß aber gegen das siebte. Mit seinem Vorgehen handelte er direkt gegen die Anweisung des Apostels, jeden bösen Schein zu meiden. Er ließ sich von seiner Lust leiten und zog eine Schar von Frauen in seinen Bann, die ihn begleiteten, als wären sie mit ihm verheiratet. Damit verloren sie ihre Würde als Frauen und Ehefrauen und sind zum Stolperstein für alle geworden, die der Wahrheit Glauben geschenkt hätten, wenn sie nicht ein solch unchristliches Verhalten sehen müssten, eine solch unangemessene Vertrautheit zu verheirateten und unverheirateten Frauen.

Wir gelten als Sondergemeinschaft. Unsere Position und unser Glaube unterscheiden uns von jeder anderen Glaubensgemeinschaft und Konfession. Wenn unsere Lebensführung und unser Charakter nicht besser sind als die der Welt, wird man auf uns zeigen und sagen: »Das sind Siebenten-Tags-Adventisten: ein Beispiel für Menschen, die den siebten Tag feiern statt des Sonntags.« Das Stigma, das den besagten Menschen zu Recht anhaftet, wird dann auf alle übertragen, die den siebten Tag heilighalten, der im vierten Gebot deutlich genannt wird. Wie viel besser wäre es doch für uns als Gemeinde, wenn solche Menschen sich nicht zur Wahrheit bekennen würden!

Dieser Mann, so wurde mir gezeigt, bedient sich der Täuschung und bringt Gottes Sache in Verruf. Er ist ein Affront gegen Gott. Das Himmelsbuch hat über ihn Folgendes zu sagen: »Ein Betrüger, ein Ehebrecher, der sich in die Häuser einschleicht und gewisse Frauen einfängt, die genug Weisheit, Voraussicht und Urteilsvermögen haben sollten, um den Kurs solcher Männer zu verabscheuen.« Wie viele Seelen er durch seine satanische Verschlagenheit vernichten wird? Das wird erst der Jüngste Tag zeigen.

Ich fühlte mich jedenfalls berufen, diesen Mann im Namen des HERRN zurechtzuweisen. Die Frauen, die ihn von Ort zu Ort begleiteten, als wären sie mit ihm verheiratet, rief ich auf, sich von ihm zu trennen und ihm ihr irregeleitetes Vertrauen zu entziehen. Ich sagte ihnen, dass Unglück und Verderben sie auf dem Weg erwartete, den sie eingeschlagen hatten, seitdem sie sich von diesem Mann führen ließen. Solche Männer sollten sofort zurechtgewiesen und beschämt werden. Sonst betrügen sie kostbare Seelen und werden denen zum Stolperstein, die der Wahrheit glauben würden, wenn es solche Namenschristen nicht gäbe.

Sünde im Tarnanzug: Heiligkeit als böse Waffe



Wer der Versuchung widersteht, wächst in der Tugend. Satan benutzt Männer und Frauen als Agenten, um zur Sünde zu verlocken und sie in ein attraktives Licht zu tauchen. Er bildet diese treuen Agenten zu Tarnkünstlern aus, um Gott seiner Herrlichkeit zu berauben. So kann er Menschenseelen noch erfolgreicher zerstören. Satan ist Gottes und der Menschen großer Feind. Durch seine Agenten verwandelt er sich in einen Lichtengel und betört seine verblendeten Anhänger mit satanischer List. In der Heiligen Schrift wird er Verderber, Verkläger der Brüder, Betrüger, Lügner, Peiniger und Mörder genannt. Sehr viele stehen in seinen Diensten. Aber am erfolgreichsten ist er, wenn er bekennende Christen für sein satanisches Werk einsetzen kann. Wer zur Sünde verführt, ist sein Agent. Wer die Menschenherzen dazu bewegt, Gottes Gesetz zu missachten und zu übertreten, ist ein Versucher. Alle Männer und Frauen, die er in seinen Dienst nehmen kann, spannt er vor seinen Karren. Je größer ihr Einfluss, je höher ihre Stellung, je mehr angebliche Erkenntnis und Erfahrung im Dienst für Gott, desto erfolgreicher kann Satan sie einsetzen.

Nun, da wir uns dem Ende der Geschichte dieser Erde nähern, verdichten sich die Gefahren um Gottes Gemeinde. Ein bloßes Bekenntnis nützt keinem, nur eine lebendige Verbindung zu Gott. Wer täglich Kraft aus Jesus Christus schöpft, wird Satans Machenschaften durchschauen. Uns wurde gezeigt, dass die Kirche von großen Gefahren umgeben ist, die sie dazu verleiten, die Sünde auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn diesen Gefahren nicht umgehend begegnet wird, wenn sie nicht gründlich von uns ferngehalten werden, kann Gott an seiner Gemeinde keinen Gefallen haben. Nur wer eng mit Gott verbunden ist, hat den geistlichen Blick für die Bosheit, die sich auf höchst raffinierte und versteckte Weise durch Mitgläubige unter uns einnistet.

Die größten Sünden werden durch die eingeschleust, die angeblich so heilig sind, dass sie nicht mehr sündigen können. Doch viele davon sind im Herzen und im Leben verdorben. Einige dieser Männer sind einflussreich und böse, brillant und verdorben. Ihren großen Einfluss missbrauchen sie für das satanische Werk der Seelenverderbnis, indem sie verführen und täuschen. Sie bekennen sich zu Gott, leben jedoch in Sünde, sind selbstzufrieden und selbstgerecht, legen ihre eigenen Moralmaßstäbe fest und halten der biblischen Prüfung in keiner Weise stand. Trotz ihrer hohen Ansprüche stehen sie außerhalb des Verheißungsbundes. Gott hat in seiner großen Barmherzigkeit Geduld mit ihnen trotz ihrem Irrweg. Sonst wären sie wie der unfruchtbare Feigenbaum, der nur den Boden auslaugt, schon längst abgehauen worden. Doch sie können immer noch Vergebung empfangen, wenn sie für ihre Übertretungen Buße tun. Leider wird Gottes Barmherzigkeit ständig missbraucht, seine Nachsicht wie selbstverständlich vorausgesetzt.

Die Abwärtsspirale: Was der Mensch sät, wird er ernten



McComber lehrt Theorien, die den Körper, Gottes Tempel, verunreinigen. Es gibt kaum noch einen Hoffnungsstrahl für ihn. So lange schon täuscht er sich und andere und tut Satans Werk, dass dieser seinen Geist und Körper fast völlig im Griff hat. Das Einzige, was wir wohl für ihn erhoffen dürfen, ist, dass ihm das fromme Gewand genommen und seine niederträchtigen Absichten und Gedanken offengelegt werden, damit er andere nicht weiter auf Höllenpfade führt. Sein Ziel ist es, Frauen zu verführen. Sein Gewissen ist so abgestumpft und betäubt, dass es nicht mehr funktioniert.

Zuerst hat er Gottes Licht gehasst. Dann hat er ihm widerstanden, weil es seinen eigenen bösen Kurs durch Gottes Gesetz sichtbar machte. Es ist einer der traurigsten Beweise für den verblendenden Einfluss der Sünde, wenn Monate und Jahre vergehen ohne Erwachen zur Buße. Mit fester Beharrlichkeit verfolgt dieser Mann seinen Höllenkurs. Keine bitteren Schuldgefühle gibt es in der Seele dieses Sünders, keine Angst vor der Rache des Himmels. Er ist zufrieden, wenn es ihm gelingt, seine Sünden durch Täuschung und Lügen vor den Menschen zu verbergen. Jedes Gefühl von Recht und Unrecht ist in ihm abhanden gekommen. Sein Gewissen ist von Sünde durchdrungen. Er ist ein listiger, verdorbener Mensch, dessen Früchte Dornen und Disteln sind. Was er sät, wird er auch ernten. Vor ihm liegt eine Ernte, die er mit Entsetzen einsammeln wird.

Würde die Strafe unmittelbar auf die Übertretung von Gottes Gesetz folgen, so würde man vor der Sünde mehr zurückschrecken. Bewusst plant er Dunkles und Schreckliches, um die Einheit von Mann und Frau aufzulösen. Sein ganzes satanisches Werk tut er unter dem Vorwand, ein Vertreter Jesu Christi zu sein. Doch er ist ein Vertreter Satans, der sein Werk geschickt plant und dann auch ausführt. Ein als Lichtengel verkleideter Sünder kann unabsehbaren Schaden anrichten, besonders, wenn er in frommem Mantel arbeitet.

Auf den glitschigen Spuren dieses Mannes lauern Verwüstung und Tod. Am meisten ist aber zu beklagen, dass er auch einige gewissenhafte Seelen hinters Licht führt. Der Apostel sagte: »Zu ihnen gehören auch die, die sich in die Häuser einschleichen und gewisse Frauen einfangen, die mit Sünden beladen sind und von mancherlei Begierden getrieben werden« (2. Timotheus 3,6) – nicht von nur einer Art Begierde, sondern von mancherlei Begierden. Diese lustgeleiteten Gestalten schleichen sich unter trügerischen Vorwänden wie schlüpfrige Schlangen in Familien von gutem Ruf ein. Sie wenden ihre Tricks an und intrigieren, bis gewissenhafte Seelen durch ihre Irrtümer verführt werden. Verhängnisvolle Irrlehren werden als Wahrheiten angenommen, und die abscheulichsten, widerlichsten Sünden werden als »Gute Taten« begangen, denn ihr Gewissen ist betäubt und verwirrt.

Sabbatmissbrauch, ein Beispiel für Verführung



Der Geist und die Seele dieses Mannes sind von Schmutz durchdrungen. Seine Gedanken selbst sind verunreinigt. Dieser Mann bekannte sich zur unpopulären Lehre, dass der siebte Tag der Sabbat des HERRN, deines Gottes, ist, und nahm sie an. Dies gab seiner religiösen Erfahrung einen Anschein von Aufrichtigkeit. Aber das macht ihn keinen Deut gottgefälliger, denn er ist einer, der die Wahrheit durch sein Unrecht in Verruf bringt.

Unsere Position ist klar definiert und wird in unseren Publikationen dargelegt. Mit viel ausdauerndem Studium und aufrichtigem Gebet haben wir nach dieser Wahrheit gesucht. Göttliches Licht vom HERRN leuchtete auf das Wort, und so entdeckten wir die ernsten Prüflehren für diese Zeit.

McComber übernahm diese Wahrheiten, verschwieg aber, dass er sie aus unseren Publikationen hatte, und erklärte anderen, Gott habe ihm das Licht der Wahrheit geschenkt. Dann mischte er verhängnisvolle Irrlehren darunter und präsentierte den Leuten als gegenwärtige Wahrheit ein Wirrwarr. Weil er sagt, dass er Erkenntnis über den Sabbat des vierten Gebots und verwandte Wahrheiten erhalten habe, erweckt er den Anschein, wirklich von Gott geführt zu sein. Hat er das Vertrauen einer Frau erst einmal gewonnen, beginnt sein satanisches Werk, die Heilige Schrift zu verdrehen. Er macht das siebte Gebot ungültig und versucht zu zeigen, dass der in Gottes Gesetz verurteilte Ehebruch etwas anderes bedeutet als das, was allgemein darunter verstanden wird. Er versucht wirklich, vernünftigen Frauen einzureden, es störe Gott nicht, wenn Frauen ihr Gelübde brechen und Ehebruch begehen. Denn er erklärt, dass dies kein Verstoß gegen das siebte Gebot wäre. Er verdreht Gottes Wort zu seiner eigenen Zerstörung und zum Verderben von Menschenseelen.

Satan wäre froh, wenn Sünder als Sabbathalter in die Gemeinde eintreten könnten, deren Verstand und Gefühle er so im Griff hat, dass sie andere täuschen und verderben. Wer sich zu Gottes Gesetz bekennt und die, die ihm vertrauen, durch Gesetzesbruch in die Abgründe der Bosheit und Sünde einführt, begeht eines der höchsten Verbrechen gegen den Himmel, dessen sich ein Mensch schuldig machen kann. Von solchen sagt er: »Was redest du von meinen Geboten?« (Psalm 50,16)

Viele werden durch die angeblich Frommen getäuscht werden. David sagt: »Es ist Zeit, dass der HERR handelt; sie haben dein Gesetz zerbrochen. Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold und feines Gold.« (Psalm 119,126.127) David dachte schon zu seiner Zeit, dass die Menschen die Grenzen von Gottes Langmut überschritten hätten und Gott eingreifen und seine Ehre rechtfertigen müsse, um die schnell wachsende Ungerechtigkeit einzudämmen. Männer, die in Sünden leben, während sie bekennen, Gottes Gesetz gewissenhaft zu befolgen, werden mit aller sündhaften Verlogenheit daran arbeiten, Menschen dazu zu bringen, Gottes Gebote auf die leichte Schulter zu nehmen, damit sie durch bösartigen Irrtum das Gesetz übertreten.

Dieser Mann hatte einen verdorbenen Geist. Seine Religion war eine Täuschung. Seinen Einfluss benutzte er, um Seelen zur Sünde zu verführen. Vor Gott hatte er keine große Ehrfurcht. Brillante Talente oder ein attraktives Aussehen hatte er nicht. Aber seine gespielte Reinheit verlieh ihm diesen Einfluss.

In dem heutigen degenerierten Zeitalter wird es Männer geben, die so verdorben und so blind für die Sündhaftigkeit der Sünde sind, dass sie ein schrankenloses Leben wählen. Denn das entspricht der natürlichen und perversen Neigung des Herzens. Anstatt sich im Spiegel von Gottes Gesetz zu betrachten und ihre Herzen und Charaktere an Gottes Maßstab, seinen heiligen Geboten, zu prüfen, orientieren sie sich an Satans Agenten und ihrem satanischen Charakter. Verdorbene Menschen interpretieren die Heilige Schrift lieber falsch, sodass ihre Bosheit gestützt wird, als ihre Verdorbenheit und Sünde aufzugeben und ihr Herz und Leben reinigen zu lassen.

Einige Frauen, die von Natur aus sympathisch sind, dazu rein und wahrhaftig, haben große Achtung vor denen, die sie für von Gott geehrt halten. Daher lassen sie sich leicht von diesen angeblich sehr heiligen und rechtschaffenen Männern täuschen und betrügen. Die Handlungsweise dieses Mannes stand in direktem Widerspruch zu Gottes Gesetz und allen Lehren des Messias. Doch Seelen wurden von ihm getäuscht. Denn er bringt ja denen, die ihn nicht kennen, den Sabbat und bekennt sich zu seiner gewissenhaften Einhaltung.

Die Argumente in unseren Publikationen sind so klar, dass sie auch von Menschen gebracht werden können, deren Herzen und Leben nicht heilig sind. Menschen mögen die Wahrheit wegen der überwältigenden Beweise annehmen. Sie setzen deshalb Vertrauen in den Überbringer der Erkenntnis und Wahrheit.

Bei diesem Mann findet sich Irrtum und Wahrheit vermischt. Er lehrt Irrlehren, als seien sie Wahrheit. Menschenseelen werden durch die Irrtümer dieses bösen Mannes getäuscht. Er tut ein Werk, auf das er am Tag der letzten Abrechnung nicht stolz sein wird. Von solchen Männern, die Unvorsichtige in die Irre führen, gibt es viel mehr als wir überhaupt ahnen.

Fälle dieser Art werden zunehmen, wenn wir uns dem Ende nähern. Viele werden getäuscht und betört werden, es sei denn, sie sind in allen Wahrheiten der Bibel verwurzelt und gegründet und haben eine lebendige Verbindung zu Gott. Versteckte Gefahren lauern auf unserem Weg. Unsere einzige Sicherheit besteht in ständiger Wachsamkeit und im Gebet. Je näher wir bei Jesus Christus leben, desto mehr haben wir an seinem heiligen und reinen Charakter teil, umso anstößiger erscheint uns die Sünde und desto erhabener und wünschenswerter die Reinheit und Leuchtkraft des Messias.

Teile der Schrift werden von diesem Mann als Beispiele gebracht, wo gute Menschen in Sünde gefallen sind. Dadurch soll die Sünde des Ehebruchs und der Zügellosigkeit harmlos erscheinen und verschleiert werden, wie verdorben sein Leben eigentlich ist. Solche gefährlichen Charaktere wie er sollten ohne zu Zögern beim Namen genannt werden. Sie sind Satans besondere Agenten zur Verführung und Zerstörung von Seelen.

Paulus begegnete schon zu seiner Zeit solchen Menschen, und die Gemeinde litt zu allen Zeiten unter diesem Fluch. In Milet rief Paulus die Gemeindeältesten zusammen und warnte sie vor dem, was ihnen begegnen würde: »So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist eingesetzt hat zu Ältesten, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat. Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes reden, um die Jünger an sich zu ziehen.« (Apostelgeschichte 20,28-30)

Eine Form von Hexerei: Irrlehren und Unzucht



Die Wahrheit in Ungerechtigkeit zu halten, heißt, sie zu bekennen, aber jeden Tag durch das eigene widersprüchliche Leben Lügen zu strafen. Wer sich auf diese Weise zum Diener Satans macht, Sünden begeht und Seelen ins Verderben führt, den kann Jesus schwerlich »Bruder« nennen. Diese Menschen verkehren mit gefallenen Engeln, die ihnen helfen, über Menschen grausame Macht auszuüben. Sie verführen und werden verführt. Den Verstand ihrer Zuhörer füllen sie mit phantastischen Ideen und Torheiten, sodass sie zu keinen hohen und heiligen Gedanken mehr fähig sind und die Wahrheit nicht mehr erkennen können. Sie sind in irdische, sinnliche Befriedigungen vernarrt und haben daher keine Freude an der reinen, unverfälschten Wahrheit. Gott wird vergessen, der Mensch gepriesen, geheime Zügellosigkeit von diesen betrogenen Seelen als Tugend praktiziert: eine Art Hexerei.

Die Frage des Apostels an die Galater kann durchaus gestellt werden: »Wer hat euch bezaubert, denen doch Jesus Christus vor die Augen gemalt war als der Gekreuzigte?« (Galater 3,1) Irrlehren und Unzucht wohnt immer eine Zauberkraft inne. Es gibt eine Hexerei, die die geistigen Kräfte in Bann hält und lähmt. Der Verstand ist so getäuscht, dass er nicht mehr vernünftig denken kann. Stück für Stück wird er durch eine Illusion aus der Reinheit herausgeführt. Wer an diesem satanischen Werk mitwirkt, sei es durch Wort oder Tat, indem er andere zur Sünde verführt und der Sünde der Unzucht ein christliches Mäntelchen umlegt, der sollte bei allen wahren Christen zurecht für Entrüstung sorgen und wird Gottes Zorn zu spüren bekommen.

Diese Tugendfälscher, deren Lieblingssünde Unzucht ist, sind im Zeitalter der Degeneration gar nicht so selten. Männer werden unkluge Frauen in die Irre führen und ihr Gewissen blenden, indem sie die üble Sünde des Ehebruchs in ein religiöses Gewand kleiden und sie als Rechtschaffenheit bezeichnen. Der geistliche Blick verschwimmt. Der satanische Zauber und die trügerische Spitzfindigkeit dieser satanischen Agenten, die sich als Lichtboten ausgeben, verwirrt selbst Frauen mit einer bisher unbefleckten Moral. Dieser Irrglaube gibt diesen Männern Macht. Wenn sie zudringlich würden, unverhohlene Annäherungsversuche machten und zur Sünde einladen würden, dann würden sie sofort abgewiesen; aber sie gewinnen erst die Sympathie, den Glauben und das Vertrauen als heilige Gottesmänner, als Gottes besondere Boten. Dann beginnt ihre kunstvolle Arbeit, die Seelen vom rechten Pfad wegzuziehen, indem sie versuchen, Gottes Gesetz ungültig zu machen. Manche Frauen haben so großes Vertrauen, wenn Männer sich zur Frömmigkeit bekennen, dass sie sie für unfehlbar halten und dass nichts, was sie tun oder sagen, als Sünde bezeichnet werden darf.

Wehe den falschen Gottesboten und Amtsträgern!



Die Welt als Ganzes begeht genau diese Sünden, und verunreinigt die Erde und ihre Bewohner. Der Kelch der Bosheit ist fast voll. Wenn Geistliche das Vertrauen und die Ehrfurcht der Menschen ausnutzen und ihnen Sünde als Gerechtigkeit verkaufen, weil sie von sogenannten Heiligen begangen wird, machen sie sich vor Gott je höher ihr Anspruch umso schuldiger. Am Tag Gottes, wenn das große Himmelsbuch geöffnet wird, findet man die Namen von Amtsträgern, die behauptet haben, ein reines Herz und Leben zu haben, mit dem Evangelium betraut zu sein, um Seelen für den Gesalbten zu gewinnen. Aber sie haben ihre Stellung ausgenutzt, um Seelen dazu zu verführen, Gottes Gesetz zu übertreten. Sie werden ernten, was sie gesät haben: eine Ernte der Unzucht.

Sie haben die Unvorsichtigen getäuscht. Also ist ihnen auch die Ernte sicher. Als Boten des Gottes, dem die ganze Erde gehört, haben sie die Seelen durch ihren Einfluss ins Verderben geführt. Diese Seelen werden sich dann gegen sie wenden. Sie haben Gemeindeglieder dazu gebracht, das siebte Gebot zu übertreten, indem sie sie mit teuflischer Spitzfindigkeit glauben machten, dass zwischen ihnen eine geistliche Verbindung oder Einheit entstanden sei, in der genussvolle Unzucht keine Sünde ist.

Je höher ihre Position, desto mehr werden sie Gottes Strafgericht und seine Rache spüren. Der fleischlich gesinnte Pastor, dessen Werke Sündenwerke sind, der sich entwürdigenden Praktiken hingibt, der Körper und Seelen seiner Herde zugrunde richtet, die er doch als weiser Hirte zu hüten vorgibt, wird ernten, was er gesät hat.

Ein Geistlicher, der auch nur annähernd eine unreine Andeutung gegenüber einer Frau macht, sollte als gemeiner Betrüger erkannt werden. Die Seelen werden von diesen Wölfen im Schafspelz blindlings in Unzucht geführt. Es ist fast unmöglich, die Menschen aus der schrecklichen Schlinge zu befreien, in die sie geraten sind, wenn sie sich dieser korrupten Macht Satans hingeben. Reine Gedanken und eine klare Vorstellung von Gottes Anforderungen und die Unterscheidung zwischen Reinheit und Verderben sind für sie fast nicht mehr möglich. Die Sünde ist für ihren getäuschten Verstand durch den Geistlichen heilig geworden und wird nie wieder in dem abscheulichen Licht betrachtet, in dem Gott sie sieht. Nachdem ein Mensch Seelen durch satanischen Einfluss angezogen hat, den Rechtsmaßstab durch eine falsche Auslegung seiner Prinzipien zerbrochen, das Gespür für Sünde geschwächt und diese Menschen dazu verleitet hat, im Angesicht Gottes den Weg des Verderbens einzuschlagen, wird ihr Urteilsvermögen auf den Kopf gestellt und sie betrachten Sünde als Gerechtigkeit und Gerechtigkeit als Sünde.

Das Geheimnis der Wellenlänge



Der Charakter von Männern und Frauen, die mit denen Gemeinschaft pflegen, deren Neigungen und Gewohnheiten weder gut noch rein sind, wird sich über kurz oder lang anpassen. Gewohnheiten, Vorlieben und Grundsätze werden fast unbewusst übernommen.

Frauen ziehen die Gesellschaft eines Mannes nur dann einem anderen vor, wenn ihnen seine Gewohnheiten und Prinzipien besser gefallen. Ziehen sie die Gesellschaft eines Mannes mit unreinem Geist und freizügigen Gewohnheiten dem tugendhaften und reinen Mann vor, spricht alles dafür, dass sie eine gemeinsame Wellenlänge haben. Diese Wellenlänge wird von diesen Betrogenen, Verblendeten, Verliebten als starke und heilige Wesensverwandtschaft betrachtet, als geistliche Affinität. Der Apostel hingegen bezeichnet sie als »bösen Geist unter dem Himmel« (Epheser 6,12), gegen den wir, sobald wir ihn entdecken, energisch Krieg führen sollen. Überlasst ihm keinen Quadratzentimeter! Das ist die Spur der alten Schlange, deren Biss den Tod bedeutet. Sie ruiniert den Körper. Ihr Einfluss ist tödlich für die Seele.

Eingefangen im sinnlichen Strudel



Wenn der Betrüger sein trügerisches Werk beginnt, trifft er häufig auch auf andere Vorlieben und Gewohnheiten, aber weil er sich fromm gibt, gewinnt er Vertrauen. Er nutzt seine Täuschungsmacht, um seine Pläne auszuführen. Indem sie sich dieser Gefahr aussetzen, gewöhnen sich die Frauen an die unreine Atmosphäre und werden in den sinnlichen, schmutzigen Strudel hineingezogen. Fast unmerklich für sich selbst, werden sie vom Geist dieses Mannes durchdrungen. Seine Gedanken werden zu ihren Gedanken, ihre Identität geht ganz in ihm auf, und sie werden zu seinem Schatten. Ihre individuellen Eigenarten verschwinden, und die Merkmale, Vorlieben und das Denken ihres Verführers, den sie bis aufs Blut verteidigen, nehmen ihren Platz ein.

Männer, die sich zu einer großen und neuen Erkenntnis bekennen und behaupten, Reformatoren zu sein, haben große Macht über bestimmte Menschen, die von den kursierenden Irrlehren überzeugt sind und mit dem geistlichen Zustand der Gemeinden nicht zufrieden sind, über Menschen mit aufrichtigem, ehrlichem Herzen, die sich sich eine Reform zum Besseren wünschen, ein höheres geistliches Niveau. Wenn Jesu Diener diesen Menschen die gegenwärtig Wahrheit rein und unverfälscht präsentierten, würden sie sie annehmen, sich selbst reinigen und der Wahrheit folgen.

Doch Satan lauert stets darauf, wen er verschlingen kann. Er begibt sich auf die Spur dieser Wahrheitssucher. Jemand sieht sich als Reformator, kommt zu Menschen, wie der Satan zum Messias als Lichtengel kam, gewinnt ihr Vertrauen und benutzt dann seinen Einfluss, um sie zu täuschen. Unter seinem heiligen Gewand verbirgt sich eine sündenkranke Seele. Man fragt sich, wie es solchen Männern überhaupt möglich ist, Frauen von gutem Ruf und großer Intelligenz in ihren Bann zu ziehen, wenn das Wort Gottes in den Punkten, in denen sie getäuscht werden, doch so klar und eindeutig ist. Paulus musste sich zu seiner Zeit genau solchen Charakteren in den Weg stellen. Er schreibt: »Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht.« (1. Thessalonicher 4,3)

Das ungeweihte Herz ist hoffnungslos böse. Sündengenuss verdunkelt den geistlichen Blick, trübt die Wahrnehmungsfähigkeit und betäubt sie. Schuld, Verdorbenheit und Scham, das Ergebnis von Unzucht, verunreinigen den ganzen Menschen und bringen Schande über die wertvolle Sache der Wahrheit. Unermessliches Unglück und todbringende Erniedrigung sind in ihrem Gefolge. Die Welt wird von ihren Bewohnern verunreinigt. Die Übertretung von Gottes Gesetzen verzerrt Gottes Bild im Menschen und verdirbt unsere gesamte Natur. Sie stört und entwürdigt jede Fähigkeit unseres Wesens. Die Welt hat das Maß ihrer Ungerechtigkeit fast voll ausgeschöpft, aber das, was die schwersten Folgen bringen wird, ist immer noch Unrecht, das unter dem Deckmantel der Frömmigkeit praktiziert wird.

Reue oder Rache



Den Erlöser der Welt hat echte Reue, wie groß die Schuld auch sein mag, nie kalt gelassen. Aber er schleuderte brennende Anklagen den Pharisäern und Heuchlern entgegen, deren Frucht Disteln und Dornen waren. Es gibt mehr Hoffnung für den, der ganz offen in Sünde lebt als für diese Menschen. Gottes Fluch liegt auf dem Heuchler, wie an dem fruchtlosen Feigenbaum illustriert wurde. Der Erlöser des Menschen sieht den Seelentempel, für den er den Preis seines eigenen Blutes bezahlt hat, entwürdigt, geschändet und verunreinigt durch Taten der Finsternis und Sünde. Seine gottgleichen Gemächer wurden in eine Räuberhöhle verwandelt. Die Seele, über die geweint, die angefleht und geduldig getragen wurde, ist schließlich dem Untergang geweiht und geht zugrunde als Denkmal des Rachezorns.

»Ein jeder von euch verstehe, sein eigenes Gefäß in Heiligkeit und Ehre zu halten, nicht in gieriger Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen.« (1. Thessalonicher 4,4.5) »Dann wird der Frevler offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus töten mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt. Der Frevler aber wird kommen durch das Wirken des Satans mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden. Denn sie haben die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen, dass sie gerettet würden. Und darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, dass sie der Lüge glauben, auf dass gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit.« (2. Thessalonicher 2,8-12)

Auf diesen Mann und die von ihm Betrogenen, die die Wahrheit nicht lieben und an der Ungerechtigkeit Gefallen finden, treffen diese Worte des Apostels zu. Sie werden einer starken Verblendung überlassen. Welcher stärkere Wahn kann den Verstand ereilen, als der, dass Gott an Freizügigkeit und Ehebruch kein Missfallen hat? Paulus schreibt über sie auch an Titus: »Sie beteuern, Gott zu kennen, aber mit den Werken verleugnen sie ihn; ein Gräuel sind sie und ungehorsam und zu allem guten Werk untüchtig.« (Titus 1,16)

Warum sind vielen die Warnungen so gleichgültig, die von Petrus' Zeit an bis heute ausgesprochen werden? Warum lassen sie sich täuschen und verführen? »Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch sein werden falsche Lehrer, die verderbliche Irrlehren einführen und verleugnen den Herrn, der sie losgekauft hat; die werden über sich selbst herbeiführen ein schnelles Verderben.« (2. Petrus 2,1) Durch nichts wird der Messias so entschieden verleugnet wie durch das unrechte, unzüchtige Handeln bekenntlicher Jesusjünger, das den Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams bringt. »Und viele werden ihnen folgen in ihren Ausschweifungen; um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden.« (Vers 2) Diese Menschen sind nicht die offenen Messiasleugner. Vielmehr spricht er über die Leute, die die Wahrheit zwar bekennen, aber durch ihren schlechten Charakter die Sache der Wahrheit in Verruf bringen, sodass über sie schlecht geredet wird. »Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten; aber das Gericht über sie ist längst vorbereitet, und ihr Verderben schlummert nicht.« (Vers 3)

»Aber sie sind wie unvernünftige Tiere, die von Natur dazu geboren sind, dass sie gefangen und getötet werden; sie lästern, wovon sie nichts verstehen, und wie jene werden sie getötet werden und als Ungerechte Lohn des Unrechts empfangen. Sie halten es für eine Lust, am hellen Tag zu schlemmen, sie sind Schandflecken, schwelgen in ihren Betrügereien, wenn sie mit euch prassen. Sie haben nur Augen für die Ehebrecherin, sind unaufhörlich bereit zur Sünde, locken leichtfertige Seelen an, ihr Herz ist getrieben von Habsucht – Kinder des Fluchs! Sie verlassen den richtigen Weg und gehen in die Irre und folgen dem Weg Bileams, des Sohnes Beors, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte …

Sie sind Brunnen ohne Wasser und Wolken, vom Wirbelwind umhergetrieben, ihr Los ist die dunkelste Finsternis. Denn sie reden stolze Worte, hinter denen nichts ist, und locken durch ausschweifende fleischliche Begierden diejenigen an, die gerade erst denen entronnen waren, die im Irrtum leben, und versprechen ihnen Freiheit, obwohl sie selbst Knechte des Verderbens sind. Denn von wem jemand überwunden ist, dessen Knecht ist er geworden.« (Verse 12-19)

Ich halte es für nötig, in diesem verdorbenen Zeitalter, wo unser Feind, der Teufel, wie ein brüllender Löwe umhergeht und sucht, wen er verschlingen kann, meine warnende Stimme zu erheben: »Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt!« (Markus 14,38) Viele Männer mit brillanten Talenten stellen sich mit ihrer Bosheit in Satans Dienst. Wie kann ich Leute warnen, die sagen, sie sind aus der Welt ausgegangen und haben ihre finsteren Werke verlassen? Wie kann ich eine Gemeinde warnen, die Gott zur Hüterin seines Gesetzes gemacht hat und die wie der üppige Feigenbaum seine scheinbar saftigen Zweige vor dem Allmächtigen zur Schau stellt, aber keine Frucht zur Ehre Gottes trägt? Sie hegen unreine Gedanken, unheilige Vorstellungen, ungeheiligte Wünsche und niedere Leidenschaften.

Gott hasst die Früchte, die solch ein Baum trägt. Reine und heilige Engel schauen mit Entsetzen auf ihren Lauf. Satan jubelt über ihn, denn er ist sein tödlicher Schlangenbiss.

Würden doch Männer und Frauen überlegen und sich fragen, was durch Übertretung von Gottes Gesetz gewonnen wird. Immer, überall und in jedem Fall ist Übertretung ein schrecklicher Fehler, bringt Gott in Verruf und dem Menschen Unheil. Das ist die Wahrheit, mag der Fehler auch noch so gut aussehen. Das ist die Wahrheit ganz gleich, wer ihn begeht. Als Botschafter des Messias bitte ich euch, die ihr euch zur gegenwärtigen Wahrheit bekennt, unverzüglich jede Annäherung an Unreinheit abzulehnen und die Gesellschaft derer zu verlassen, die unreine Andeutungen machen oder einen unreinen Geist atmen. Verabscheue diese schmutzigen Sünden mit tiefstem Hass. Fliehe vor denen, die sich wagen, solche Gedanken in Worte zu fassen: »Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.« (Matthäus 12,34) Meide sie wie die Pest.

Ich appelliere an alle, die ihr Vertrauen solchen Heuchlern geschenkt haben, deren Leben unseriös und deren Gespräche unrein sind: Messt sie an der Evangeliumsnorm: »›Zum Gesetz und zum Zeugnis!‹ — wenn sie nicht so sprechen, gibt es für sie kein Morgenrot.« (Jesaja 8,20) Richte den Spiegel von Gottes Wort auf sie, und erkenne die Mängel in ihrem moralischen Charakter.

Wir befinden uns in einem Weltzeitalter, in dem alle, die die Sünde beschönigen, eine faszinierende hypnotische Kraft ausüben. Sie spielen versteckt auf unreine Gedanken an und treten als Lichtengel auf, während sie in Wirklichkeit Sündendiener sind. Sie spüren weder das abstoßende Wesen der Sünde noch Gottes vergeltende Gerechtigkeit, die den Sünder ereilen wird.

Ich zittere um alle, die unachtsam Gefahr laufen, getäuscht und zum Schlechten verleitet zu werden. Als Diener Jesu Christi warne ich euch: Meidet die Gesellschaft dieser Leute. Lasst sie nicht in eure Häuser und wünscht ihnen auch nicht viel Erfolg. Trennt euch von ihnen, denn sie vergiften die Atmosphäre, die ihr atmet.

Wenn ihr mit ihnen regelmäßig Gemeinschaft pflegt, nehmt ihr ihren Charakter an und werdet in derselben Waage gewogen, in der sie gewogen werden. Wenn die Seele ihren unreinen Geist einatmet, verdirbt sie. Am schwierigsten ist es, Menschen von der Verunreinigung zu befreien, die satanische Täuschung verursacht, wenn sie als außergewöhnlich heilig daherkam. Das Normale und das Unreine werden eingeebnet. Freizügigkeit und Befriedigung der fleischlichen Leidenschaften haben die Urteilskraft geschwächt. Solche Menschen haben kaum noch ein Gespür für Sünde. Sie fallen so oft in der Versuchung, dass die Ketten der Gewohnheit sie schließlich eisern versklaven. Sünden, die sie einst erschrecken ließen, sind ihnen zur zweiten Natur geworden. Satan hat sie samt Seele und Körper im Griff und benutzt sie, um andere in die gleiche Falle zu locken. Diese geistlichen Betrüger stellen die Heilige Schrift auf den Kopf, indem sie Gottes Wahrheit in eine Lüge verwandeln. Sie verdrehen die Heilige Schrift zu ihrer eigenen Verdammnis.

Wenn das Gewissen eines solchen Menschen anschlägt, er Schuldgefühle und Unruhe verspürt, werden seine Sündengenossen sich über ihn lustig machen und ihm drohen. Sie werden ihm Steine in den Weg legen, wenn er versucht, seine Fesseln zu sprengen. Zusammen mit seiner Vernarrtheit in lasterhafte Gewohnheiten wird es für ihn äußerst schwierig sein, die Sünde zu überwinden. Hab kein Verständnis für Verdorbenheit, sonst wirst du schließlich deine Tugend und deine guten Prinzipien verlieren und deine Gesundheit opfern, dein Ansehen, deinen Frieden, dein Glück und am Ende auch den Himmel. Schau keinen einzigen Augenblick mit Wohlwollen auf einen Menschen, der dir gegenüber unzulässige Annäherungsversuche macht. Wer zur Sünde anstiftet, ist ein Versucher, und was immer uns dazu drängt, Gottes Gesetz zu übertreten, ist eine Versuchung.

Die Sünden, zu denen sie dich verleiten wollen, sind genau dieselben, die den Zorn Gottes auf die Bewohner der alten Welt herabriefen und seine Rache über Sodom kommen ließen. Aufforderungen, die uns von Heiligkeit und von Gott weglocken wollen, werden uns auch heute ständig begegnen.

So wie Moses Israel aufgefordert hat, die Zelte von Korach, Dathan und Abiram zu verlassen, möchten wir alle dazu aufrufen, diese verdorbenen Männer sich selbst zu überlassen, damit sie die Blamage und den Lohn ihrer Verbrechen ernten.

Gott hat mir gezeigt, wie abscheulich diese schmutzigen Sünden in seinen Augen sind und dass sie in unserer Welt kontinuierlich zunehmen und in unsere Gemeinden eindringen werden. Deshalb warne ich euch: Bietet dem Teufel keinen Raum! Flieht vor dem Verführer! Auch wenn er ein Pastor ist, ist er Satan in Menschengestalt. Er hat sich das Gewand des Himmels geliehen, um damit seinem eigenen Herrn zu dienen und Menschen zu täuschen. Nicht einen Augenblick lang sollte eine unreine, versteckte Andeutung geduldet werden. Sei nicht nachsichtig. Weise sie zurecht. Verbringe keine Zeit mit ihnen, nein, iss nicht mal mit ihnen. Schenke Worten keinerlei Zustimmung, die die Reinheit deiner Seele trüben könnten. Schon das Hören einer unreinen Andeutung befleckt die Seele, wie schmutziges Wasser den Kanal verunreinigt, durch den es fließt.

Lieber Armut, Trennung, Verlust, Vorwürfe …



Wähle lieber Armut, Trennung von Freunden, Verlust, Vorwürfe oder jegliches Leid, statt dich mit Sünde zu verunreinigen. Lieber sterben als Gottes Gesetz brechen, sollte das Motto jedes Jesusjüngers sein. Als reformatorische Gemeinde, als Hüterin der heiligsten, ernstesten, reinsten Wahrheiten aus Gottes Wort, müsste der Standard weit höher sein, als er gegenwärtig ist. Sünde und Sünder in der Gemeinde müssten unverzüglich angegangen werden, damit die anderen Gott ehren können. Wahrheit und Reinheit erfordern, dass wir das Lager gründlicher als bisher von den Achans reinigen. Verantwortungsträger dürfen die Sünde eines Bruders nicht tolerieren. Zeigt ihm, dass er entweder seine Sünden ablegen oder von der Gemeinde getrennt werden muss. Wenn die einzelnen Gemeindeglieder als echte Anhänger des sanften und demütigen Retters auftreten, wird Sünde weniger vertuscht und entschuldigt werden. Alle werden danach streben, jederzeit so zu handeln, als wären sie in Gottes Gegenwart. Sie werden erkennen, dass Gottes Auge immer auf ihnen ruht und dass ihm der geheimste Gedanke bekannt ist. Der Charakter, die Motive, die Wünsche und Absichten sind für das Auge des Allwissenden sonnenklar sichtbar.

Die weitaus meisten Menschen berücksichtigen dies nicht, weil sie keine Spiritualität pflegen und ihren Charakter nicht an Gottes Rechtsmaßstab prüfen. Sie leben nicht in dem Bewusstsein, dass alle Übertreter seines Gesetzes im Jüngsten Gericht einmal Rede und Antwort stehen werden. Das Leben will vor dem Auge des großen Lehrmeisters geordnet und gestaltet sein.

Fragen, die uns retten können



Wollt ihr, die ihr zugebt, dass ihr mehr Erkenntnis empfangen habt als andere Völker auf Erden, euch mit so einem niedrigen Niveau zufrieden geben? Wie ernsthaft und beständig sollten wir doch nach der göttlichen Gegenwart suchen, damit wir die großen Wahrheiten nicht nur bekennen, sondern auch erkennen, dass das Ende aller Dinge und der Richter der ganzen Welt vor der Tür stehen! Wie könnt ihr seine gerechten und heiligen Forderungen missachten? Wie kann man im Angesicht JHWHs Verbrechen begehen? Wollt ihr euren Sündenweg ohne Rücksicht auf die Konsequenzen weitergehen? Willst du unheilige Gedanken hegen und niedere Leidenschaften praktizieren, während reine Engel und dein Retter dir tatenlos zuschauen müssen? Er hat sich selbst für dich hingegeben, damit er dich von aller Missetat erlöse und sich ein besonderes Volk reinige, das eifrig ist zu guten Werken. Können wir schuldlos bleiben, während wir vor den Augen Gottes sündigen? Wird nicht die Sünde zu gemeingefährlich, zu furchterregend, wenn wir die Sache im Licht betrachten, das von Jesu Kreuz her scheint? Wollen wir uns ihr wirklich hingeben?

Sündhafte Verdorbenheit! Schon immer sündhaft, aber wie viel mehr jetzt, wo wir an den Grenzen zur Ewigkeit stehen! Ich spreche zu meiner Gemeinde. Wenn ihr euch Jesus nähert und versucht, eure Berufung durch ein wohlgeordnetes Leben und durch göttliche Konversationen zu schmücken, werden eure Füße davor bewahrt, auf verbotene Wege abzubiegen. Wenn ihr nur wacht, ohne Unterlass betet, alles tut wie in Gottes unmittelbarer Gegenwart, werdet ihr in der Versuchung behütet und dürft hoffen, bis zum Ende rein, makellos und unbefleckt zu bleiben. Wenn ihr die anfängliche Zuversicht bis zum Ende festhaltet, wird euer ganzer Weg auf Gott gegründet sein. Was die Gnade begonnen hat, wird die Herrlichkeit im Reich unseres Gottes krönen. »Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies steht kein Gesetz.« (Galater 5,22.23) Wenn der Messias in uns ist, werden wir das Fleisch mit den Zuneigungen und Begierden kreuzigen.

Ellen White, »Agents of Satan«, Manuscript 9-1880


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