• Adventisten heute, gelesen im August 2019 (Teil 5): Quo vadimus? Thema Homosexualität

    Quo vadimus? Thema Homosexualität

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    Wohin steuern wir als Gemeinde in Deutschland? Von Kai Mester

Montag, 02 September 2019 – 09:07 Uhr

Adventisten heute, gelesen im August 2019 (Teil 2): Quo vadimus? Thema Pastorinnen

Quo vadimus? Thema Pastorinnen

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Wohin steuern wir als Gemeinde in Deutschland? Von Kai Mester

Mit großem Interesse las ich die Augustausgabe der Zeitschrift adventisten heute. Als deutscher Adventist ist meine Aufmerksamkeit beim Lesen der Frage geschuldet: Quo vadimus? Wohin gehen wir Adventisten in Deutschland?

Die August-Ausgabe inspirierte mich zum Schreiben. Hier das zweite von fünf Zitaten, die mich besonders zum Nachdenken brachten:

Pastorinnen-Tagung in Friedensau

»Claudia Sokolis-Bochmann, verheiratet mit einem adventistischen Pastor und selbst baptistische Pastorin, berichtete von dem langen, hindernisreichen Weg, bis sie von ihrer Kirche endlich als Gemeindepastorin anerkannt wurde. Mit ihrer Geschichte konnten sich viele von uns identifizieren. Immer wieder erleben Pastorinnen, dass ihre Überzeugung, von Gott zum Predigtdienst berufen zu sein, von Menschen ihres eigenen Glaubens unterdrückt, abgelehnt und bezweifelt wird. Die seelischen Verletzungen durch diese Art der Diskriminierung waren spürbar und sichtbar. Unter Tränen erzählten Teilnehmerinnen von ihren persönlichen Erfahrungen … Und eines Tages wird der Traum von Martin Luther King wahr werden, und es wird keine Diskriminierung mehr geben.« (Heidemarie Klingeberg auf Seite 6)

Das ist ein kleiner Eindruck von einer Tagung, an der rund 20 adventistische Pastorinnen aus sechs europäischen Ländern teilnahmen, allein 13 davon aus Deutschland. Claudia Sokolis-Bochmann war als baptistische Teilnehmerin zu Gast.

Die Frage, die ich mir stellte: Waren die Verletzungen und Tränen der Pastorinnen auf jener adventistischen Tagung wirklich Zeichen ihrer Freude, für Christus zu leiden? Oder sind es unsere Tränen in den Situationen, wo wir unter Widerständen zu leiden haben? Denn die Apostel wurden ja nicht müde, uns auf Ablehnung und Diskriminierung vorzubereiten, indem sie uns ermutigten: »Freut euch, dass ihr mit Christus leidet!« (1. Petrus 4,13)

Oft entstehen Tränen aus menschlicher Verletzung. Schließlich gibt es ja auch eine trügerische Agenda, die es sich zum Ziel gemacht hat, mit Diskriminierung ein Ende zu machen? Sie hat einiges an Potenzial, Enttäuschungen auszulösen.

Dennoch: Lassen wir uns von Gott die Liebe zu diesen Pastorinnen schenken und die Achtung vor ihren Gaben und ihrer Hingabe, ohne dabei unseren biblischen Auftrag zu vergessen, als Männer wieder mehr Verantwortung zu übernehmen bzw. auch anderen Männern dazu Mut zu machen? Gott kennt die Deboras und Huldas unseres Zeitalters!

Die andere Frage, die ich mir stellte: Wie steht es um die Frage der ehelichen Verbindung von Menschen verschiedener Glaubensgemeinschaften? Hat die Adventbotschaft ihre befreiende Überzeugungskraft verloren? Sicherlich dienen viele Gläubige und Pastoren und Pastorinnen anderer Glaubensgemeinschaften Gott unter Umständen noch viel hingebungsvoller und gesegneter, als so mancher adventistischer Pastor. Aber müsste nicht eigentlich in der Begegnung von zwei Menschen, sei es eines Adventisten mit einer Baptistin oder einer Adventistin mit einem Methodisten oder Evangelikalen, die Leidenschaft der Adventbewegung sich herzerwärmend Bahn brechen? Erst Recht wenn hier ein Bund fürs Leben geschmiedet und dann auch eingegangen wurde? Das wünsche ich Claudia und Andreas von Herzen.

Wie steht es denn überhaupt um meine eigene Leidenschaft für den adventistischen Auftrag? Suche ich, enttäuscht von der Realität meines eigenen Gemeindelebens, inzwischen die entscheidende Inspiration und Partnerschaft für mein Glaubensleben bei den Kirchen, aus denen uns die Reformation doch gerade herausgeführt hat?

Quo vadimus, liebe Geschwister? Wohin gehen wir? In ein Leben der Identitätsschwäche, der Angepassheit an gesellschaftliche Trends und den Mainstream, des Selbstmitleids bei Ablehnung und der Resignation über den Status quo? Oder in ein Leben der Kraft, die Herzen erwärmt, der Hoffnung auf eine tiefgreifende Seelenernte? Gehen wir in ein Leben der Freiheit vom Kampf um Titel, Ämter und Anerkennung, ein Leben des Selbstwerts, des begeisterten Kampfes für Jesus, ein Leben der Fülle?

Jesus sagt: Ich bin gekommen, damit sie das Leben in Fülle haben (Johannes 10,10).


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