• Zeltmacher im Nahen Osten: Der Kreis schließt sich.

    Der Kreis schließt sich.

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    Gott ließ mich in seiner Gnade das Licht sehen, das ein Zeltmacher im Leben eines Muslimen angezündet hatte. Von Barnabas Hope

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Montag, 21 Dezember 2015 – 09:37 Uhr

Der Koran bestätigt die Bibel – Ein Muslim macht Schritte zu Jesus (Teil 2): Ich habe ihn gefunden

Ich habe ihn gefunden

Bild: Jasmin Merdan - Adobe Stock

Jetzt, wo in Deutschland viele Muslime ankommen, macht es Sinn durch die Brille eines Muslims zu schauen, der Jesus lieben lernte. Von Asıf Gökaslan – Teil 1 lesen Sie hier.

»Und vor ihm war schon das Buch von Moses eine Führung und Barmherzigkeit; und dies hier ist ein Buch der Bestätigung [dafür] in arabischer Sprache, auf dass es diejenigen warne, die freveln, und denen eine frohe Botschaft bringe, die Gutes tun.« (Koran 46,12 Rassoul)
»Er hat dir das Buch … mit der Wahrheit herabgesandt, das die früheren Offenbarungen bestätigt: die Torah und das Evangelium.« (Koran 3,3 Azhar)

Als ich den Koran studierte, erkannte ich, dass er unter anderem dem Zweck diente, Gottes in der Bibel niedergeschriebene Botschaften zu bestätigen. Der Koran sollte die Bibel weder korrigieren, noch ihr widersprechen oder sie ablösen, sondern er sollte ihre Echtheit unterstreichen. Der Koran verwendet das Wort »Bestätigung« mehr als ein dutzend Mal in Verbindung mit den früheren Schriften. Nicht einmal spricht er davon, dass er sie korrigiert. Das ist nur möglich, wenn die Bibel auch nach der Verkündigung des Korans noch unverfälscht ist. Auf die Bibel verweist der Koran häufig und auch darauf, dass es sein Auftrag ist, die früheren Botschaften zu bekräftigen.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Kirche sich bereits mitten im Abfall befand, als der Koran verkündigt wurde. Statt das unverfälschte Evangelium zu verkündigen und die Heiden wirklich zu bekehren, christianisierte die römisch-katholische Kirche die heidnischen Religionen und paganisierte das Christentum. Die Unterschiede verwischten sich. Das machte die Kirche attraktiver für die Bürger des Römischen Reiches. Ein Ergebnis war, dass die katholische Kirche schon bald zur wichtigsten Religion der römischen Welt wurde und es auch über Jahrhunderte blieb. Ein anderes Ergebnis war, dass diese Hauptform des Christentums sich immer weiter vom wahren Evangelium Jesu Christi und der wahren Verkündigung von Gottes Wort wegbewegte. Je mehr ich die Bibel und den Koran studierte, desto deutlicher wurde mir, dass beide in starkem Kontrast zum Abfall in der Christenheit stehen.

Ich hatte den Eindruck, dass der Koran nichts anderes ist als eine arabische Fassung der biblischen Botschaft – eine Bestätigung der Torah auf Arabisch für Araber.

»Hierauf gaben Wir Moses das Buch – erfüllend für den, der das Gute tut, und als Klarlegung aller Dinge und als Führung und als Barmherzigkeit – auf dass sie an die Begegnung mit ihrem Herrn glauben mögen. Und das ist ein Buch, das Wir niedersandten – voll des Segens. So folgt ihm und hütet euch vor Sünde, auf dass ihr Barmherzigkeit finden möget, damit ihr nicht sprecht: ›Nur zu zwei Völkern vor uns wurde die Schrift niedergesandt, und wir hatten in der Tat keine Kunde von ihrem Inhalt.‹« (Koran 6,154-156 Rassoul)

Hier wird Wesentliches deutlich:

Diese Koranverse bezeugen, dass Gottes inspiriertes Buch »zwei Völkern« gesandt wurde, den Juden und den Christen, bevor der Koran verkündigt wurde. Der Koran wurde den Arabern in ihrer eigenen Sprache gesandt, damit sie die biblischen Botschaften, die den Juden und Christen gesandt wurden, kennen lernten. Er wurde ihnen gesandt, weil auch die Araber die Botschaft brauchten. »Wir hatten in der Tat keine Kunde von ihrem Inhalt.« Der Koran wurde also nicht gesandt, um die Bibel zu korrigieren, ihr zu widersprechen oder sie zu ersetzen, sondern damit die Araber die biblische Botschaft in ihrer eigenen Sprache hörten.

Der Koran bezeugt, dass die früheren Schriften »erfüllend für den (sind), der das Gute tut, und als Klarlegung aller Dinge und als Führung und als Barmherzigkeit – auf dass sie an die Begegnung mit ihrem Herrn glauben mögen.« Wenn die Bibel für den erfüllend ist, der Gutes tut, und alles klarlegt, dann bestätigt dieser Koranvers die lebendige Wahrheit, die schon lange vor dem Koran niedergeschrieben wurde. Als ich als Muslim zum ersten Mal las, wie der Apostel Paulus erklärt, was Inspiration ist, war mir sofort klar, dass der Koran den Leser zur Bibel führen möchte. »Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.« (2. Timotheus 3,16-17)

So wie Gott die Israeliten Schritt für Schritt durch verschiedene Verständnisphasen führte, folgt Gott auch seinem eigenen Plan, wenn er die Verheißungen treu erfüllt, die er Abraham für Ismael gegeben hat. Vielleicht werden die Christen eines Tages staunen, wenn sie sehen, dass Muslime, die Jesus nachfolgen, »wohin er auch geht«, einen nicht unwesentlichen Teil der Erlösten ausmachen werden (Offenbarung 14,4).

Um zu verstehen, dass der Koran eine Bestätigung der früheren Schriften ist, musste ich sowohl die Bibel als auch den Koran studieren, also zurück zu den Quellen gehen. Von allen traditionellen Auslegungen aber musste ich mich freimachen. Ich erkannte, dass der Koran sehr deutlich über Gottes Einstellung zu den früheren Schriften spricht. Er bezeugt klar, dass die Schriften, die zur damaligen Zeit im Besitz der Juden und Christen waren – also die Bibel – Gottes wahres und behütetes Wort sind.

Ich stieß auch auf diesen Vers, der sagt, dass der Koran für die Bibel bürgt:

»Dir haben Wir das Buch (den Koran) mit der Wahrheit geschickt. Es bestätigt die davor offenbarten Schriften und bewahrt sie.« (Koran 5,48 Azhar) Eine andere Übersetzung sagt: »Und Wir haben zu dir das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, das zu bestätigen, was von dem Buch vor ihm war, und als Wächter darüber.« (Koran 5,48 Bubenheim/Elyas)

Oder auf diesen Vers, der sagt, das Muslime an die Bibel glauben müssen.

»Der Gesandte glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten - Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von Seinen Gesandten. Und sie sagen: ›Wir hören und gehorchen. Gewähre uns Deine Vergebung, unser Herr! Und zu Dir ist der Ausgang.‹« (Koran 2:285 Bubenheim/Elyas)

»Ihr Gläubigen! Glaubt an Gott, Seinen Gesandten, das Buch, das Er ihm herabgesandt hat und an die davor offenbarte Schrift! Wer Gott, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag leugnet, der ist weit abgeirrt.« (Koran 4,136 Azhar)

Der Koran sagt sehr deutlich, dass alle weit abgeirrt sind, die seine Bücher leugnen. Hier steht nicht sein Buch, sondern seine Bücher. Wer also nur an den Koran glaubt und nicht an die Bibel, der ist laut Koran ein Ungläubiger, dem schlimmes Unheil droht.

Das Gebet zu Allah

Mehr als drei Jahre lang betete ich zu Allah, er möge mich in meinem Bibel- und Koranstudium leiten. Mehr als drei Jahre lang benutzte ich nicht das Wort »Gott«, weil Allah mein Gott war, nicht irgendein Gott! Selbst nachdem mich der Koran überzeugt hatte, dass die Bibel Allahs Wort ist und niemand sein Wort ändern kann, scheute ich mich zu »Gott« zu beten. Wieder und wieder betete ich zu Allah und nur zu Allah, er möge mir die Wahrheit über Jesus zeigen. Wie leicht neigt man zu Engstirnigkeit, wenn man in einer Kultur aufwächst. Denn jede Kultur hat ja ihre Eigenheiten. Dieses tief verwurzelte kulturelle Empfinden lässt sich nicht so einfach ignorieren. Für einen Muslim ist es aus mehreren Gründen schwierig, eine Bibel in die Hand zu nehmen und zu lesen. Oft machen Pastoren, Gelehrte, Theologieprofessoren und andere gebildete Menschen, aber auch gewöhnliche Christen es den Muslimen noch schwerer, die Bibel zu lesen. Denn sie beleidigen unseren Propheten und unser heiliges Buch oder konfrontieren uns mit christlicher Kultur oder christlichen Traditionen.

Die große Mehrheit der Christen glauben, dass Mohammed ein falscher Prophet und der Islam eine falsche Religion ist. Im Allgemeinen glaubt man, der Koran und die Bibel seien absolut inkompatibel. Der Islam sei eine große Lüge und widerspreche der Bibel völlig. Ja er sei voller dämonischer Lügen. Es gebe keine gemeinsame Basis. Entweder man glaube an die Bibel oder an den Koran. Der Koran spräche sich für Gewalt, Unterdrückung und das Böse aus.

Doch wenn ich die Evangelien lese, verstehe ich, warum Gandhi gesagt hat: »Ich mag euren Christus, aber eure Christen nicht. Eure Christen sind so anders als euer Christus.«

Von Weihnachten zum Kreuz

Einige Christen sagen, der Halbmond oder Mond und Stern, wie sie als Symbole auf islamischen Schulen oder Moscheen verwendet werden, hätten ihren Ursprung in der alten heidnischen Religion Babylons. Sie sagen, der Islam habe dort seine Wurzeln und Allah sei der Mondgott! Mit derselben Logik müsste man allerdings zu dem Schluss kommen, dass auch das Christentum seine Wurzeln im Heidentum hat. Das Kreuz ist schließlich ein heidnisches Symbol, das Jahrhunderte vor Jesu Geburt von den Heiden verehrt wurde. Erst Jahrhunderte nach Jesu Kreuzigung hat die römisch-katholische Kirche das Kreuz übernommen. Von Weihnachten bis hin zum Kreuz haben viele heidnische Traditionen und Symbole ihren Weg in die christliche Welt gefunden. Bedeutet dies, dass das Christentum seine Wurzeln im Heidentum hat?

Alle diese Behauptungen haben mich definitiv nicht zur Bibel oder zu Jesus gezogen. Für einen Muslim sind sie nichts als Beleidigungen gegen seinen Glauben, sein heiliges Buch und gegen Allah. Es hat mich immer verwirrt, wenn ich hörte, wie Christen zu Jesus als ihrem Gott beten und ihn als allmächtigen Gott verehren. Doch dann las ich in Johannes, dass uns Jesus Gottes Name offenbar gemacht hat (Johannes 17,6). Jesus sagte: »Ich habe deinen Namen den Menschen offenbar gemacht, die du mir aus der Welt gegeben hast.« (Johannes 4,22) Einige »beten an, was sie nicht kennen« (Johannes 4,22 paraphrasiert), doch »die wahren Anbeter werden den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten; denn der Vater sucht solche Anbeter.« (Johannes 4,23) Das sprach mich an und machte mich neugierig.

Es gibt Millionen, die nie die Wahrheit über Jesus gehört haben. Glaubt mir, sie werden genauso offen wie ich sein, wenn sie Jesus durch den Koran und die Bibel entdecken dürfen, frei von christlicher Kultur und Tradition.

»Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.« (Römer 10,17) Dieser Bibelvers hat sich in meinem Leben als Muslim erfüllt und ich kann nur jeden Nachfolger Jesu ermutigen, nur das Wort Gottes zu predigen, statt menschliche Erklärungen und Traditionen. Gottes Wort ist mächtig. Es wird sein eigenes Werk vollbringen.

Kleine Schritte mit dem Volk des Buches

Vor Jahren hat Gott mich in seiner unendlichen Gnade zu einer Adventistin geführt, die mit mir den Koran studierte und mir Bibelverse erklärte. Wenn wir uns nicht einig waren in einem Punkt, gab sie mir immer den Rat, einfach zu beten und den Vers immer wieder zu lesen und Gott immer wieder zu fragen, bis er uns das richtige Verständnis zur rechten Zeit schenkt.

Der christusähnliche Lebensstil dieser Siebenten-Tags-Adventistin säte seinen Samen in mein Herz. Ein einfacher Siebenten-Tags-Adventist erklärte mir das Buch Daniel. Ein adventistischer Pastor zeigte mir, wie ein paar Koranverse mit der Bibel zusammenhingen. Ein adventistischer Stahlarbeiter im Ruhestand zeigte mir meine großartige muslimische Geschichte in der Bibel von der Genesis bis zur Offenbarung. Viele ganz normale Adventisten verbrachten Zeit mit mir, während ich kleine Schritte zum Messias machte. Es dauerte Jahre bis ich an diesen Punkt kam.

Wäre ich einem jener Christen begegnet, die den Islam und den Koran beleidigen, hätte ich ihnen gar nicht erst zugehört. Die Bibel sagt, dass der Glaube aus dem Hören von Gottes Wort kommt, nicht indem man eine Religion beleidigt, die ihre Gläubigen sogar dazu auffordert, der Bibel zu gehorchen und ihre Augen auf Jesus zu richten. Denn das tut ja der Koran.

Als Arabisch sprechender Muslim entdeckte ich, dass mein Gott der Gott der Bibel ist und das sein unverfälschtes Wort heute immer noch für jeden zugänglich ist. Es ist allgemein anerkannt, dass Jesus und seine Jünger hauptsächlich Aramäisch sprachen. Ich wusste, dass Aramäisch dem Arabischen viel ähnlicher ist als Hebräisch. Ja die beiden sind Schwestersprachen. Jesus Christus, der Messias, sagt in der Bibel: »›Eloi, eloi, lama sabachthani?‹ Das heißt übersetzt: ›Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?‹« (Markus 15,34)

Wenn wir Jesu Worte ins Arabische übersetzen, lautet dies: »Elahi, Elahi, lemadha taraktani: الهي الهي لماذا تركتني

Jesus sagte diese Worte vor rund 2000 Jahren in Aramäisch und noch heute klingen diese Worte fast gleich, wenn man sie ins Arabische übersetzt. Jesus sagte: »Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.« (Johannes 20,17) Also haben sowohl mein Erlöser als auch ich denselben Gott und Vater. Wir beide nennen ihn Eloi/Elahi = mein Gott. Auf Arabisch heißt Gott Allah, und »mein Gott« Elahi, was sich vom Wort Allah herleitet, das wiederum vom Aramäischen Wort für Gott, Alah oder Alaha stammt.

Ich habe jetzt Jahre lang den Koran, die Bibel und den Geist der Weissagung studiert. Auch habe ich mich im Detail mit der Adventgeschichte beschäftigt. Mein Ergebnis ist, dass die Adventbewegung nicht nur eine Glaubensgemeinschaft unter vielen ist, sondern eine einzigartige, vom Himmel ins Leben gerufene Bewegung mit dem Auftrag, die Welt zu retten und unbeirrt vorwärts zu gehen in der Demut Jesu. Gott hat den Siebenten-Tags-Adventisten die Endzeitbotschaft anvertraut. Wie eine Mutter hat Ellen White alle Adventisten ermahnt: »Als Siebenten-Tags-Adventisten rufen wir die Menschen von den Bräuchen und Traditionen weg zu einem klaren ›So spricht der Herr‹. Aus diesem Grund schwimmen wir nicht mit dem Strom – wir können es auch nicht –, der den Lehren und Geboten der Menschen folgt.« (Testimonies 5, 389)

Wie dankbar bin ich jenen wahren Christen, die sich ganz dem »einen Gott und Vater aller, über allen« hingegeben haben, »dem Gott Abrahams und dem Gott Isaaks und dem Gott Jakobs« (Epheser 4,6; Matthäus 22,32M Koran 4,163; 3,84; 2,136). Sie haben mir als Muslim geholfen, das Evangelium vom Koran aus zu verstehen, der mich zur Bibel geführt hat und zu Allahs Repräsentanten, seinem Emir, seinem Messias: meinem Herrn und Heiland Jesus Christus.

Wer ist Jesus Christus?

»Darum lasse ich euch wissen, dass niemand, der im Geist Gottes redet, Jesus verflucht nennt; es kann aber auch niemand Jesus Herrn nennen als nur im Heiligen Geist.« (1. Korinther 12,3) Als ich diesen Vers las, verstand ich, dass ich ohne Gottes Heiligen Geist nie eine Antwort auf die Frage geben können würde, wer Jesus Christus wirklich ist. Kein Mensch kann Jesus als seinen Herrn anerkennen ohne den Heiligen Geist. Ein anderer Vers erklärt, dass Gott der Vater durch seinen Heiligen Geist dem Petrus diese Wahrheit offenbarte:

»Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel!« (Matthäus 16,15-17)

Hier stand Jesus Christus vor Petrus als Mensch aus Fleisch und Blut und sagte: »Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel!« Nicht einmal Jesus selbst offenbarte dem Petrus, wer er ist. Jesus beglückwünschte aber Petrus dafür, dass er die Worte gesprochen hatte: »Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.« Er sagte: Petrus, das entspringt nicht deinen eigenen natürlichen Gedanken, sondern ist dir von meinem Vater offenbart worden. Diese Antwort auf die Frage, die Jesus den Jüngern gestellt hat, muss von allergrößter Wichtigkeit gewesen sein. Denn der Heilige Geist sprach durch Petrus, damit diese Wahrheit verstanden würde.

Jesus fragte die Jünger direkt: »Für wen haltet ihr mich?« Petrus antwortete dann etwas, was er so gar nicht vorhatte. Dann sagte Jesus: »Diese Antwort ist von dem einzigen wahren Gott eingegeben.« Im Anschluss daran sagt Jesus, dass diese Wahrheit (Jesus als Sohn des lebendigen Gottes) das Fundament ist, auf das er seine Gemeinde bauen würde. Diese Wahrheit, die Petrus bekannt hat, besagt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn des lebendigen Gottes. Er ist nicht nur irgendein Prophet, sondern das göttliche Wort Gottes, das Fleisch wurde. Ich stellte fest, dass der Koran, genauso wie Petrus, in Jesus den Messias erkannt hat. »Wahrlich, der Messias, Jesus, Sohn der Maria, ist … der Gesandte Allahs und Sein Wort.« (Koran 4,171 Rassoul) Petrus bekannte, dass der Messias der Sohn des lebendigen Gottes ist, dass Jesus von Gott ausgegangen ist und ihn repräsentiert. Genauso bekennt der Koran dieselbe Botschaft, in dem er Jesus »Wort Gottes« nennt.

»Maria, Gott verkündet dir eine frohe Botschaft durch ein Wort von Ihm. Sein Name ist Jesus, Sohn Marias, der Messias.« (Koran 3,45 Azhar) In diesen Versen wird Jesus Christus, der Sohn Marias »Wort von Gott« oder »Wort Gottes« genannt, das zu Maria gesandt wurde. Jesus ist das Wort Gottes, das »Fleisch wurde«, wie es in Johannes 1,14 steht: »Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.«

Wenn Muslime die Frage stellen »Wer ist Jesus?«, antworten viele Christen: »Jesus ist der Sohn Gottes.« Obwohl diese Aussage an und für sich wahr ist, erscheint dies dem menschlichen Verstand erst einmal unmöglich zu sein (1. Korinther 12,3). Christen sprechen gerne über Jesu Göttlichkeit, die für das   menschliche Herz unbegreiflich ist, solange es nicht vom Heiligen Geist erfüllt wird. Dafür sprechen Christen wenig über Jesu Menschlichkeit, obwohl das Thema so wichtig ist. In Gottes Augen ist es eine große Sünde, Jesu Menschlichkeit zu leugnen. Der Apostel Johannes warnt uns in seinem zweiten Sendschreiben vor dieser Sünde: »Denn viele Verführer sind in die Welt hineingekommen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist — das ist der Verführer und der Antichrist.« (2. Johannes 1,7) Zur Zeit des Johannes leugneten die Irrlehrer, dass Jesus wirklich einen menschlichen Körper hatte. Es habe nur so ausgesehen. Auch heute glauben viele Christen nicht, dass Jesus in allem versucht wurde wie wir (doch ohne Sünde). Sie leugnen, dass er mit unseren Schwachheiten mitfühlen konnte (Hebräer 4,15) und glauben nicht, dass wir überwinden können, wie er überwand (Offenbarung 3,21). Doch gerade diese Betonung der Menschlichkeit Jesu konnte ich als Muslim leicht verstehen.

Gerade durch sein menschliches Fleisch öffnete Jesus uns einen neuen Weg zum Leben. Er war so glaubhaft und authentisch Mensch und doch vollkommen, dass der Weg seines Lebens eine unwiderstehliche Anziehungskraft entwickelte. »Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.« (Offenbarung 3,21) Jesus hat nicht in seiner göttlichen Natur überwunden. Er überwand die Versuchung vielmehr in seiner menschlichen Natur. Und deshalb ist er mein Vorbild.

»Die Menschlichkeit des Gottessohnes ist uns alles. Sie ist die goldene Kette, die unsere Seelen mit Jesus verbindet und durch Jesus mit Gott.« (Our High Calling, 48)

Zu diesem Jesus fühlte ich mich unwiderstehlich hingezogen. Ist es nicht erstaunlich, dass der Koran mit Ellen Whites Aussagen im Einklang steht? Denn der Koran betont immer und immer wieder die Menschlichkeit Jesu als Messias und Sohn der Maria.

Mein Koranstudium brachte mich zu folgender Schlussfolgerung. Der Koran spricht wie die Bibel von der Jungfrauengeburt Jesu. Er nennt Jesus das Wort Gottes und Geist von ihm. Er erkennt seine Göttlichkeit und Präexistenz an, wenn er sagt, dass Jesus Gottes Wort war, das zu Maria gesandt wurde. Offensichtlich musste er vor seiner Empfängnis existiert haben, sonst hätte er Maria nicht erreichen können. Die vielen Koranverse die scheinbar Jesu Göttlichkeit leugnen, warnen uns in Wirklichkeit vor drei Dingen. Erstens sollten wir Jesus nicht entmenschlichen, sodass er uns nicht länger von unseren Sünden retten kann. Zweitens sollten wir Jesus nicht derart vergöttlichen, dass wir meinen, wir könnten Gottes Gebote, seine Torah seit Golgatha missachten. Und drittens sollten wir aus dem allmächtigen Gott keinen heidnischen Götzen machen, indem wir meinen, er habe mit Maria ein Kind gezeugt und sie dadurch zur Göttin gemacht, die nun gemeinsam mit ihrem Sohn auf Allahs Thron regiert, um Gottes Gesetz zu ändern und unsere Sünden schönzufärben.

Die Bibel und der Koran sprechen von Jesu göttlicher und seiner menschlichen Natur. Jesus ist der Sohn des lebendigen Gottes, und der Sohn des lebendigen Gottes ist unser Herr. Niemand kann Jesus als seinen Herrn annehmen, als nur durch den Heiligen Geist (1. Korinther 12,3). Den Geist bekommt man durch den Glauben an die Verheißung (Galater 3,14) und den Glauben findet man, indem man Gottes Wort hört (Römer 10,17). Die Welt muss also Gottes Wort hören, damit sie Glauben findet, den Heiligen Geist erhält und durch ihn bekennen kann: Jesus ist Herr.

Muslim im wahrsten Sinne des Wortes

Ich bin Muslim und habe mich bewusst dafür entschieden, meinem alten Sündenleben den Rücken zu kehren und ein neues Leben in Jesus zu führen. Seit Jahren studiere ich die Bibel und befolge damit Gottes Gebot im Koran (2,285). Ich nehme die Bibel als mein Buch an, ohne den Koran zu verwerfen. Wie sollte ich auch? Der Koran war für mich ein so großer Segen. Er hat mich in tiefere Wahrheit geführt und durch seinen Messias Jesus in eine engere Beziehung zu Allah gebracht. Ich bin ein Muslim im wahrsten Sinne des Wortes, Gott völlig ergeben wie die Jünger Jesu, die auch Muslime waren!

»Und als Ich den Jüngern eingab: ›Glaubt an Mich und an Meinen Gesandten!‹ Sie sagten: ›Wir glauben. Bezeuge, dass wir Muslime sind!‹« (Koran 5,111 Bubenheim/Elyas Fußnote)

»Als ‘Isa aber ihren Unglauben wahrnahm, sagte er: ›Wer sind meine Helfer zu Allah?‹ Die Jünger sagten: ›Wir sind Allahs Helfer. Wir glauben an Allah, und bezeugen, dass wir Muslime sind!‹« (Koran 3,52 Bubenheim/Elyas Fußnote)

Islam ist die göttliche Religion und als solche steht ihr Name für das Grundprinzip von Gottes Religion: völlige Hingabe an Gottes Willen. Das arabische Wort Islam bedeutet Unterwerfung oder Hingabe des eigenen Willens an den einzig wahren Gott, der Anbetung verdient. Jeder, der dies tut, wird als »Muslim« bezeichnet. Der Islam ist keine neue Religion, die Mohammed im siebten Jahrhundert in Arabien gegründet hat. Der Koran sagt deutlich, dass der Islam die einzig wahre Religion Gottes ist, die er selbst für uns gegründet hat und der Noah, Abraham, Mose, Jesus und Mohammed angehörten. Wer das Alte Testament, das Neue Testament und den Koran studiert, stellt fest, dass das Wesen unseres Glaubens tatsächlich in der Übergabe und Hingabe unseres Willens an den einzigen wahren Gott besteht.

Im Koran werden die Jünger Jesu nicht deshalb Muslime genannt, weil sie sich so bezeichnet hätten, sondern weil sie ihren Willen ganz Gott hingaben und das annahmen, was er ihnen offenbarte. Genau dasselbe erwartet der Koran von jedem Muslim. Er soll an die gesamte Gottesoffenbarung glauben und ihm ergeben (muslim) sein.

»Wir glauben an Allah und an das, was zu uns als Offenbarung herabgesandt worden ist, und an das, was zu Ibrahim, Isma'il, lshaq, Ya‘qub und den Stämmen herabgesandt wurde, und was Musa und ‘Isa gegeben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von ihnen, und wir sind Muslime.« (Koran 2,136 Bubenheim/Elyas Fußnote)

Hingabe als Lebensstil

Für mich als Muslim ist Hingabe ein Lebensstil. Ich habe festgestellt, dass dies auch das Fundament der biblischen Lehre ist. Der Messias sagte, während er auf dieser Erde weilte: »Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!« (Matthäus 16,24) Wenn das kein Ruf zur Hingabe ist! Es reicht nicht, an Gott zu glauben. Auch die Dämonen glauben und zittern (Jakobus 2,19). Der Glaube ist zwar wesentlich, ohne Hingabe aber ist er bedeutungslos.

»Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.« (Matthäus 7,21)

Diese Hingabe zeigt sich in Taten, nicht nur in Worten. Das Problem der Muslime und Christen heute ist, dass ihr Glaube ein Lippenbekenntnis ist. In ihrem Leben wird dieser Glaube nicht sichtbar. Muslime und Christen heute sagen das eine und leben das andere. Jesus ist unser Vorbild und fordert uns nur zu dem auf, was er selbst getan hat: Er »erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz« (Philipper 2,8). Er gab sich dem Vater völlig hin und erwartet dasselbe auch von uns. »So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch.« (Jakobus 4,7) Nachdem Jakobus die Gläubigen ermutigt hat, sich Gott ganz hinzugeben, fährt er tröstend fort: »Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! « (Jakobus 4,8) Auch der Koran sagt vom allmächtigen Gott: »So bin Ich nahe; Ich höre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich ruft.« (Koran 2,186 Rassoul)

Ich glaube, dass der Messias, Gottes Gesalbter, der Retter der Welt ist und ich habe ihn im Koran gefunden. Der Koran spricht voller Achtung von der Torah, den Psalmen und dem Evangelium als von den Schriften, die Mose, David und Jesus gegeben wurden. Wiederholt weist der Koran den Leser auf die früheren Bücher, in denen Führung, Licht, Erkenntnis zwischen Gut und Böse sowie Ermahnung zu finden sei. In dieser Ermahnung suchen wir Führung. Der Koran nennt diese Schriften »Gottes Bücher« und beschreibt sie als Zeichen, Licht, Führung und Erbarmen. Er ermahnt die Gläubigen sie zu lesen und auszuleben (Koran 2,53; 4,136; 5,44-46) und weist den Gläubigen auf den rettenden Messias hin, von dem die Bibel berichtet.

Leider kommt die größte Ablehnung für dieses Koranverständnis von einigen Ex-Muslimen. Sie sind zum Teil schockiert darüber, wie ich meine Mitmuslime erreichen möchte. Ex-Muslime haben oft eine sehr negative Haltung zum Islam wie Ex-Christen zum Christentum. Doch Ex-Christen haben oft deshalb ihren Glauben verlassen, weil sie nie echtes biblisches Christentum kennen gelernt haben. Ich verstehe, dass sie schockiert sind. Aber ich sehe vor meinem inneren Auge, wie ihre Familien und Freunde aus ihren Sünden gerettet werden könnten, wenn diese Ex-Muslime ihnen das wahre Gesicht des Islams zeigen würden: völlige Hingabe an Gott und seinen Messias und Gehorsam gegenüber der gesamten Offenbarung, zu der auch die Bibel gehört. Warum sollte ich den Weg zu ihren Herzen abschneiden, der doch vom Koran schon gebahnt ist?

Gottes Verheißung einer großen Nation

Warum wollen Christen uns gegen den Islam und den Koran aufbringen, wenn Gott durch dieses Buch zu den Nachkommen Ismaels spricht? In 1. Mose 21,13 wurde Abraham die Verheißung gegeben, dass die Nachkommen Ismaels eine große Nation würden. Und in 1. Mose 17,20 heißt es: »Wegen Ismael aber habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn reichlich gesegnet und will ihn fruchtbar machen und sehr mehren. Er wird zwölf Fürsten zeugen, und ich will ihn zu einem großen Volk machen.« Das Wort Volk bezog sich nicht auf eine Gruppe Menschen innerhalb der jüdischen Nation. Ismaels Nachkommen würden ein eigenes großes Volk werden.

Was war also der Unterschied zwischen den Religionen Ismaels und Isaaks? Wenn wir die Bibel und den Koran studieren, kommen wir zu dem Schluss, dass es keinen Unterschied gab. Allein der Bund, der mit der Sendung des Messias zu tun hatte, wurde mit Saras Nachkommen geschlossen, nicht mit Hagars. Dies sollte Ismael und seinen Nachkommen bewusst sein.

Wir lesen im Koran und in der Bibel von der Schöpfung dieser Welt, dem Sündenfall von Adam und Eva und dem Erlösungsplan durch das Opfersystem, von der Sintflut, dem Gesetz Gottes und dem Sabbat, dem Kommen des Messias, dem Tag des Gerichts und dem Lohn der Gerechten im Himmel. Dieselbe Botschaft wurde durch Isaaks Nachkommen verkündigt. Der einzige Unterschied bestand darin, wer ausgewählt wurde, den Messias zur Welt zu bringen.

Jeder, der den Koran liest, erkennt deutlich, dass er das Ziel hat, den Glauben an den einen Gott zu stärken und dass ihm allein die Ehre gebührt. Seine Gebote sind zu befolgen und was er verbietet, ist zu meiden. Der Islam ist die Religion, der alle Propheten angehörten, die Gott den Menschen geschickt hat. Im Koran heißt es: »Er verordnete für euch die Religion, die Er Noah anbefahl und die Wir dir offenbart haben und die Wir Abraham und Moses und Jesus anbefohlen haben. Nämlich in der Einhaltung der Religion treu zu bleiben und euch deswegen nicht zu spalten.« (Koran 42,13) »Nichts anderes wird dir gesagt, als was schon den Gesandten vor dir gesagt wurde.« (Koran 41,43 Rassoul)

Nachdem ich den Koran und die Bibel lange studiert habe, erkannte ich im Wort Islam eine Bezeichnung für den reinen ursprünglichen Glauben. Islam (Hingabe), Salam (Frieden) und Salama (Rettung) sind miteinander verwandt. Nur wer mit Gott versöhnt wird, findet Frieden und Glück. Alles Unglück kommt aus meiner Feindschaft zu Gott. Sünde, die von Satan kommt, bringt Feindschaft gegen Gott. Frieden mit Gott geschieht, wenn wir von Sünden frei werden. »Versöhne dich doch mit Ihm und mache Frieden! Dadurch wird Gutes über dich kommen.« (Hiob 22,21)

Der Glaube Jesu

Ich brauchte Frieden mit Gott. Doch wie konnte ich ihn finden? Ich fand die Antwort in der Bibel: »Hier ist das Ausharren der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren.« (Offenbarung 14,12 Elberfelder) Der Glaube Jesu Christi bringt mich in Harmonie mit Gott. Jesu Lebensworte anzunehmen, zu leben wie er, bringt mich in Einklang mit Gottes Willen. Das Ergebnis ist Frieden. Denn dann setze ich mich für Gottes Werke ein. An diesen Punkt haben mich der Koran und die Bibel gebracht. Ich glaube fest daran, dass sie mich noch tiefer führen werden, sodass ich die göttliche Natur noch besser verstehen und an ihr völligen Anteil haben kann.

Warum wollen Christen Muslime aus dem Islam herausholen, wenn Gott diesen Namen für die Nachkommen Ismaels vorgesehen hat? Warum steckt man uns in Schubladen, die man verurteilt? Nirgendwo in der Bibel lese ich, dass ein Gläubiger sich Christ nennen muss! Selbst die Jünger wurden erst Christen genannt, als die Ungläubigen meiner Heimatstadt Antiochien (dem heutigen Antakya) sie so schimpften. Ob ich mich als Christ oder Muslim bezeichne, ist nicht entscheidend, wenn ich den Sabbat nur von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang halte, um während der Woche in mein sündiges Leben zurückzukehren. Was zählt, ist, ob Gottes Geist mein Herz berührt hat und es nun mit Liebe für Gott brennt.

Muslime glauben, dass der Schöpfer des Himmels und der Erde auf Arabisch Allah heißt. Mit diesem Namen beten ihn auch alle arabischen Juden und Christen an (einschließlich der Siebenten-Tags-Adventisten). Muslimen ist grundlegende Erkenntnis geschenkt, und damit begann meine Reise. Auf dieser Grundlage wurde mir als Muslim das Evangelium gepredigt. Auf dieser Grundlage wurde meine Beziehung zum Schöpfergott wiederhergestellt, weil die Gute Nachricht mich mit Allah versöhnt hat.

Jesus ist der Messias

Muslime glauben, dass Isa al-Masih (Jesus der Messias) ein Prophet und Gesandter Allahs ist. Dass der Koran Jesus Prophet und Gesandter nennt, ist korrekt. Die Bibel tut nämlich genau dasselbe. Das heißt ja nicht, dass Jesus nicht gleichzeitig unser Messias, also Erlöser wäre. Auch Muslime wissen, dass nicht jeder Gesandte der Messias sein kann … aber der Messias muss auch ein Gesandter sein. Genauso ist »Menschensohn« ein Titel für unseren Herrn. Über achtzig Mal wird er in den Evangelien erwähnt. Meistens verwendet Jesus ihn, wenn er von sich selbst spricht. Das bedeutet aber nicht, dass Jesus nicht gleichzeitig auch der Sohn Gottes wäre.

Der Koran sagt, dass Isa al-Masih ein Prophet war, der Menschen von den Toten auferweckt hat. Muslime wissen, dass Jesus al-Masih Wunder vollbrachte und eines Tages als Zeichen des Jüngsten Tages wiederkommt. Jesus war sowohl Gesandter als auch der von Allah verheißene Messias! Was ist ein Messias? Der Messias wurde schon immer als Erlöser, Befreier und Retter verstanden. Gott hatte verheißen, dass der Messias die Sündenschuld für alle Menschen bezahlen würde.

Ich habe den Messias als das Geschenk Gottes an den sündigen Menschen angenommen, als meinen Heiland und Erlöser. Torah und Propheten haben sein Kommen vorhergesagt. Koran und Bibel offenbaren ihn! Der Messias … der Retter der Welt! Weder Koran noch Bibel sprechen von einem anderen Messias! Ich glaube, dass Muslime ihn immer deutlicher verstehen werden – zuerst als Prophet und Gesandten, dann als Heiland und schließlich als Herr. Allerdings braucht das seine Zeit. Aber der Heilige Geist wird es ihnen offenbaren, wie er es damals auch Petrus zeigte (Matthäus 16,17).

Ich glaube, dass der Koran die Tür weit öffnet für das Evangelium. Das gemeinsame Zeugnis der christlichen und muslimischen Schrift, dass Jesus der lang erwartete in höchstem Maße Gesalbte ist, schafft eine Grundlage, auf der Christen die Botschaft des Evangeliums Muslimen erklären können, damit sie verstehen, was Messias in der Tiefe bedeutet.

Sobald wir unseren Willen dem allmächtigen Gott ausliefern, erfüllt er uns mit dem Heiligen Geist. Wenn der Heilige Geist in uns lebt, führt er uns in die ganze Wahrheit über Jesus. »In ihre Herzen hat Er den Glauben geschrieben und sie mit Geist von Sich gestärkt.« (Koran 58,22 Bubenheim/Elyas) Der Heilige Geist wird uns erleuchten und wir werden erkennen, dass Jesus Herr ist. Ich habe es selbst erfahren.

Jesus ist mein Vorbild

Wir lesen in der Bibel, dass unsere Rettung und unser ewiges Leben davon abhängt, dass wir den allein wahren Gott und Jesus Christus erkennen: »Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.« (Johannes 17,3) Oft habe ich mich gefragt, was es in der Praxis bedeutet, Jesus zu erkennen. Was bedeutet mir Jesus persönlich? Werde ich Jesus »Herr, Herr« nennen und werde doch zu denen gehören, denen er antworten wird: »Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!« (Matthäus 7,21)?

So oft schildert der Koran die Grundsätze, aber die Bibel erklärt sie, indem sie die Geschichte ausführlicher erzählt. Jesus Christus, das Wort Gottes wurde Fleisch/Mensch (Johannes 1,14; Koran 3,45), überwand die Sünde als Vorbild für uns, damit wir ihm nachfolgen und in seine Fußstapfen treten. »Als Jesus, der Sohn Marias, als Beispiel angeführt (und mit Adam verglichen) wurde, wandte sich dein Volk mit Geschrei davon ab. Sie sprachen: ›Sind unsere Götter nicht doch besser als er?‹ Sie führten dir das Gleichnis nur der Kontroverse wegen an. Sie sind ein streitsüchtiges Volk.« (Koran 43,57-58 Azhar)

Wieder bestätigt der Koran eine biblische Wahrheit über Jesus Christus. Er ist unser Vorbild. Wer das besser verstehen will, findet mehr Licht beim Bibelstudium. »Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden.« (1. Petrus 2,21-22)

Ich erkannte, dass der Koran und die Bibel deutlich lehren, dass Jesus uns ein vollkommenes Beispiel gegeben hat. Kein anderer Mensch hat je ohne Sünde gelebt. Jesus lebte ohne Sünde, weil er immer Gott vor Augen hatte und ihm in allen Dingen völlig ergeben war. Als ich Jesus erkannte, verstand ich, dass es um den Gehorsam geht, den Satan in meinem Leben verhindern möchte. Ich erkannte, dass Jesus in die Welt gekommen ist, um zu beweisen, dass Gott gerecht ist und dass man durch Glauben Gottes Gebote halten kann. Er kam, um zu beweisen, dass die Gebote wirklich aus Liebe gegeben wurden, damit wir sie aus Liebe befolgen.

Der Koran lehrt, dass der Gott des Islams der Gott Abrahams, Isaaks, Jakobs, Moses und Jesus ist (Koran 4,163; 3,84; 2,136). Wenn wir die traditionelle Koranauslegung der Muslime beiseitelassen und auch die Traditionen, die die meisten Christen als heilsnotwendig betrachten, bleibt ein gemeinsamer Nenner, der monotheistische Glaube des Abraham an den einen Gott, dem wir allein dienen und gehorchen sollen. »Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid!« (Jakobus 4,8)

Ich sehe darin eine deutliche Einladung zur Rettung. Die Vorbedingungen sind deutlich beschrieben. Satan hat nur Macht, wenn wir uns von ihm von der Wahrheit wegziehen lassen. Ich erkenne, dass unser Streit über den Glauben unseren Blick von Gott ablenkt. Menschliche Dogmen trennen uns von Gott und voneinander. Wenden wir uns aber der Führung zu, die zu jedem durch unser Gewissen spricht, wird das Himmelreich plötzlich greifbar, ganz gleich ob wir Juden, Christen oder Muslime sind.

»Doch wer sich Allah hingibt und Gutes tut, der hat seinen Lohn bei seinem Herrn; und diese werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein.« (Koran 2,112 Rassoul) »Welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus.« (1. Timotheus 2,4-5)

Ellen White schreibt: »Wird der Mensch die göttliche Kraft in Anspruch nehmen und entschlossen und ausdauernd Satan widerstehen, so wie Jesus es in seinem Konflikt mit dem Feind in der Wüste der Versuchung vorgelebt hat? Gott kann den Menschen nicht gegen seinen Willen vor dem Einfluss der satanischen Tücken retten. Es ist notwendig, dass der Mensch mit seiner menschlichen Kraft und der Hilfe der göttlichen Kraft Jesu wirkt, und sich selbst widersteht und um jeden Preis besiegt. Kurzum, nur wenn der Mensch überwindet wie Jesus überwand, dann wird er ein Erbe Gottes und ein Miterbe Jesu Christi durch den Sieg, den er in dem allgewaltigen Namen Jesu erringen darf. Das kann nicht geschehen, wenn Jesus allein alles Überwinden übernehmen würde. Der Mensch hat seine Aufgabe. Es ist notwendig, dass er auf eigene Kosten Sieger wird durch die Kraft und Gnade, die Jesus ihm schenkt. Der Mensch und Jesus sind beim Überwinderwerk Kollegen.« (Amazing Grace, 254)

Wenn ich das Leben Jesu studiere und die Gemeinschaft, die er mit Gott hatte, verstehe ich immer mehr, was Jesu Glaube bedeutet und welchen Glauben ich selbst brauche. Das ist die Kraft, die mich befähigt, Überwinder zu sein und Gottes Gebote zu befolgen. »Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.« (Offenbarung 3,21) Durch diese Tür, die Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung zu unserer Rettung geöffnet hat, möchte ich gehen. Ich möchte Jesu Glauben haben, Satans Versuchungen überwinden, wie Jesus überwand. Nur dann bin ich ein Muslim im wahrsten Sinne des Wortes und Gott völlig ergeben.

Teil 1 lesen Sie hier.


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